Schottenfelder Kirche

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Laurentiuskirche in der Straßenflucht (2012)
Innenansicht

Die Schottenfelder Kirche, die Pfarrkirche St. Laurenz am Schottenfeld, ist eine römisch-katholische Kirche im 7. Wiener Gemeindebezirk, Neubau, an der Westbahnstraße, Ecke Zieglergasse, im Bezirksteil Schottenfeld.

Architektur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die barockklassizistische Saalkirche mit Turmfassade wurde im Auftrag des Schottenstifts als Grundherrn unter Abt Benno Pointner von 1784 bis 1787 nach den Plänen des Baumeisters Andreas Zach in der Vorstadt Schottenfeld erbaut, 1786 auf den hl. Laurentius geweiht und gleichzeitig zur Pfarrkirche erhoben. Der Fassadenturm wurde 1787 fertig. Die Kirche ist dem Schottenstift inkorporiert, wird allerdings seit 1946 vom Deutschen Orden betreut.

Die Turmfassade zeigt eine große ionische Pilastergliederung über einem hohen Sockel. Das zweijochige platzlgewölbte Langhaus ist im zweiten Joch querschiffartig erweitert. Der zweijochige Chor mit abgerundetem Chorschluss hat beidseitig erkerartig eingebaute Oratorien. Es gibt eine Orgelempore über einer platzlgewölbten Vorhalle. Die Deckenmalereien von 1769 bis 1771 sind von Leopold Schulz, Ignaz Schönbrunner und Anton Roux. Das Bild „Jüngstes Gericht“ über reicher Scheinarchitektur ist von Friedrich Staudinger. Die Glasfenster Jonas und Marienkrönung schuf die Firma Geyling 1905.

Ausstattung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Den Hochaltar schuf von 1784 bis 1786 Benedikt Henrici nach einem Entwurf von Johann Baptist Hagenauer. An der Mensa und den Säulenpostamenten sind Bleireliefs Martyrien der Apostel Petrus und Paulus und Grablegung Christi von Johann Ferdinand Prokop. Das ursprüngliche Altarbild Apotheose des hl. Laurentius von Peter Strudel wurde 1852 im Auftrag von Pfarrer Urban Loritz vom Maler Carl Hemerlein mit einer Darstellung des hl. Laurentius übermalt.

Die heute 26 Register auf zwei Manualen und Pedal umfassende Orgel ist ursprünglich ein Werk von Franz Xaver Krismann aus dem Jahr 1788. Im Jahr 1825 erfolgte ein Umbau durch Jacob Deutschmann. In der Folgezeit wurde die Orgel mehrfach in freizügigster Weise verändert. 1966 erfolgte unter Verwendung des historischen Gehäuses ein weitgehender Umbau durch den Orgelbauer Philipp Eppel. Der originale Spieltisch ist seit 1962 verschollen.[1]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Schottenfelder Pfarrer Urban Loritz (Amtszeit 1850−1881) wurde 1892 bei der Einmündung der Westbahnstraße in den Neubaugürtel nahe der U-Bahn-Station Burggasse-Stadthalle der Urban-Loritz-Platz benannt. Loritz’ Vorgänger als Pfarrer war Honorius Kraus (Amtszeit 1811–1850). Langjährig wirkte hier als Kirchenmusiker Leopold M. Kantner.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Dehio Wien Vorstädte 1993 Neubau, Kirchen, Schottenfelderkirche, S. 282f.
  • Johannes Kellner (Hrsg.): Pfarre Sankt Laurenz am Schottenfeld 1786–1986. Niederösterreichisches Pressehaus, St. Pölten und Wien 1986.
  • Christian Fastl: St. Laurenz am Schottenfeld (Wien). In: Oesterreichisches Musiklexikon. Online-Ausgabe, Wien 2002 ff., ISBN 3-7001-3077-5; Druckausgabe: Band 5, Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Wien 2006, ISBN 3-7001-3067-8.
  • Otto Friedrich Winter: Pfarre St. Laurenz am Schottenfeld 1786–1986. In: Beiträge zur Wiener Diözesangeschichte 28 (1987) Nr. 1, 5.
  • Honorius Ludwig Kraus: Denkbuch der Pfarre und Kirche zum heiligen Laurenz im Schottenfelde. Als Beitrag zur kirchlichen Topographie, und als Ehrenbuch der vorzüglichen Wohlthäter dieser Kirche. Mit einem Anhange: Das Stift Schotten. Gedruckt bei den P. P. Mechitaristen, Wien 1839 (Digitalisat auf Google Books)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Schottenfelder Kirche – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Universität für Musik und darstellende Kunst Wien: St. Laurentius am Schottenfeld; abgerufen am 3. Okt. 2015

Koordinaten: 48° 12′ 6″ N, 16° 20′ 41″ O