Schloss Langenau

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Schlossgebäude (2009)
Außenansicht der Burganlage

Das Schloss Langenau ist eine ursprüngliche Niederungsburg auf dem Gebiet der Ortsgemeinde Obernhof im Rhein-Lahn-Kreis in Rheinland-Pfalz.

Als Standort für die Befestigung wurde die Mündung des Gelbachs in die Lahn gewählt. Dabei ist die Burg in der Form einer Tiefburg ausgeführt, was ungewöhnlich für die Region ist.

1243 wird die Burg erstmals im Erbe der Gräfin Mechthild von Sayn erwähnt, die es dem Erzbistum Köln vermachte. Der Erzbischof belehnte kurz darauf das Rittergeschlecht derer zu Langenau, Verwandte der Grafen von Laurenburg und damit des frühen Hauses Nassau, mit der Festung. Das Geschlecht behielt die Burg als Ganerbschaft über Jahrhunderte in seinem Besitz.

Die ursprüngliche Burg ließ sich durch einen Damm in eine Wasserburg verwandeln. Heute ist als Bauteil aus dem 13. Jahrhundert lediglich der quadratische Bergfried im romanischen Baustil erhalten. Die übrigen Befestigungen, eine Ringmauer und eine acht Meter hohe Schildmauer mit zwei Flankierungstürmen, weisen Elemente der Gotik auf und entstanden im 14. oder 15. Jahrhundert. Vermutlich bereits ab der Mitte des 14. Jahrhunderts, als die Langenauer die Burg Neu-Langenau als neuen Hauptsitz errichteten, diente die Burg nicht mehr als Rittersitz, sondern in erster Linie als Wirtschaftshof.

1613 erlosch die Familie derer zu Langenau. Mehrere Besitzer der Burg wechselten sich in den folgenden Jahren ab. Ebenfalls im 17. Jahrhundert entstand ein großes Fachwerk-Wirtschaftsgebäude. 1696 erwarb die Händler- und Industriellenfamilie Marioth die Anlage als Wohnsitz und ließ sie bis 1698 zum Schloss umbauen.

1847 wurde die Gräfin Giech, eine Tochter des preußischen Reformministers vom und zum Stein, neue Besitzerin. Sie ließ das Schloss 1851 zu einem Kranken- und Rettungshaus für verwahrloste Kinder umbauen.

Galerie[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Alexander Thon, Stefan Ulrich, Jens Friedhoff: „Mit starken eisernen Ketten und Riegeln beschlossen ...“. Burgen an der Lahn. Schnell & Steiner, Regensburg 2008, ISBN 978-3-7954-2000-0, S. 88-93.

50.3105833333337.8427777777778Koordinaten: 50° 18′ 38,1″ N, 7° 50′ 34″ O