Schiffswerft Ernst Menzer

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Die Schiffswerft Ernst Menzer KG mit Betrieben in Hamburg-Bergedorf und Geesthacht bestand von 1889 bis 1999 / 1982.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die ersten drei Jahrzehnte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gegründet wurde das Schiffbauunternehmen 1889 in Hamburg-Bergedorf. Anfangs betrieb der Firmengründer Wilhelm Menzer den Neubau von gewerblichen und behördlichen Motorbooten sowie eine Schiffsreparatur auf zwei kleinen und einem 200-Tonnen-Slip. Schon bald begann der Schiffbaumeister Menzer auf seiner am Schleusengraben in Stadtnähe angesiedelten Werft nicht nur Holzbauten zu bearbeiten, sondern schwenkte auf Eisen- und Stahlschiffsbau um. Wilhelm Menzer starb früh, so dass sein erst 23-jähriger Sohn Ernst die Werft 1913 übernehmen musste. Während des Ersten Weltkriegs diente Ernst in der Armee und musste seine Werft für vier Jahre schließen. 1919 begann er mit dem Bau von Motorschleppern und Barkassen.

Erweiterung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 1927 erweiterte Menzer sein Unternehmen um einen Zweigbetrieb in Geesthacht, in dem in der Hauptsache Motor- und Schleppkähne gebaut wurden. Die Jahre von 1930 bis 1933 waren durch eine tiefgreifende Schiffbaukrise gekennzeichnet. Zudem brannte der Geesthachter Betrieb 1932 nahezu komplett aus, wurde aber wieder aufgebaut.

Ab 1933 folgte ein wirtschaftlicher Aufschwung und ab 1935 galt die Werft als eine der führenden Werften in Entwicklung und Bau moderner Binnenmotorschiffe. Menzer trieb bis zum Beginn des Zweiten Weltkriegs vor allem die Einführung eines Tunnels zur Verbesserung des Vortriebs voran. Außerdem entstanden zahlreiche Tankleichter, die zumeist in den Export gingen.

Der Bergedorfer Betrieb fuhr bis 1938 mit dem Bau von Schleppern und Barkassen fort, bis auch er einem Feuer zum Opfer fiel und erneut aufgebaut werden musste. Während der Kriegsjahre entstanden in Bergedorf und Geesthacht hauptsächlich Versorgungsfahrzeuge für die Kriegsmarine.

Nachkriegszeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachdem in den Jahren 1949/50 zwei Küstenmotorschiffe bei Menzer vom Stapel gelaufen waren, setzte die Werft wieder weitgehend auf ihr altes Bauprogramm. 1956 übernahmen die beiden Menzer-Söhne das Unternehmen. Wilhelm Menzer leitete den Betrieb in Geesthacht, sein Bruder Kurt führte die Arbeit in Bergedorf fort. Im Laufe der folgenden Jahre verschob sich die Bedeutung innerhalb des Unternehmens immer mehr vom Bergedorfer Betrieb, der bald nur noch als Reparaturwerft genutzt wurde, zur Geesthachter Werft, da diese besser für die wachsenden Schiffsgrößen ausgerüstet war. Später entstanden dort außer vielen Binnenschiffen auch zahlreiche Seeschiffe.

1982 ging der Geesthachter Betrieb mit seiner 90-köpfigen Belegschaft beim Bau eines Containerschiffes mit 7000 Ladetonnen in Konkurs und wurde von der Firma Bor-Offshore GmbH übernommen. Der Nachfolgefirma war kein langes Leben beschieden. Der Menzer Platz am Geesthachter Hafen erinnert heute an die Werft.

In Bergedorf wurden weiterhin Schiffe gebaut und repariert. Mit Wirkung zum 31. Dezember 1999 wurde leider auch diese Werft wegen fehlender Aufträge geschlossen. Wenn man heute mit dem Boot den großen Baumarkt in Bergedorf am Schleusenkanal anläuft, dann befindet man sich auf dem ehemaligen Werftgelände.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Detlefsen, Gert Uwe: Vom Ewer zum Containerschiff. Die Entwicklung der deutschen Küstenmotorschiffe. Koehlers Verlagsgesellschaft, Herford 1983, ISBN 3-7822-0321-6.
  • Boie, Cai: Schiffbau in Deutschland 1945-52. Die verbotene Industrie. 1. Auflage. Verlag Gert Uwe Detlefsen, Bad Segeberg und Cuxhaven 1993, ISBN 3-928473-11-5.