Schlacht bei Näfels

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Schlacht bei Näfels
Das Schlachtdenkmal in Näfels
Das Schlachtdenkmal in Näfels
Datum 9. April 1388
Ort Näfels im Kanton Glarus, Schweiz
Ausgang Sieg der Eidgenossenschaft
Konfliktparteien
Austria coat of arms simple.svg Habsburg:
Albrecht III., Herzog von Österreich
Schweizerische Eidgenossenschaft:

Wappen Glarus matt.svg Glarus
Wappen des Kantons Schwyz.svg Schwyz
Wappen Uri matt.svg Uri

Befehlshaber
Donat von Toggenburg
Hans von Werdenberg
Truppenstärke
ca. 6000 ca. 650
Verluste
ca. 1700 ca. 55

Die Schlacht bei Näfels im Kanton Glarus in der Schweiz fand am Donnerstag, 9. April 1388 statt. Sie war die letzte Schlacht des Konfliktes zwischen den Habsburgern und den Eidgenossen.

Vorgeschichte[Bearbeiten]

Nach der Schlacht bei Sempach (9. Juli 1386) zogen die Eidgenossen vor das habsburgische Städtchen Weesen am Walensee und besetzten es. Auch die Glarner erhoben sich gegen die Habsburger, denn diese besassen im Glarnerland noch Rechte. Die Glarner zerstörten die Burg Windegg und beschlossen in einer Landsgemeinde am 11. März 1387 ihr erstes eigenes Landgesetz. Dieser Beschluss bedeutete die Loslösung von der habsburgischen Herrschaft.

Die Habsburger liessen sich dies nicht gefallen und überfielen im Februar 1388 die Stadt Weesen. In der Nacht liessen habsburgfreundliche Bürger habsburgisches Kriegsvolk in die Stadt. Die eidgenössische Besatzung wurde im Schlaf überrascht und in der Mordnacht von Weesen getötet.

Die Schlacht[Bearbeiten]

Darstellung der Schlacht in der Spiezer Chronik

Das in Weesen zusammengezogene habsburgische Heer von 600 Mann zu Pferd und gegen 6000 Mann Fussvolk brach ins Linthtal ein und überrannte am 9. April 1388 die von nur 300 Glarnern verteidigte Linie (Letzimauer). Die Habsburger drangen darauf plündernd das Tal hinauf und überfielen Näfels, Mollis, Netstal und Glarus. Die herbeigeeilten Glarner, verstärkt durch einige Urner, Schwyzer und Männer aus Unterwalden, die trotz Schnee und Regen über den Pragelpass herbeigeeilt waren, sammelten sich hinter Näfels am Rautiberg. Als die habsburgischen Hauptleute diese kleine Streitmacht erblickten, zogen sie ihre Truppen, die bereits mit Plündern beschäftigt waren, zusammen und griffen die etwa 600 Eidgenossen an. Steine und Felsblöcke wurden darauf in die Reitertruppe der Habsburger geworfen. Die Glarner benutzten die Verwirrung bei den Feinden und trieben sie in die Flucht; viele von ihnen starben im Sumpf bei Weesen.

Nach der Schlacht suchten beide Parteien den Frieden, der zunächst einmal auf sieben Jahre festgesetzt wurde. Bevor er abgelaufen war, wurde er 1394 auf weitere zwanzig Jahre verlängert. Habsburg verzichtete auf alle Rechte in den acht alten Orten und hatte damit den Zugang zu den Alpenpässen verloren.

Seither ist im Kanton Glarus jeder erste Donnerstag im April ein kantonaler Feiertag und es findet die Näfelser Fahrt statt, bei welcher zahlreiche Einwohner zu Fuss nach Näfels ziehen und dort mit einer Feier der Schlacht gedenken. In der Tradition der eidgenössischen Schlachtjahrzeiten spielte die Fahrt eine wichtige Rolle bei der Ausbildung des Glarner Gemeinwesens und Nationalbewusstseins.[1]

Literatur[Bearbeiten]

  • Rainer Hugener: Das älteste gedruckte Lied zur Schlacht bei Näfels. Kommentar und Edition. In: Schweizerische Zeitschrift für Geschichte. Jg. 59, 2009, S. 261–278 (doi:10.5169/seals-99172).

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Näfels, Schlacht bei, Historisches Lexikon der Schweiz

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Schlachtdenkmal bei Näfels – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien