Schloss Neuenbürg

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Schlossgarten Neuenbürg
Torwärterhäuschen
Blick in die Ausstellung "Once upon a time in mass media - Digitale Montagen von Margret Eicher" (2013)
Schloss Neuenbürg - Ansicht von Osten
Schloss Neuenbürg - Innenhof
Schlossberg Neuenbürg - Schloss und St. Georgskirche

Das Schloss Neuenbürg liegt in Baden-Württemberg, 12 km südwestlich von Pforzheim auf einem Umlaufberg der Enz oberhalb von Neuenbürg. Es beherbergt neben einer Gastronomie seit 2001 auch ein Zweigmuseum des Badischen Landesmuseums. Das Museum vermittelt die Regionalgeschichte, z. B. Flößerei im Nordschwarzwald und inszeniert eine „magische“ Schau nach dem Märchen Das kalte Herz von Wilhelm Hauff.

Das Schloss wurde von den Grafen von Vaihingen im 11. Jahrhundert gegründet. Es wurde 1320 von Graf Eberhard I. von Württemberg erworben, der dadurch die Westgrenze nach Baden sichern wollte. Von der mittelalterlichen Burg, die wahrscheinlich bereits die Ausmaße der heutigen Anlage hatte, sind noch erhebliche Reste erhalten.

Herzog Christoph von Württemberg ließ um 1550 das jetzige Schloss errichten. Neuenbürg sollte als Residenz für Mitglieder der herzoglichen Familie dienen. So entstand im 17. Jahrhundert zweimal eine kurzlebige Nebenlinie Württemberg-Neuenbürg. Der Bau besteht bis heute aus zwei schräg aufeinander zulaufenden Hauptflügeln, die im Westen durch eine Brücke, im Osten durch eine Mauer zu einem Viereck verbunden sind.

Trotz mehrerer Anläufe – so wurde 1617 an der Südseite die Bergkuppe eingeebnet und durch den Baumeister Heinrich Schickhardt ein Lustgarten errichtet – wurde Neuenbürg niemals herzogliche Residenz. Während des Dreißigjährigen Krieges wurden 1638 Schloss und Stadt Neuenbürg geplündert, die Menschen vertrieben und die Äcker zerstört. Der Nordflügel wurde nach einem Brand um 1650 in den Jahren 1652 bis 1659 wieder neu aufgebaut, die restlichen Gebäude renoviert. Der Südflügel hat aber noch seine ursprüngliche schlichte dreigeschossige Form eines Zweckbaus der Renaissance. Das Portal am Westtrakt, durch das man heute den Schlosshof betritt, trägt noch gut sichtbar die Jahreszahl 1658.

Schloss Neuenbürg wurde von herzoglichen Beamten bewohnt und war Sitz von Behörden und Ämtern. Bis 2004 war das Staatliche Forstamt hier untergebracht, was durch eine Verwaltungsreform vom Land Baden-Württemberg in das Kreisforstamt des Enzkreises übergegangen ist. Ab 1940 beherbergten die Schlossräume Wohnungen und ein Maleratelier. Ab 1953 hatte der Maler und Bildhauer Hans Ludwig Pfeiffer seine Arbeitsräume im Schloss.

Ausstellungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach umfangreichen Sanierungsarbeiten des Schlossgebäudes und nach der Eröffnung des Museums 2001 sind die Schlossräume öffentlich zugänglich.

Seit 2003 finden im Südflügel jährlich zwei Wechselausstellungen zu kulturhistorischen Themen statt. So gastierten in Schloss Neuenbürg u.a. der Freiburger Cartoonist Peter Gaymann (2009) sowie die Wanderausstellung Duckomenta (2010). Im Forum für zeitgenössische Kunst wurden bis 2013 auch jährlich Kunstausstellungen in Schloss Neuenbürg kuratiert. Zu den ausgestellten Künstlern gehören u.a. Stefan Strumbel, Margret Eicher, Simone Demandt, Christina Kubisch und Sinje Dillenkofer. In der 2008 im Schlosskeller kuratierten Ausstellung "Neue Künstlerkeramik aus der Karlsruher Majolika" wurden Arbeiten u.a. von Ottmar Hörl, Thaddäus Hüppi und Joachim Czichon und Daniel Wagenblast gezeigt.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Inken Jensen: Der Schlossberg von Neuenbürg - Eine Siedlung der Frühlatènezeit im Nordschwarzwald. Materialhefte zur Vor-und Frühgeschichte in Baden-Württemberg 8. Stuttgart 1986, ISBN 3-8062-0747-X
  • Jacqueline Maltzahn-Redling: Der Pferdestall als Atelier-Werkstatt. Hans Ludwig Pfeiffer in Neuenbürg. In: Museum Schloss Neuenbürg. Karlsruhe 2011, ISBN 978-3-937345-51-2
  • Elke Osterloh: Meine Damen und Herren, Sie kommen zu spät, die Herrschaft ist verreist...- Geschichten, Inszenierungen, Exponate. In: Museum Schloss Neuenbürg. Karlsruhe 2011, ISBN 978-3-937345-51-2
  • Peter Rückert: Neuenbürg - Burg, Stadt und Amt im Mittelalter. In: Der Nordschwarzwald. Von der Wildnis zur Wachstumsregion. S. 74–82, Filderstadt 2001, ISBN 3-935129-01-7
  • Harald Schukraft: Herzog Magnus und Herzog Ulrich von Württemberg-Neuenbürg - Zwei Beinahe-Schlossherren. In: Museum Schloss Neuenbürg. Karlsruhe 2011, ISBN 978-3-937345-51-2

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Schloss Neuenbürg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Koordinaten: 48° 50′ 49″ N, 8° 35′ 30″ O