Rigor

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Dieser Artikel behandelt den Rigor als Störung des Muskeltonus beim Lebenden, für den Rigor mortis siehe Totenstarre.
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Rigor (lateinisch für „Starrheit“) ist ein medizinischer Ausdruck für Muskelstarre oder Muskelsteifheit. Er bezeichnet eine Erhöhung des Muskeltonus, die durch die zentral gesteuerte gleichzeitige Aktivierung von Muskeln samt ihren Gegenspielern (Agonisten-Antagonisten-Koaktivierung) zustande kommt. Vom Betroffenen wird er als Steifigkeitsgefühl teilweise mit ziehenden Missempfindungen empfunden.

Ursache[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Muskeln haben eine bestimmte Grundspannung, den Ruhetonus. Dieser wird durch das zentrale Nervensystem reguliert. Dabei spielt sowohl das pyramidale (Informationen über Großhirnrinden-Rückenmark-Bahnen sendende) als auch vor allem das extrapyramidale (auf anderen Wegen das Rückenmark erreichende) System eine Rolle. Beide Systeme beeinflussen sich wechselseitig. Der Rigor entsteht als Funktionsstörung des extrapyramidalen Systems, typischerweise durch Dopaminmangel im Rahmen eines Parkinson-Syndroms. Der Regelmechanismus ist nicht vollständig bekannt.

Untersuchung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der neurologischen Untersuchung wird der Rigor beim sitzenden oder liegenden Patienten durch passive Bewegung einzelner Gelenke geprüft (der Patient soll die Muskeln entspannen). Es ist dann eine wächserne Starre als zäher gleichmäßiger Widerstand spürbar. Im Gegensatz zur Spastik ist die Ausprägung des Widerstands nicht von der Geschwindigkeit der passiven Bewegung abhängig. Durch aktive Bewegung der gegenseitigen Extremität nimmt er zu. Teilweise kann es zu rhythmischen Unterbrechungen des Rigors während des Durchbewegens kommen („Zahnradphänomen“). Das Zahnradphänomen ist nicht Teil der Definition des Rigors, sondern nur häufig damit vergesellschaftet.

Als frühes Zeichen eines Rigors wird das verminderte Mitschwingen des Armes beim Gehen angesehen.

Vorkommen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rigor tritt typischerweise als eines der vier Hauptsymptome bei Parkinson-Syndromen auf, die meist durch Zelluntergang in umschriebenen Hirngebieten (Substantia nigra), aber z. B. auch als Nebenwirkung von Neuroleptika auftreten können.

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