Prompter

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Schema:
(1) Videokamera (2) Umhüllung
(3) Videomonitor (4) Halbreflektiver Spiegel
(5) Aufgenommenes Bild (6) Gespiegelter Text
Reporterin mit Teleprompter in der Kamera
Pedal zur Steuerung der Geschwindigkeit
Bedienungselemente am Sendetisch

Der Prompter, auch Teleprompter (englisch für „Souffleuse“; von lat. promptus „entschlossen, bereit“), manchmal auch Autocue (Markenname der gleichnamigen englischen Firma), ist ein technisches Hilfsmittel, das vor allem bei Fernsehproduktionen, seltener bei Filmproduktionen sowie Vorträgen und Reden verwendet wird, um beim Zuschauer den Eindruck von Blickkontakt und freiem Sprechen zu erwecken.

Funktionsweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Fernsehstudio wird unter das Kameraobjektiv ein Monitor montiert, der den Text anzeigt. Wegen des Spiegels muss dieses Teleprompterbild elektronisch "auf den Kopf gestellt" werden.

Über einen Einwegspiegel vor dem Objektiv kann der Moderator davon ablesen, ohne den Blick von der Kamera zu nehmen. Die Qualität des Kamerabildes wird durch diese Vorrichtung nur unwesentlich beeinflusst, die Beeinträchtigung kann leicht von der Kamera ausgeglichen werden. Eine Verkleidung sorgt für einen – aus Sicht des Sprechers – gleichmäßig dunklen Hintergrund und verhindert, dass seitlich einfallendes Licht ins Objektiv gespiegelt wird.

Bei Vorträgen und Reden werden zwei leicht getönte Glasscheiben im rechten und linken Bereich des Gesichtsfeldes des Redners auf Ständern montiert, die dazugehörenden Monitore bzw. Projektoren stehen auf dem Fußboden. Auf diese Weise kann der Redner zum einen durch ständiges Wenden des Kopfes das ganze Publikum ansprechen, zum anderen bleibt in der Mitte ein ungehinderter Blick frei für Kameras der Presse.

Ursprünglich wurde der Text mit gewöhnlichen Schreibmaschinen auf spezielle, ca. 10 cm breite Papierstreifen getippt. Diese wurden im Studio per Handkurbel oder Motor unter einer speziellen Makrokamera vorbeigezogen, die Geschwindigkeit wurde vom Moderator selbst (meist mit Fußsteuerung) oder einem Bediener gesteuert.

Bei modernen Systemen kommt der Text aus Datenbanken und wird durch spezielle Software automatisch (für entspanntes Lesen) auf maximal 30 Zeichen pro Zeile formatiert. Oft erlaubt diese dem Sprecher auch das Anbringen von Betonungszeichen, die bei einer weiteren Verwendung (beispielsweise die Verwendung für Internetangebote) automatisch entfernt werden.

Sprecherausbildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für Zuschauer sind Sprecher, die von einem Prompter ablesen, an den sich ständig von rechts nach links bewegenden Augen zu erkennen. Besonders bei Anfängern kann dies irritierend sein, da der Sprecher "abgelenkt" wirkt. In der Sprecherausbildung wird deshalb eine besondere kognitive Technik trainiert, bei der die Augen nicht beim Lesen "mitwandern": Ähnlich einem technischen Cache-Speicher werden jeweils ganze Zeilen in ca. einer Zehntelsekunde optisch erfasst und im Kopf "zwischengespeichert"; während der 1,5 – 2 Sekunden beim Sprechen der Zeile sind die Augen dann entspannt.

Philosophie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei ARD-aktuell wurden Teleprompter lange Zeit abgelehnt mit der Begründung, die hauptberuflichen Sprecher (typischerweise mit Schauspielerausbildung) könnten sich die Texte merken und würden durch das Ablesen in ihrer Mimik zu sehr eingeschränkt: Ein frei vortragender Sprecher sehe schließlich auch nicht immer starr ins Auge seines Zuhörers. Beim ZDF – mit Journalisten im Studio – wurden die Teleprompter dagegen schon in den 1970er-Jahren eingeführt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der US-Amerikaner Hubert Schlafly (1919–2011) erfand in den 1950er Jahren gemeinsam mit Irving B. Kahn den Teleprompter.[1][2]

Prompter werden seit den 1950er Jahren gebaut und verwendet.[3]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Teleprompters – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. The Guardian: Hubert Schlafly, inventor of the teleprompter, dies aged 91
  2. New York Times: Hubert Schlafly, Who Helped Build Teleprompter, Is Dead at 91
  3. geschichtliche Informationen auf der Seite eines Herstellers (engl.), abgerufen am 14. Dezember 2011