Sand-Wegerich
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Sand-Wegerich (Plantago arenaria) | ||||||||||||
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| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||
| Plantago arenaria | ||||||||||||
| Waldst. & Kit. |
Der Sand-Wegerich (Plantago arenaria) ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Wegeriche (Plantago) innerhalb der Familie der Wegerichgewächse (Plantaginaceae).
Beschreibung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Vegetative Merkmale
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Der Sand-Wegerich ist eine einjährige krautige Pflanze und erreicht Wuchshöhen von bis zu 50 Zentimetern. Pflanzenexemplare sind abstehend bis aufrecht verzweigt und buschig wachsend. Der Stängel ist locker borstig bzw. zerstreut drüsig behaart.
Eine grundständige Blattrosette fehlt. Die gegenständig abgeorneten Laubblätter sind bei einer Länge von 6 bis 8 Zentimetern sowie einer Breite von 3 bis 4 Millimetern linealisch-lanzettlich, flach, dünn, dreinervig, am Grund scheidenartig und ganzrandig bis stumpf gezähnelt.
Generative Merkmale
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Blütezeit reicht von Juni bis September. In den Achseln der oberen Blätter sind lange Blütenstandsschäfte vorhanden. Viele Blüten sind dicht in eiförmigen, ährigen Bütenständen angeordnet.
Die zwittrige Blüte besitzt eine doppelte Blütenhülle. Der Kelch ist steif behaart. Die Blütenkrone ist 4 Millimeter lang, kahl, querrunzelig, die Kronröhre bräunlich-weiß.
Die Kapselfrucht enthält zwei Samen. Bei den dunkel-braunen, glänzenden Samen ist die Nabelseite am Rand verdickt.
Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 12.[1]
Ökologie
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Bei Sand-Wegerich handelt es sich um einen Therophyten. Es liegt Windblütigkeit vor. Die verschleimenden Samen breiten sich als Klebhafter aus.


Vorkommen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Der Sand-Wegerich kommt von Spanien bis zum Iran, Kasachstan und Sibirien vor. Außerdem kommt er in Libyen und Ägypten vor. In Pakistan bis China, in Ostasien, Nordamerika, Großbritannien, in den Niederlanden, im Baltikum und in der Schweiz ist er ein Neophyt.[2] Er ist vor allem im südlichen und östlichen Teil Europas verbreitet und erreicht in Mitteleuropa die Westgrenze seiner Verbreitung. In Deutschland findet man ihn vor allem im östlichen Teil, an der unteren Elbe und (in den Sandgebieten) am Ober- und Niederrhein. In den Niederlanden und in Belgien ist er in Einbürgerung begriffen.[3]
Er wächst in lockeren Beständen auf sonnigen bis lichtreichen, mäßig trockenen, meist kalkhaltigen, basischen, höchstens mäßig nährstoffreichen, lockeren Sandböden, auch im Gleisschotter. Oft ist er auch als Neophyt auf Ruderalstandorten verschleppt. Er ist pflanzensoziologisch kennzeichnend für das Plantaginetum arenariae aus dem Salsolion-Verband.[1] Die ökologischen Zeigerwerte nach Landolt et al. 2010 sind in der Schweiz: Feuchtezahl F = 1+ (trocken), Lichtzahl L = 4 (hell), Reaktionszahl R = 3 (schwach sauer bis neutral), Temperaturzahl T = 4+ (warm-kollin), Nährstoffzahl N = 4 (nährstoffreich), Kontinentalitätszahl K = 4 (subkontinental), Salztoleranz = 1 (tolerant).[4]
Systematik
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Erstbeschreibung erfolgte 1801 unter dem Namen Plantago arenaria durch Franz de Paula Adam von Waldstein und Pál Kitaibel in Descriptiones et icones plantarum rariorum Hungariae, Band 1, Seite 51–52, Tafel 51. Eine frühere Beschreibung 1759 von Carl von Linné als Plantago indica in Systema naturae, 10. Auflage, Band 2, Seite 896 ist zur Verwerfung vorgeschlagen (nom. rej. prop.).[3] Synonyme für Plantago arenaria Waldst. & Kit. sind: Plantago ramosa Asch., Psyllium arenarium (Waldst. & Kit.) Mirb.[5]
Je nach Autor gibt es etwa zwei Unterarten:[5]
- Plantago arenaria subsp. orientalis (Soó) Greuter & Burdet: Sie kommt in der Ukraine vor.[5]
- Plantago arenaria Waldst. & Kit. subsp. arenaria[5]
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Henning Haeupler, Thomas Muer: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands (= Die Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. Band 2). 2., korrigierte und erweiterte Auflage. Herausgegeben vom Bundesamt für Naturschutz. Ulmer, Stuttgart 2007, ISBN 978-3-8001-4990-2.
- Oskar Sebald, Siegmund Seybold, Georg Philippi: Die Farn- und Blütenpflanzen Baden-Württembergs. Ulmer-Verlag, Band 5, Stuttgart 1996. ISBN 3-8001-3342-3.
- Ruprecht Düll, Herfried Kutzelnigg: Taschenlexikon der Pflanzen Deutschlands und angrenzender Länder. Die häufigsten mitteleuropäischen Arten im Portrait. 7., korrigierte und erweiterte Auflage. Quelle & Meyer, Wiebelsheim 2011, ISBN 978-3-494-01424-1.
- Schmeil-Fitschen: Die Flora von Deutschland interaktiv, ISBN 3-494-01368-3.
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ a b Erich Oberdorfer: Pflanzensoziologische Exkursionsflora für Deutschland und angrenzende Gebiete. Unter Mitarbeit von Angelika Schwabe und Theo Müller. 8., stark überarbeitete und ergänzte Auflage. Eugen Ulmer, Stuttgart (Hohenheim) 2001, ISBN 3-8001-3131-5, S. 874.
- ↑ Plantago arenaria. In: POWO = Plants of the World Online von Board of Trustees of the Royal Botanic Gardens, Kew: Kew Science, abgerufen am 13. Oktober 2025.
- ↑ a b Michael Koltzenburg: Plantago. In: Schmeil-Fitschen: Die Flora Deutschlands und angrenzender Länder. 98. Auflage. Verlag Quelle & Meyer, Wiebelsheim 2024. ISBN 978-3-494-01943-7. S. 667.
- ↑ Plantago arenaria Waldst. & Kit. In: Info Flora, dem nationalen Daten- und Informationszentrum der Schweizer Flora. Abgerufen am 13. Oktober 2025.
- ↑ a b c d Karol Marhold, 2011: Plantago. Datenblatt Plantago arenaria In: Euro+Med Plantbase - the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity.
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Plantago arenaria Waldst. & Kit., Sand-Wegerich. auf FloraWeb.de
- Steckbrief und Verbreitungskarte für Bayern. In: Botanischer Informationsknoten Bayerns.
- Thomas Meyer: Wegerich Datenblatt mit Bestimmungsschlüssel und Fotos bei Flora-de: Flora von Deutschland (alter Name der Webseite: Blumen in Schwaben).
- Indischer Flohsamen.
- [1]