Rinderspalt

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Rinderspalt ist in der Gerberei die Bezeichnung für einen Teil der bindegewebigen Lederhaut, also die Schichten zwischen der Ober- und der Unterhaut. Die Lederhaut wird in Retikularschicht und Papillarschicht unterteilt, der Rinderspalt besteht nur aus Retikularschicht. Sie besteht vor allem aus reißfesten Kollagenfasern und elastischen Fasern mit einem hohen Proteingehalt. Teilweise wird der Rinderspalt auch zu Leder verarbeitet.

Rinderspalt findet neben Schweineschwarten und Knochen Verwendung als proteinhaltiger Rohstoff zur Herstellung von Gelatine. Die Schicht wird in der Gerberei von ihrer Oberhaut und dem Unterhautgewebe getrennt und nachfolgend mit Salz oder Kalk konserviert und geschnitten. In Deutschland werden jährlich etwa 32.000 t Gelatine in Speisequalität hergestellt, die europäische Gesamtproduktion beträgt 120.000 t, davon stammen 70 % aus Schweineschwarten, 18 % aus Knochen, 10 % aus Rinderspalt und 2 % aus sonstigen Rohstoffen.[1][2]

Belege[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. K. Rappold: Gelatine - Ein natürliches Nahrungsmittel. bmi aktuell 1/2004, Hrsg. Informationszentrale für Backmittel und Backgrundstoffe zur Herstellung von Brot und Feinen Backwaren e.V.
  2. Homepage Gelatine Manufacturers of Europe, Abgerufen 18. September 2008.