Rahmennationen-Konzept

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Das Rahmennationen-Konzept (englisch: Framework Nations Concept) ist ein Konzept zur Verteidigungskooperation europäischer NATO-Staaten.

Ein Staat, die sogenannte „Rahmennation“, stellt die militärische Grundausstattung einschließlich Bereiche wie Logistik und Führungseinrichtungen, und kleinere Staaten bringen Spezialfähigkeiten, wie etwa Luftabwehr oder Pioniere, ein. Auf diese Weise müssen nicht mehr alle europäischen Nato-Staaten alle militärischen Fähigkeiten vorhalten und trotzdem ergibt sich ein kompletter Verbund. Etwas vergleichbares hatte die NATO im Afghanistan-Krieg (s. a.: ISAF: Beteiligte Nationen) praktiziert, mit den fünf (später sechs) „Regionalkommandos“ an denen kleinere militärische Beiträge andocken konnten.

Die NATO hat insgesamt drei Rahmennationen-Konzepte: Ein deutsches, ein britisches, die Joint Expeditionary Force, mit Großbritannien als Führungsnation plus acht Nordeuropäischen Staaten, und ein italienisches, welches Stabilisations- und Rekonstruktionsoperationen zum Ziel hat. Auch die EU hat etwas ähnliches, das „EU Framework Nation Concept“ (ohne „s“ bei „Nation“), für EU-Militäroperationen.[1]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das deutsche Konzept entstand als Thomas de Maizière Bundesverteidigungsminister war. Es wurde 2013 der NATO vorgestellt und auf dem NATO-Gipfel 2014 in Wales akzeptiert. Nach Beginn der Ukraine-Krise 2013–2014 wurde das Ziel erweitert, um auch größere militärische Einheiten - etwa in Divisions-Stärke - zu bilden.

Im Juni 2016[2] wurde vereinbart auch nicht-Nato-Staaten die Möglichkeit sich zu integrieren anzubieten.

Teilnehmer: Deutschland (Rahmennation), Niederlande, Bulgarien, Estland, Lettland, Litauen, Tschechien, Rumänien, Finnland (kein Nato-Land), Österreich (kein Nato-Land), ...

Die britische Joint Expeditionary Force ist eine schnelle Eingreiftruppe, die auf dem NATO-Treffen am 4. September 2014 vereinbart wurde. Sie soll 2018 einsatzbereit sein.[3]

Teilnehmer: Großbritannien (Rahmennation), Schweden (kein Nato-Land), Dänemark, Finnland (kein Nato-Land), Estland, Lettland, Litauen, Niederlande und Norwegen.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. EU Framework Nation Concept, vom 18. Dezember 2015, abgerufen im September 2017.
  2. BMVG: Framework Nations Concept: Zusammenarbeit intensiviert vom 29. Juni 2017.
  3. gov.uk: International partners sign Joint Expeditionary Force agreement, vom 5. September 2015, abgerufen im September 2017.