Schloss Atzlricht

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Das Schloss Atzlricht ist ein abgegangenes Schloss in dem Ortsteil Atzlricht der oberpfälzischen Stadt Amberg von Bayern. Das als baufällig eingeschätzte Schloss wurde 1975 abgebrochen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Atzlrich war ein zuerst ein Beutellehen. Als erster Besitzer von Atzlricht wird um 1500 Paulus Schwetzel genannt. Auf ihn folgt 1525 der kurfürstliche Rat und Rentmeister Caspar Hönhammer, der auch das Schloss Gärbershof und das Schloss Spitz in Ammerthal innehatte. Nach seinem Tod († 1548) folgt seine Witwe Margaretha, eine geb. Schwarz; danach ist 1556 Caspar Berthold Hönhammer und 1558 Urban Höhnhammer von Gärbershof der Besitzer. Dann folgt 1608 dessen Schwager, Zacharias von Erckenbrechtshausen. 1605 werden hier Christoph Krazer und seine Schwester Anna Felizitas, die Ehefrau des Zacharias von Erckenbrechtshausen genannt. 1613 sind hier Dr. Walter Steinhauser vom Gärbershof, 1617 Johaneta Gräfin von Ortenburg und 1629 Andre Reitmor als Besitzer genannt.

Im 17. Jahrhundert gelangte Atzlrich an die Familie Gobel von Hofgiebing; Franz Albrecht Freiherr von Gobel hat die heute noch bestehende Filialkirche Maria Schnee in Atzlricht gestiftet. Erst am 27. April 1702 wird Schloss Atzlricht zu einem Landsassensitz erhoben und gelangt in den Besitz von Christian und Wilhelm Gobel, die Söhne des Landrichters Franz Albert Gobel. 1715 war Landrichter Christian Wilhelm Gobel und 1748 dessen Bruder, der kurfürstliche Kämmerer Franz Chrostoph von Gobel, im Besitz des Landsassengutes. Er heiratete die Witwe des Wilhelm von Merz, Hofmarksherr von Ammerthal. In Oberammernthal kam am 21. Oktober 1749 deren Sohn Anton Maria Josef von Gobel zur Welt.

Im 19. Jahrhundert wurde die Hofmark aufgelöst und die Gobel‘schen Güter am 30. Dezember 1823 versteigert.[1] Das Schlossgebäude wurde 1975 wegen angeblicher Baufälligkeit abgerissen, heute steht an seiner Stelle ein Bauernhaus.

Baulichkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der abgegangene Schlossbau war ein zweigeschossiger Walmdachbau. Über dem Eingangsbereich befand sich das Wappen des Landrichters Franz Albert Gobel von Hofgiebing.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Stefan Helml: Burgen und Schlösser im Kreis Amberg-Sulzbach. Druckhaus Oberpfalz, Amberg 1991, S. 43.
  • Karl Wächter, Günter Moser: Auf den Spuren von Rittern und Edelleuten im Landkreis Amberg-Sulzbach. Druckhaus Oberpfalz, Amberg 1992, S. 73.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Versteigerungsedikt über die Gobel’sche Konkursmasse. In: Königlich-baierisches Intelligenzblatt für den Regen-Kreis, 1823, S. 1200f.

Koordinaten: 49° 25′ 52,3″ N, 11° 48′ 6,2″ O