Photovoltaisches Inselsystem

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Beispiel: Parkscheinautomat

Photovoltaische Inselsysteme sind eine Form netzunabhängiger Inselanlagen als Photovoltaikanlagen. Sie kommen dann zum Einsatz, wo ein Stromnetzanschluss nicht zweckmäßig ist oder nicht möglich ist, also falls die Kosten für ein Stromanschluss vergleichsweise unwirtschaftlich wären oder ein Netzanschluss nicht realisierbar wäre.

Es werden mobile und stationäre Systeme unterschieden.[1] Meist wird eine Photovoltaik mit einem Stromspeicher ergänzt, wie etwa einem Akkumulator, um auch sonnenlose Zeiten überbrücken zu können oder evtl. einer Kondensatorenschaltung zur Spannungsstabilisierung. Um eine jederzeit ausreichende Versorgung garantieren zu können, müssen die Anlagen nach dem Wintermonat mit der geringsten Sonneneinstrahlung dimensioniert werden.[2] Hierbei sollten sonnenlose Zeiten von 3 bis 6 Tagen einberechnet werden.[2]

Bei sogenannten Hybridsystemen werden sie mit zumindest einer weiteren Art von Energieversorgung kombiniert, wie etwa in Verbindung mit einem Dieselgenerator. Mit Hybridsystemen können unter Umständen jahreszeitliche beziehungsweise wetterbedingte Schwankungen leichter ausgeglichen werden.

Beispiele für Anwendungsbereiche
  • Stationäre, netzferne Systeme
    • in Gegenden ohne Stromnetz, beispielsweise bei Berghütten
    • Messstationen
    • Parkscheinautomaten
    • Notrufsäulen
  • Mobile Systeme
    • Satelliten
    • Boote
    • Taschenrechner
    • solare Armbanduhren
  • mobil und zeitweise mit Netzanschluss
    • Wohnmobile
    • Solarmobile

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Inselsystem(-betrieb). In: H. Weik: Expert Praxislexikon: Sonnenenergie und solare Techniken, 2. überarbeitete Auflage von 2006, expert Verlag, ISBN 978-3-8169-2538-5, S. 143
  • P. Brückmann: Autonome Stromversorgungen, ökobuch, 4. verbesserte Auflage von 2015, ISBN 978-3-936896-28-2
  • Kapitel 5 Dimensionierung von PV-Inselanlagen. In: Photovoltaik Engineering: Handbuch für Planung, Entwicklung und Anwendung, VDI-Buch, Springer-Vieweg, 4. Auflage von 2015, ISBN 978-3-662-48639-9, S. 133–176
  • Kapitel 5.3. Auslegung von Inselanlagen. In: V. Wesslak, S. Voswinckel: Photovoltaik: Wie Sonne zu Strom wird, ISBN 978-3-662-48905-5, S. 97–103
  • Kapitel 6.2.3. Netzunabhängige Systeme. In: Kaltschmitt, Streicher, Wiese (Hrsg.): Erneuerbare Energien: Systemtechnik, Wirtschaftlichkeit, Umweltaspekte, Springer-Vieweg, 5. Auflage von 2014 (korrigierter Nachdruck), ISBN 978-3-642-03248-6, S. 417–423
  • Kapitel 8.3. Dimensionierung von PV-Inselanlagen mit Akku. In: H. Häberlein: Photovoltaik: Strom aus Sonnenlicht für Verbundnetz und Inselanlagen, electrosuisse bzw. VDE-Verlag, S. 530–547
  • Kapitel 8.5. Inselsysteme. In: Photovoltaik: Lehrbuch zu Grundlagen, Technologie und Praxis, 3. neubearbeite Auflage, München 2015, ISBN 978-3-446-44232-0, S. 254–262

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Kapitel 4.4.4. Photovolatik-Inselanlagen. In: Viktor Wesselak, Thomas Schabbach, Thomas Link, Joachim Fischer: Handbuch Regenerative Energietechnik, 3. aktualisierte und erweiterte Auflage, Berlin/Heidelberg 2017, ISBN 978-3-662-53072-6
  2. a b V. Wesslak, S. Voswinckel: Photovoltaik: Wie Sonne zu Strom wird, ISBN 978-3-662-48905-5, S. 98