Primärradar

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Radarprinzip

Primärradar bezeichnet Radaranlagen, die das Radar-Prinzip ausschließlich und unmittelbar umsetzen, d. h. die unmittelbaren (passiven) Echos zuvor ausgestrahlter Hochfrequenzimpulse analysieren.

Der Begriff dient der Abgrenzung zum Sekundärradar, einer Technik, bei der von erfassten Objekten aktiv erzeugte Echos verwendet werden.

In der Praxis kommt häufig eine Kombination beider Methoden zum Einsatz (z. B. in der Flugsicherung beim Bodenradar). Eine reine Primärradar-Anwendung sind beispielsweise die für Geschwindigkeitsmessung im Straßenverkehr eingesetzten Anlagen („Radarfalle“).

Vorteile[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Primärradaranlagen sind nicht darauf angewiesen, dass ein Objekt aktiv Signale generiert, um es erfassen zu können. Dies ist z. B. im Bereich der Flugsicherung von Bedeutung, da Flugzeuge auch bei ausgefallenem Flugfunktransponder erfassbar sein müssen.

Antenne des PRW-13 „Odd Pair“, ein Primärradar aus sowjetischer Produktion zur Höhenmessung

Bei Störungen der verwendeten Frequenz können Primärradaranlagen problemlos auf andere Frequenzen wechseln. Bei Sekundärradaranlagen kann ein solcher Wechsel nur dann erfolgreich durchgeführt werden, wenn er auch von den zu erfassenden Objekten vollzogen wird.

Nachteile[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Primärradar kann nur die aus dem reflektierten Echo ermittelbaren Größen (z. B. Richtung, Entfernung und Geschwindigkeit) feststellen, während der Empfänger bei Sekundärradar weitere Angaben in seine Antwort integrieren kann (z. B. eine Kennung).

Primärradaranlagen benötigen eine erheblich höhere Sendeleistung als vergleichbare Sekundärradarsysteme, um die gleiche Reichweite erzielen zu können.