Sarbadāren

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Das Gebiet der Sarbadāren (hier fälschlich als Sardabars eingetragen) neben dem der Tschupaniden, Dschalairiden, Muzaffariden und Indschuiden

Die Sarbadāren („Kopf am Galgen“) waren eine sozialrevolutionäre Bewegung, die zwischen ca. 1337 und 1386 im westlichen Chorasan herrschte.

Während das Reich der Ilchane im Niedergang begriffen war, führte Abd ar-Razzaq ibn Fadl Allah (ʿAbd ar-Razzāq b. Faḍl Allāh) ab 1332 einen Aufstand der einheimischen Bevölkerung gegen die mongolische Oberherrschaft an. Die Aufständischen, welche sich Sarbadāren nannten, errichteten um Baihaq/Sabzawar eine Herrschaft mit teilweise sozialistischen Elementen und standen dem schiitischen Islam nahe, zu dem sich aber erst ihr letzter Anführer offiziell bekannte. 1353 stürzten und töteten sie den Ilchan Toqa(i)-Temür, welcher bis dahin über Westchorasan und Gurgan geherrscht hatte. In Ostchorasan regierten nach wie vor die Kartiden.

Sabzawar entwickelte sich zum Zentrum einer von Abd ar-Razzaq gegründeten radikal-messianischen Derwisch-Bewegung. Die Anführer der Sarabadaren wurden gewählt und starben in der Regel bald eines gewaltsamen Todes. Nach einem Jahrzehnt der Wirren und Streitigkeiten gelang erst Chvadscha Ali ibn Muayyad (vāǧa ʿAlī b. Muʾayyad, reg. 1362–1376 und erneut 1379–1386) eine erneute Stabilisierung der Verhältnisse, doch wurde die Sarbadaren-Herrschaft gleich nach seinem Tod von timuridischen Befehlshabern beendet.

Für eine Liste aller Sarbadaren-Führer siehe unter: Liste der Herrscher des Iran – Die Sarbadaren

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