Sammelhandschrift

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Sammelhandschriften, bisweilen auch Miszellanhandschriften genannt, sind heterogene Handschriften, in denen unterschiedliche Texte – Werke verschiedener Autoren oder literarischer Gattungen und Textsorten – zu einem Codex vereinigt sind. Vor allem kürzere Texte wie Minnereden, Schwänke, Lieder, Predigten usw. sind fast immer in Sammelhandschriften überliefert. Sie können konzeptionell als Sammlungen angelegt sein, relativ wahllos allein zu dem Zwecke der Konservierung aufeinanderfolgend aufgeschrieben worden sein, aber auch erst nachträglich durch das Zusammenbinden von zunächst eigenständigen Faszikeln entstanden sein. (Im letzteren Fall spricht man von einer Buchbindersynthese). Sammelhandschriften können thematische Schwerpunkte haben, so gibt es z. B. geistliche, medizinische, juristische oder weltlich-literarische Sammelhandschriften. Codizes mit dem Schwerpunkt auf lyrischen Texten heißen auch Liederhandschrift, Liederbuch oder Canzoniere. Als berühmtestes Beispiel hierfür kann wohl der Codex Manesse genannt werden.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • P. Neumann: Sammelhandschrift. In: Lexikon des gesamten Buchwesens. Zweite, völlig neu bearbeitete Auflage. Band 6 (2003), S. 477.
  • Sarah Westphal: Sammelhandschrift. In: John M. Jeep (Hrsg.): Medieval Germany. An Encyclopedia. New York & London 2001 ISBN 0-8240-7644-3, S. 691–694.