Place du Tertre

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Place du Tertre
Lage
Arrondissement 18.
Viertel Clignancourt
Einmündungen Rue Norvins, Rue du Mont-Cenis
Morphologie
Länge 40 m
Breite 30 m
Geschichte
Entstehung 1772
Benennung 1830
Kodierung
Paris 9189
Koordinaten: 48° 53′ N, 2° 20′ O
Commons: Place du Tertre – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Der Place du Tertre (deutsch Platz des (Erd-)Hügels) ist ein Platz im 18. Arrondissement von Paris

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Platz gehört zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten von Paris. Er liegt in 130 m Höhe westlich der Basilique du Sacré-Cœur und von St-Pierre de Montmartre. Er gilt als das Herz des Stadtteils Montmartre.

Mit seinen zahlreichen Künstlern, die jeden Tag ihre Staffelei für die Touristen aufstellen, erinnert der Platz an die Zeit, in der der Montmartre der Ort der modernen Kunst war: Ende 19., Anfang 20. Jahrhundert. Zu jener Zeit lebte viele berühmte Künstler in dem Viertel: Toulouse-Lautrec, Picasso, Modigliani und Utrillo. Es ist der von Touristen am meisten besuchte Ort von Paris.

Hier ist auch das erste Rathaus von Montmartre (französisch mairie de Montmartre), das 1790 für den ersten Bürgermeister, Félix Desportes, errichtet wurde. Das Restaurant À la Mère Catherine[1] am Platz wurde 1793 eröffnet.

Namensursprung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Name kommt von der Lage: auf dem Hügel des Montmartre.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dieser Platz im Zentrum der ehemaligen Gemeinde Montmartre entstand schon im 14. Jahrhundert und lag um die Mauern des Klosters Montmartre, wie man auf dem Plan von Jouvin de Rochefort erkennen kann.[2]

Am Ende der Belagerung von Paris lagerten die Garde nationale de Paris ein Teil der 171 Kanonen auf dem Hügel. Als General Claude Lecomte am 18. März 1871 sie abziehen wollte, führte das zum Aufstand und damit zum Ursprung der Pariser Kommune.[3]

Heutige Situation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Heute stehen auf dem Platz zahlreiche Stände der Karikaturisten und Maler, die vor allem auf die Touristen als Kunden ausgerichtet sind. Die Bedingung für die Eröffnung eines Standes ist der Besitz einer Konzession, die als sehr begehrt und schwer zu erhalten gilt.

Der heutigen Situation gingen allerdings einige juristische Gefechte voraus:

In den 1990er Jahren gab es Streit zwischen der Association pour la défense des droits des artistes peintres de la place du Tertre[4] und der Pariser Verwaltung, die eine Verordnung zur Regulierung des Öffentlichen Raums erlassen wollte, nach der der Platz 140 Stellplätze zu 1 m² erhalten sollte. die Maler und Porträtisten sollten ferner die Autorisierung jährlich neu beantragen. Die Angelegenheit kam vor den Conseil d’État und wurden mit dem Erlass vom 11. Februar 1998 geregelt («Ville de Paris c. Association pour la défense des droits des artistes peintres»): Die Richter gaben schließlich der Stadtverwaltung recht.[5][6]

Es kam noch hinzu, dass seit 1980 der Raum, der für die Künstler reserviert ist, dadurch beschränkt wird, dass die Restaurant und Café ihre Terrassen ständig ausdehnen.[7][8] Obwohl die Stadtverwaltung 1983 entschieden hat, ein «carré des artistes» zu schaffen, um die Situation erträglich zu gestalten, kämpfen die acht Gastwirte um jeden Platz[9] und besetzen 2018 fast 80%[10] der Fläche; es scheint so, als würde die Stadtverwaltung die Gastwirte bevorzugen.[11]

Ansichten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Lefigaro.fr, 18. Juni 2012: Haché menu. Chez la Mère Catherine, sublimement nul
  2. Plan de Jouvin de Rochefort
  3. vgl. auch Montmartre im 19. Jahrhundert
  4. deutsch Vereinigung zur Verteidigung der Rechte der Maler(-Künstler) auf dem Place du Tertre
  5. Conseil d'État, 8 / 9 SSR, du 11 février 1998, 171792, publié au recueil Lebon, Légifrance, 11 février 1998.
  6. Martine Lombard, Droit administratif, Paris, Dalloz, September 2017, 671 S., ISBN 978-2-247-16927-6, S. 362
  7. Les artistes de la place du Tertre contre le projet de réaménagement : «on se sent pris en otage!», Camille H, Le Bonbon, 26 janvier 2018
  8. Les peintres de Montmartre menacent de quitter la place du Tertre, C. B avec Julie Pierret et Florian Chevallay, BFM TV, 1. August 2018
  9. Montmartre : bras de fer autour de la place du Tertre, Marie-Anne Kleiber, lejdd.fr, 30. Januar 2018
  10. La place du Tertre, une féérie en trompe l’œil, Lily Bonnel, ipj news, 26. März 2018
  11. Paris : les peintres ne peuvent pas «encadrer» la future place du Tertre, Le Parisien, 21. Juni 2018


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