Schneidersitz

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Schneider im Schneidersitz
Holzschnitt aus Jost Ammans Ständebuch von 1568: Der linke Geselle sitzt im Schneidersitz.

Der Schneidersitz oder Türkensitz[1] ist eine Sitzweise mit gekreuzten Beinen.

Herkunft und Grund[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Vorteile der nach dem Beruf des Schneiders benannten Sitzart gegenüber dem Sitzen auf dem Stuhl werden vermutet:

  • Die Schneider (damals nur Männer) saßen beim Nähen auf dem unmittelbar am Werkstattfenster angeschlagenen Tisch, damit die bearbeiteten Stoffteile nicht auf den Fußboden hängen und die bei der Arbeit abfallenden Stoffteile nicht in den Staub fallen.
  • Angeblich erleichterte diese Sitzhaltung das Arbeiten mit besonders schweren Stoffen.
  • Die in der Mitte des Tisches oder an der Wandseite sitzenden Nähknechte nahmen nur wenig des meist knappen Platzes weg und behinderten die Schneidergesellen nicht bei der Arbeit. Unmittelbar am Fenster waren die besten Lichtverhältnisse.

Physiotherapeutische Bedeutung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Schneidersitz kann eine hilfreiche Übung zur Dehnung oder Durchblutung der Oberschenkel und des Beckens sein. Nach Angaben von Physiotherapeuten entspannt die Beibehaltung des Sitzes den Beckenboden, weitet den Querbeckendurchmesser und den Beckeneingang und kann zur Korrektur der Neigung und Stellung des Beckens beitragen. Beim Schneidersitz ist auf einen aufrechten Rücken zur Entspannung der Hüftgelenke zu achten.[2]

Meditation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

im Yoga ist der Schneidersitz (Sukhasana) eine Meditationshaltung für Anfänger. Fortgeschrittene praktizieren den Lotossitz.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Schneidersitz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wiktionary: Schneidersitz – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Oesterreichisches Woerterbuch, 40. Auflage, S. 672, ISBN 3-209-05511-4
  2. http://www.hoppsala.de/index.php?menueID=206&contentID=677