Reifenstein

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Reifenstein
Gemeinde Kleinbartloff
Koordinaten: 51° 20′ 50″ N, 10° 21′ 40″ O
Höhe: 435 m
Postleitzahl: 37355
Vorwahlen: 036076, 03605
Eichsfeld Klinikum in Reifenstein
Eichsfeld Klinikum in Reifenstein

Reifenstein ist ein Ortsteil der Gemeinde Kleinbartloff am Fuß des mittleren Dün im thüringischen Eichsfeld.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Reifenstein liegt etwa vier Kilometer südöstlich von Leinefelde am nördlichen Rand des Dün am Ausgang eines kleinen Tales. Umgeben von den Bergen Alte Burg (461 m) im Osten und Der Sonder (circa 450 m) im Westen liegt es in waldreicher Umgebung. Verkehrsmäßig ist der Ort über die Landesstraßen 2042 und 2048 mit den umliegenden Ortschaften Birkungen, Hüpstedt und Kleinbartloff verbunden. Unmittelbar westlich verläuft die Bahnstrecke Gotha–Leinefelde.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Reifenstein liegt das 1162 gestiftete Kloster Reifenstein. Graf Ernst von Tonna-Gleichen stiftet die am gleichen Ort gelegene Villa Albolderode dem Zisterzienserorden.[1] Im Jahre 961 erwirbt das Stift Quedlinburg den Ort Aldelboldeshrot, es ist aber nicht sicher, ob es sich um den hiesigen Ort handelt. Ernestus de Tunna ist im Jahr 1123 Zeuge, als die Villa Albolderode verkauft wird.[2] Bei dem Ort handelt es sich vermutlich um die Rodung eines Albold, eines dort ansässigen Adelsgeschlechts. Der Hof des Adligen (curtis in villa) im Tal und die auf dem nahen Bergsporn errichtete Burg stehen wohl in Verbindung.[3] Wann die Siedlung aufgegeben wurde ist nicht bekannt, 1209 wird sie letztmals erwähnt.

Das bis 1803 bestehende Kloster wurde aufgrund einer preußischen Kabinettsorder aufgelöst. 1847 wurde in den im 17. und 18. Jahrhundert neu errichteten Klostergebäuden eine Ackerbauschule eingerichtet. Weiterhin wurde im Frühjahr 1900 eine Wirtschaftliche Frauenschule des Reifensteiner Verbandes, später Landfrauenschule eingerichtet, die bis 1949 bestand.[4] Von 1951 bis 1962 war in Reifenstein eine Abteilung der Universitätsklinik Jena untergebracht. Seit 1964 befindet sich in den ehemaligen Klostergebäuden ein Krankenhaus. Die Kirche wird seit 1995 als Konzertsaal genutzt. Seit 2001 gehören das Krankenhaus Reifenstein und das St. Elisabeth-Krankenhaus Worbis zum neu gegründeten Eichsfeld Klinikum. Im Jahr 2002 trat auch das St. Vincenz-Krankenhaus Heiligenstadt dem Eichsfeld Klinikum bei. Am 20. Oktober 2004 wurde im Haus Reifenstein des Eichsfeld Klinikums eine neue katholische Krankenhauskapelle durch Propst Heinz-Josef Durstewitz eingeweiht.

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Einen halben Kilometer westlich der Ortslage entstand im Jahr 1978 als Ferienobjekt des VE Straßen- und Tiefbaukombinat Erfurt, Betrieb Leinefelde eine „Haus der Bauarbeiter“ benannte Hotelanlage mit einem kleinen Teich, die heute als Naturhotel Reifenstein genutzt wird. Weiterhin gibt es in Reifenstein ein Naturschutzzentrum des NABU und einen Naturlehrpfad. Neu gestaltet und eingefasst wurde die Eselsbornquelle. Des Weiteren verfügt Reifenstein über eine 2-Bahnen-Kegelanlage.
  • Kleine Alteburg, eine abgegangene mittelalterliche Wallburg

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf dem Gelände des Eichsfeld Klinikum befindet sich ein Naturdenkmal. Es handelt sich um eine Pyramidenpappel mit einem Alter von etwa 180 bis 220 Jahren und einem Stammumfang von rund 5 Metern. Die Pappel wurde im Januar 2018 nachdem sie von dem Orkantief Frederike beschädigt wurde gefällt.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ortrut Wörner-Heil: Frauenschulen auf dem Lande. Reifensteiner Verband (1897–1997). In: Verein ehemaliger Reifensteiner e.V. und Archiv der deutschen Frauenbewegung (Hrsg.): Schriftenreihe des Archivs der deutschen Frauenbewegung. Band 11. Kassel 1997, ISBN 3-926068-12-4.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Reifenstein – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Johann Wolf: Politische Geschichte des Eichsfeldes mit Urkunden erläutert. Band 1, Johann Georg Rosenbusch Göttingen 1792, UrkundeIX. Seite 11
  2. Levin von Wintzingeroda-Knorr: Die Wüstungen des Eichsfeldes: Verzeichnis der Wüstungen, vorgeschichtlichen Wallburgen, Bergwerke, Gerichtsstätten und Warten innerhalb der landrätlichen Kreise Duderstadt, Heiligenstadt, Mühlhausen und Worbis. Göttingen (O. Hendel) 1903, Seite 8
  3. Paul Grimm und Wolfgang Timpel: Die ur- und frühgeschichtlichen Befestigungen des Kreises Worbis. In: Eichsfelder Heimathefte Sonderausgabe, Worbis 1966, Seite 17
  4. Wörner-Heil: Frauenschulen auf dem Lande. Reifensteiner Verband, 1897–1997