Rondo-Galago

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Rondo-Galago
Ronda Dwarf Galago.jpg

Rondo-Galago (Paragalago rondoensis)

Systematik
Ordnung: Primaten (Primates)
Unterordnung: Feuchtnasenprimaten (Strepsirrhini)
Teilordnung: Loriartige (Lorisiformes)
Familie: Galagos (Galagonidae)
Gattung: Paragalago
Art: Rondo-Galago
Wissenschaftlicher Name
Paragalago rondoensis
(Honess, 1997)

Der Rondo-Galago oder Rondo-Zwerggalago (Paragalago rondoensis, Syn.: Galago rondoensis, Galagoides rondoensis) ist eine Primatenart aus der Familie der Galagos (Galagonidae). Er ist der kleinste und seltenste Vertreter dieser Gruppe.

Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rondo-Galagos erreichen eine Kopfrumpflänge von 10 bis 12 Zentimetern, der Schwanz ist mit 19 bis 22 Zentimetern deutlich länger als der Rumpf, und das Gewicht beträgt rund 60 Gramm. Ihr Fell ist an der Oberseite graubraun gefärbt, die Unterseite ist heller. Zwischen den großen Augen verläuft ein weißer Streifen, charakteristisch für die Art ist der wie eine Flaschenbürste geformte Schwanz. Wie bei allen Galagos sind die Ohren vergrößert und sehr beweglich.

Verbreitung und Lebensraum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rondo-Galagos kommen nur in Tansania vor. Die ersten Exemplare wurden auf dem Rondo-Plateau entdeckt, inzwischen sind sieben Fundorte bekannt. Lebensraum dieser Art sind Küstenwälder und andere tropische Wälder bis in 900 Meter Seehöhe.

Lebensweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Diese Primaten sind wie alle Galagos nachtaktiv. Tagsüber schlafen sie in selbstgemachten Blätternestern, in der Nacht gehen sie auf Nahrungssuche. Dabei bewegen sie sich senkrecht kletternd und springend fort und halten sich meist im Unterholz nahe beim Boden auf. Ihre Nahrung setzt sich aus Insekten und Früchten zusammen.

Gefährdung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Verbreitungsgebiet dieser Art ist auf sieben kleine Waldstücke aufgesplittert, die quer über die tansanische Küste verbreitet sind und insgesamt nur 92 km² umfassen. Die Rodung der Wälder und damit die Zerstörung ihres Lebensraumes stellen die Hauptbedrohung dar. Die IUCN listet die Art als „vom Aussterben bedroht“ (critically endangered).

In Europa wird die Art nicht mehr gehalten, einziger Halter war in den 1990er Jahren London. [1]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Thomas Geissmann: Vergleichende Primatologie. Springer-Verlag, Berlin u. a. 2002, ISBN 3-540-43645-6.
  • Ronald M. Nowak: Walker's Mammals of the World. 6th edition. Johns Hopkins University Press, Baltimore MD 1999, ISBN 0-8018-5789-9.
  • Don E. Wilson, DeeAnn M. Reeder (Hrsg.): Mammal Species of the World. A taxonomic and geographic Reference. Johns Hopkins University Press, Baltimore MD 2005, ISBN 0-8018-8221-4.

Belege[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. [1] ZTL 18.6

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]