Punktdefekt

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Ein Punktdefekt ist eine Abweichung eines homogenen Systems an einem speziellen Punkt.

Der Begriff Punktdefekt bezeichnet in der Kristallographie und der Werkstoffkunde punktförmige Gitterfehler. Da sie in keiner Raumdimension eine größere Ausdehnung besitzen, heißen sie im Unterschied zu Versetzungslinien oder höherdimensionalen Gitterfehlern auch nulldimensionale Gitterfehler. Es gibt 2 Arten von Punktdefekten im Kristallgitter: Eigenpunktdefekte und Fremdatome. Zu den Eigenpunktdefekten gehören Leerstellen und Eigenzwischengitteratome im Kristallgitter. Fremdatome können als Substitutionsatome den Platz eines regulären Gitteratoms einnehmen (substitutioneller Austausch), oder, wenn sie viel kleiner sind als die Gitteratome, einen Zwischengitterplatz (interstitielle Lösung). Ist die Zahl der Fremdatome im Feststoff hinreichend groß, so handelt es sich um einen Mischkristall bzw. eine Legierung.

In Halbleitern dienen Fremdatome auf Gitterplätzen der Dotierung oder bilden isoelektronische Störstellen.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Charles Kittel: Einführung in die Festkörperphysik, 11. Auflage, Oldenbourg Verlag München Wien 1996, ISBN 3-486-23596-6
  • S. M. Sze: Physics of Semiconductor Devices, 2nd Edition, John Wiley and Sons 1981, ISBN 0-471-05661-8