Problemlösetraining

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Das Problemlösetraining von D'Zurilla und Goldfried gehört zu den Standardinterventionstechniken der kognitiven Verhaltenstherapie. Es geht hierbei um den Erwerb adäquater Strategien und Handlungsmöglichkeiten zur schnelleren und effektiveren Lösung eines Problems. Es ist didaktisch stark strukturiert.

Problemlöseschritte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Formalisiert lassen sich laut D'Zurillia und Goldfried (1971) folgende 5 Problemlöseschritte unterscheiden:[1][2]

  1. Allgemeine Problemorientierung
  2. Beschreiben des Problems
  3. Erstellen von Alternativen
  4. Treffen einer Entscheidung
  5. Anwendung und Überprüfung

Dabei erfolgt zunächst einmal eine ausführliche Exploration zur Identifikation und genauen Definition des Problems. Anschließend werden mittels Brainstorming Ideen zu alternativen Bewältigungsmöglichkeiten gesammelt. Dabei ist es wichtig, dass alle Ideen zulässig sind und keine vorweg abgewertet werden darf. Hat man sich nun eine Liste von Bewältigungsmöglichkeiten erarbeitet, werden alle Optionen diskutiert und hinsichtlich ihrer Folgen und deren Auftrittswahrscheinlichkeit auf einer mehrstufigen Skala bewertet. Die hierbei vermeintlich beste Option wird nun nach Planung zur konkreten Umsetzung in vivo (d. h. in der Realität) ausprobiert und anschließend zusammen mit dem Therapeuten bezüglich der erzielten Veränderungen und Ergebnisse nochmals ausgewertet.

Anwendungsgebiete[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es findet häufige Verwendung in der Familientherapie, bei der Rückfallprophylaxe von Schizophrenen, sowie bei psychosomatischen Patienten, dazu ganz allgemein, wenn erkennbar ist, dass die Probleme und Störungen eines Patienten in mangelnden Problemlösefähigkeiten begründet sind.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Reinecker, Hans: Lehrbuch der Verhaltenstherapie. dgvt-Verlag, Tübingen 1999, ISBN 3-87159-020-7.
  • T.J. D´Zurilla, M.R. Goldfried: Problem Solving And Behavior Modification. In: Journal Of Abnormal Psychology. Band 78, 1971, ISSN 0021-843X, S. 107–126 (englisch).
  • T.J. D´Zurilla, E.C. Chang: The Relations Between Social Problem Solving and Coping. In: Cognition And Therapy Research. Band 19, 1995, ISSN 0147-5916, S. 547–562 (englisch).

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Jürgen Margraf, Silvia Schneider: Lehrbuch der Verhaltenstherapie. Grundlagen, Diagnostik, Verfahren, Rahmenbedingungen. 3. Auflage. Band 1. Springer, Heidelberg 2009, ISBN 978-3-540-79540-7, S. 604 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  2. G. Wiedermann, A. Fischer: Problemlösetraining. In: Anil Batra, Reinhard Wassmann, Gerhard Buchkremer (Hrsg.): Verhaltenstherapie: Grundlagen - Methoden - Anwendungsgebiete. 4. Auflage. Georg Thieme, Stuttgart 2013, ISBN 978-3-13-117784-1, S. 115 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]