Sara van Baalbergen

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Sara van Baalbergen (* 1607 in Haarlem; † nach 1638) war eine niederländische Malerin des Goldenen Zeitalters, der Blütezeit der niederländischen Kunstproduktion im 17. Jahrhundert. Sie war die erste Frau, die 1631 in die Lukasgilde, eine zunftähnliche Bruderschaft der Haarlemer Maler, aufgenommen wurde.

Leben und Werk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Über das Leben der zu Beginn des 17. Jahrhunderts in Haarlem geborenen Sara van Baalbergen, die Ölgemälde anfertigte, ist wenig bekannt. Sie war die Tochter des flämischen Kaufmanns Andries von Baelberge und seiner Frau Beatrix van Radik[1] und eine Zeitgenossin der ebenfalls aus Haarlem stammenden, aber weitaus bekannteren Malerin Judith Leyster.

Gemäß der Datenbank des Niederländischen Instituts für Kunstgeschichte (RKD) in Den Haag war Sara van Baalbergen im Jahre 1631 das erste weibliche Mitglied der St.-Lukas-Malergilde in Haarlem, der bis dahin nur Männer angehörten. Erst zwei Jahre später wurde Judith Leyster dort ebenfalls als Mitglied aufgenommen.[2] Auch für die Jahre 1634 bis 1638 wird Sara van Baalbergen als Gildemitglied gelistet. 1634 waren sie und Judith Leyster die einzigen Frauen neben 58 männlichen Gildemitgliedern.[3] Insgesamt sind nur drei niederländische Künstlerinnen bekannt, die einer Gilde beitraten.[4]

Im Jahre 1634 heiratete sie den Landschaftsmaler Barent van Eysen, einen späteren Schüler von Vincent van der Vinne (1628–1702).[2] Nach 1638 verliert sich ihre Spur. Ihre Werke sind nicht überliefert.

Trivia[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der australische Schriftsteller Dominic Smith wählte Sara van Baalbergen zum Vorbild für die Protagonistin Sara de Vos in seinem 2016 veröffentlichten Roman „The Last Painting of Sara de Vos“, der 2017 unter dem Buchtitel Das letzte Bild der Sara de Vos auch in Deutschland erschien.[5]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Els Kloek, Catherine Peters Sengers, Esther Tobé: Lexicon van Noord-Nederlandse kunstenaressen, circa 1550–1800 (= Utrechtse historische cahiers. Vrouwen en kunst in de Republiek. Een overzicht, Jg. 19, Nr. 1–2). Verloren, Hilversum 1998, ISBN 90-6550-572-5, S. 122–190 (niederländisch).

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Els Kloek, Catherine Peters Sengers, Esther Tobé: Lexicon van Noord-Nederlandse kunstenaressen, circa 1550–1800 (= Utrechtse historische cahiers. Vrouwen en kunst in de Republiek. Een overzicht, Jg. 19, Nr. 1–2). Verloren, Hilversum 1998, ISBN 90-6550-572-5, S. 122–190, hier S. 129 (niederländisch, books.google.de – eingeschränkte Kurzansicht: Baalbergen, Sara van).
  2. a b Sara van Baalbergen. Biografische Daten und Werke im Niederländischen Institut für Kunstgeschichte (niederländisch)
  3. Dorren, G. M. E.: Eenheid en verscheidenheid. De burgers van Haarlem in de Gouden Eeuw. Amsterdam (2001), Universität Amsterdam, pure.uva.nl, abgerufen am 28. Januar 2018. (.pdf).
  4. Sheila D. Muller: Dutch Art. Routledge, 2013, ISBN 978-1-135-49574-9, S. 447 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  5. Dominic Smith: Das letzte Bild der Sara de Vos. 1. Auflage. Ullstein, Berlin 2017, ISBN 978-3-550-08187-3 (Aus dem Englischen übersetzt von Sabine Roth).