Ratnik-Programm

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Das Ratnik-Programm (russisch Ратник, Krieger) ist ein Vorhaben des russischen Militärs zur Modernisierung der Ausrüstung und Gefechtsführung der russischen Infanterie.

Hintergrund[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die NATO begann bereits in den 1990er Jahren damit, ihre Bodentruppen besser zu schützen und effektiver zu machen. Jenes Vorhaben (gemeinhin Future Soldier genannt) nahm auch das russische Militär zum Anlass, die Ausrüstung der Infanterie auf zukünftige Gegebenheiten abzustimmen. Das Programm umfasst mehr als nur die Entwicklung eines neuen Kampfanzuges. Insbesondere die Kommunikation und Informationsbeschaffung auf dem Gefechtsfeld steht im Vordergrund. In erster Linie sollen damit Spezialeinheiten ausgestattet werden.[1] Insgesamt gehören mehr als 40 einzelne Ausrüstungsgegenstände zum Umfang des Programms.

Umfang[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gefechtskommunikationssystem UNKW-03
  • Schutzausrüstung: Schutz vor Geschossen aus Infanteriewaffen und Granatsplittern durch neue Helme, Körperpanzer und beschusshemmende Westen
  • Funkausrüstung für verschlüsselte Kommunikation
  • elektronische Ortung und Navigation über Satellitensysteme wie GLONASS und GPS
  • Nachtsicht- und Wärmebildgeräte, Reflexvisiere
  • Freund-/Feinderkennung für Soldaten und Gefechtsfahrzeuge
  • Waffen und Munition
Komponente GRAU-Index Bild
Beschusshemmende Weste 6B45 6B45 bulletproof vest - InnovationDay2013part1-61.jpg
Schutzweste/Trageharnisch 6B46 6B46 vest - InnovationDay2013part1-62.jpg
Schutzhelm mit Optik-Montage 6B47 Helmet monitor tsniitochmash35.jpg
Modulweste/Tragegeschirr 6Sch117 6Sh117 load bearing vest. - InnovationDay2013part1-63.jpg

Einer der wichtigsten Punkte ist der Ersatz des bisherigen Standardsturmgewehrs AK-74. Als neue Standardwaffen sind die AK-103-4 sowie die AK-12 in der näheren Auswahl.[2] Beide sind Weiterentwicklungen der bewährten AK-Reihe, hier jedoch mit Augenmerk auf verbesserte Modularität durch Montageschienen. Eine grundlegend neue Entwicklung (A545) wurde auch vorgesehen, ist aber wegen mangelnder Fertigungskapazitäten des Degtjarjowwerkes in Kowrow ungewiss. Stattdessen soll das Werk in Ischewsk des Kalaschnikowkonzerns (früher bekannt als Ischmasch) die Waffen herstellen.

Umsetzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Programm wurde auf der MAKS 2011 erstmals öffentlich vorgestellt. Im Folgejahr begann die Truppenerprobung. 2014 waren bereits einige Truppen mit Ratnik-Komponenten ausgestattet.[3] Während der Krimkrise im Frühjahr 2014 wurden Soldaten mit Ratnik-Ausrüstung gesichtet.[4] Mit jedem Jahr sollen 50.000 weitere Einheiten ausgeliefert werden.[5]

Vergleichbare Programme[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Экипировка „солдата будущего“ FELIN (Франция) и „Ратник“. RIA Novosti, 1. November 2012, abgerufen am 14. Februar 2015 (russisch).
  2. Russia selects new assault rifles. Jane’s Defence, 29. Januar 2015, archiviert vom Original am 7. Februar 2015; abgerufen am 13. Februar 2015 (englisch).
  3. Экипировка „Ратник“ начнет поступать в ВС РФ в конце года. RIA Novosti, 2. Dezember 2014, abgerufen am 14. Februar 2015 (russisch).
  4. In Crimea, Russia Showcases a Rebooted Army. New York Times, 2. April 2014, abgerufen am 13. Februar 2015 (englisch).
  5. Russia to begin Ratnik system procurement in October. Army Technology, 8. August 2014, abgerufen am 13. Februar 2015 (englisch).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Ratnik – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien