Saugbagger

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Der Begriff Saugbagger bezeichnet drei verschiedene Typen schwerer Maschinen aus Tiefbau, Wasserbau zum Abbau von mineralischen Baustoffen sowie auch mineralischen Rohstoffen.

Saugbagger (Wasserfahrzeug)

Saugbagger "Ostsee" auf der Unterelbe
Saugbagger im Kieswerk

Saugbagger mit Antrieb

Es handelt sich dabei um ein selbstfahrendes Schiff für den Einsatz in Häfen, auf Wasserstraßen oder auf See, das mit Hilfe eines Fräskopfes (Cutterbagger) oder eines Schleppkopfes (Hopperbagger) das Sediment an der Gewässersohle löst und durch eine Saugleitung an Bord saugt. Der Wasseranteil wird abgetrennt und wieder ins Wasser abgeschieden; die festen Bestandteile des Saugguts werden entweder in eine Schute oder den Laderaum des Schiff selbst gefüllt und abtransportiert oder direkt auf naheliegende Spülfelder gepumpt.

Saugbagger ohne Antrieb

Für die Sand- und Kiesgewinnung wird ein Ponton mit Saugvorrichtung für Kies oder Sand eingesetzt, die unter Wasser am Boden des Gewässers abgesaugt werden. Der Wasseranteil wird wieder ins Wasser abgeschieden, die festen Bestandteile des Saugguts werden über ein Förderband an Land transportiert und dort bis zum Abtransport zwischengelagert.

Saugbagger (Baumaschine an Land)

Ein Saugbagger (eng. Suction Excavator), ist eine schwere Baumaschine mit einem Gewicht zwischen 18 und 40 Tonnen. In seiner Funktionalität kommt ein Saugbagger einem überdimensionalen Staubsauger gleich. Er löst verschiedenste Materialien aus dem Boden z. B. Erde, Lehm, Kies, Schotter, Wasser und Schlamm.

Saugbagger werden überall dort eingesetzt, wo ein hohes Beschädigungsrisiko den Einsatz von hydraulischer Aushubtechnik verbietet, bzw. die Umfeldbedingungen dieses nicht zulassen.

Mögliche Einsatzfälle sind etwa bei Rohr- und Armaturenaustausch, Rohrbrüchen, Sanierung und Neuverlegung von Gas-, Wasser-, Kabel-, Fernwärme- und Entsorgungsleitungen, Straßenaufbrüchen, Pflege und Reparaturen im Gleisbereich, beim Einsatz von Bodenverdrängungsraketen, der Beseitigung von Umweltschäden, dem Austausch von kontaminierten Bodens im Wurzelbereich von Bäumen, Abbrucharbeiten, Kiesabsaugen von Flachdächern, der Reinigung von Straßeneinläufen und Sinkkästen in Verbindung mit Horizontalbohranlagen, Laubabsaugung und Sondereinsatzfällen.

Saugbagger erlauben kurze Einsatzzeiten, schnellen beschädigungsfreien Erdaushub sowie geringe Verkehrs- und Umweltbelastungen.

Wirkprinzip

Saugbagger im Einsatz

Ein Gebläse erzeugt einen Luftstrom von bis zu 32.000 m³/h und einen max. Unterdruck von 40.000 Pa. Der Saugschlauch ist über den Träger hydraulisch dreidimensional bewegbar. Im Bereich der Saugkrone wird das Material von dem Luftstrom mitgerissen. Saugbar sind alle Medien, feste Partikel bis zu einer Größe von 250 mm. Im Sammelraum erfolgt aufgrund der Luftberuhigung und Drehung eine Ablagerung aller wesentlichen Partikel. Über Abscheidekammern wird der Luftstrom weiter gereinigt und getrocknet. Die Lage des Sammelbehälters garantiert eine optimale Achsbelastung des Fahrzeuges. Über die Feinstfiltereinheit werden letzte Stäube absorbiert. Die gereinigte Luft wird großflächig über eine Schalldämmeinheit nach oben ausgestoßen. Die Reinigung der Feinstfilter erfolgt mittels Druckluft. Beim Kippvorgang werden neben Sammelkammer auch die Abscheidekammern und die Feinstfilter entleert. Sämtliche Aufbaufunktionen werden über eine Kabelfernsteuerung oder über eine Funkfernsteuerung gesteuert.

Ein Saugbagger ist für Tiefbauunternehmen sehr wirtschaftlich: Beim Einsatz eines Saugbaggers kann im gleichen Zeitraum die 12-fache Arbeitsleistung gegenüber Handarbeit und dadurch eine Zeit- und Kosteneinsparungen von mehr als 60 % erreicht werden.

siehe auch

Literatur

  • Patzold, V., Gruhn, G., Drebenstedt, C.: Der Nassabbau - Erkundung, Gewinnung, Aufbereitung, Bewertung. Springer, Berlin Heidelberg New York 2008, ISBN 978-3-540-49692-2