Rudolf Kučera

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Rudolf Kučera (* 10. April 1947 in Prag) ist ein tschechischer Politikwissenschaftler.

Er studierte Philosophie und Geschichte und war Mitglied der Tschechoslowakischen Akademie der Wissenschaften. 1978 wurde er wegen seiner Mitarbeit an der Charta 77 entlassen und arbeitete danach elf Jahre als Bauarbeiter. In dieser Zeit bildete er die Paneuropa-Union Böhmen und Mähren, deren Präsident er heute ist. Er ist Gründer und jetziger Chefredakteur der Zeitschrift Střední Evropa (Mitteleuropa). Nach 1993 war er Direktor des Instituts für politologische Studien der Karls-Universität Prag. Daneben ist er als Berater für die beiden konservativen Parteien KDU-ČSL und US-DEU tätig. Kučera steht der Sudetendeutschen Landsmannschaft nahe und tritt für eine Revision der Beneš-Dekrete ein. Er ist Mitglied des Wissenschaftlichen Beirates der Stiftung Zentrum gegen Vertreibungen.

Von 2001 bis 2004 betreute er den CSU-Politiker Andreas Scheuer bei dessen schriftlicher Arbeit für den kleinen Doktorgrad. Die Qualität dieser von Kučera positiv beurteilten Abschlussarbeit Scheuers wurde in den Medien kritisiert.[1]

Schriften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Mit Miloslav Vlk: Wird Europa heidnisch? Sankt Ulrich, 2000, ISBN 3929246422
  • Geistige Grundlagen der EU-Erweiterung – zivile Leitkultur für ganz Europa. Vortrag im TIFIB, Tabor-Meschitz am 31. August 2002. (deutsch und tschechisch). Tschechisches Institut für Internationale Begegnung (TIFIB), Herbia, Böhmisch Budweis 2002, ISBN 80-239-1008-6.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Albert Schäffer: Die große Geschichte vom kleinen Doktor, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 17. Januar 2014

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]