Schulkonferenz

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Die Schulkonferenz (in Bayern Schulforum, in Niedersachsen Schulvorstand und in Rheinland-Pfalz Schulausschuss genannt) ist das oberste Mitwirkungs- bzw. Beschlussgremium an Schulen, in dem Lehrer, Eltern und Schüler vertreten sind. Ihre Einrichtung ist in Deutschland in den Schulgesetzen der Länder geregelt. Die Zusammensetzung und die Mitwirkungsrechte dieses Gremiums sind unterschiedlich ausgestaltet.

Heutige Schulkonferenzen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mitglieder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Mindestzusammensetzung sind der Schulleiter, der Elternbeiratsvorsitzende, ein Lehrer sowie (bei weiterführenden Schulen) der Schülersprecher Mitglieder der Schulkonferenz. Je nach Größe der Schule sind die beteiligten Gruppen durch weitere Mitglieder vertreten, wobei Lehrkräfte, Eltern und Schüler entweder in gleicher Stärke repräsentiert sind oder aber eine stärkere Gewichtung auf Seiten der Lehrer oder der Eltern liegt. Oft obliegt dem Schulleiter der Vorsitz.

Aufgaben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Je nach Ländergesetz hat die Schulkonferenz Aufgaben unterschiedlichen Umfangs, welche durch einen Aufgabenkatalog geregelt werden. Wichtige Aufgaben können sein:

  • Unterrichtung über alle für die Schule relevanten Themen
  • Entscheidung über den Finanzhaushalt der Schule
  • Ausübung des Mitwirkungsrechts der Schule bei der Neubesetzung der Schulleiterstelle
  • Einrichtung einer Geschäftsordnung für Klassenpflegschaften bzw. Klassenelternvertretungen
  • Planung und Durchführung von pädagogischen Tagen
  • Mitspracherecht bei Schulausschlüssen von Schülern
  • Beschlüsse über den unterrichtsfreien Samstag und/oder bewegliche Ferientage

Für die Eltern- und den Schülervertreter sind das Informations- und das Anhörungsrecht wichtig. Die Informationen, die hier präsentiert werden, ermöglichen erst eine effektive Elternbeiratsarbeit, da die Interessenlage zwischen Schulträger, Schulbehörden, Lehrkräften und Eltern bzw. Schülern unterschiedlich ist. Die Sitzungen der Schulkonferenz sind nicht öffentlich.

Regelungen in einzelnen Bundesländern[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Baden-Württemberg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Schulkonferenz ist an allen öffentlichen Schulen Baden-Württembergs eingerichtet. Die Zahl der Mitglieder richtet sich nach der Größe der Schule. Seit dem Schuljahr 2014/15 entsenden Lehrer, Eltern und Schüler die gleiche Anzahl an Vertretern in die Schulkonferenz. Die Neuregelung erfüllt eine Ankündigung aus dem Koalitionsvertrag und sieht vor, dass an Schulen mit mindestens 14 Lehrkräften in der Schulkonferenz neben dem Schulleiter, dem Vorsitzenden des Elternbeirates und dem Schülersprecher die Lehrer-, Eltern- und Schülerschaft mit jeweils drei Sitzen vertreten sind. Für kleinere Schulen ist ebenfalls eine paritätische Besetzung geregelt.

Vor diesem Schuljahr hatten die Lehrkräfte gemeinsam mit dem Schulleiter eine Mehrheit. Mit der jetzt beschlossenen Drittelparität kann sich eine Gruppe allein nicht mehr durchsetzen. Entscheidungen, die von der Schulkonferenz beschlossen werden müssen, erfordern nun einen Konsens zwischen Lehrern, Eltern und Schülern und erfahren damit eine breite Legitimation. Schüler, die Mitglied der Schulkonferenz sind, müssen mindestens der siebten Klasse angehören.

Die Schulkonferenz beschließt unter anderem über die Anforderung von Haushaltsmitteln gegenüber dem Schulträger, die Hausordnung, die Durchführung pädagogischer Tage und die Teilnahme an Schulversuchen.

Bei der Besetzung von Schulleiterstellen wird eine vierköpfige Auswahlkommission am Auswahlverfahren für Schulleiterbesetzungen beteiligt. Die Kommission besteht aus jeweils einem Vertreter, den der Schulträger entsendet, und einem Vertreter aus der Schulkonferenz. Hinzu kommen zwei Vertreter der Schulaufsicht. Das Letztentscheidungsrecht der Schulaufsicht über die Stellenbesetzung besteht weiter, damit der beamtenrechtliche Grundsatz der Bestenauslese gewahrt bleibt.

Bayern[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

siehe Schulforum

Berlin[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Schulkonferenz besteht aus 14 Mitgliedern: 4 Elternsprechern, die von der GEV (GesamtElternVersammlung) in die Schulkonferenz gewählt werden, 4 Lehrern, 4 Schülern (in der Grundschule aus den Klassen 5 und 6 mit beratender Stimme), dem Schulleiter und einer außenstehenden Person (z. B. einem Wirtschaftsvertreter). Die Mitglieder werden jeweils für zwei Jahre gewählt.

Die Schulkonferenz bestimmt mit einer Zweidrittelmehrheit u. a. über die Verwendung der zugewiesenen Personal- und Sachmittel, das Schulprogramm und die Dauer der Schulwoche. Mit einfacher Mehrheit wird über Schulversuche, den Unterrichtsbeginn und die Hausordnung abgestimmt. Bei der Neubesetzung von Funktionsstellen (Schulleiter, Konrektor, Abteilungsleiter) kann die Schulkonferenz einen Besetzungsvorschlag machen.[1]

Niedersachsen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

siehe Schulvorstand

Rheinland-Pfalz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

siehe Schulausschuss

Sachsen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Sachsen ist die Schulkonferenz (SK) oberstes Mitwirkungs- und Entscheidungs-/Beschlussgremium. Ihr wird eine außerordentliche Stellung zuteil. Grundlage für die Arbeit der SK ist die "Schulkonferenzverordnung für den Freistaat Sachsen" (SchulKonfVO). In dieser ist festgelegt, dass der Schulleiter, der Vorsitzende des Elternrates und der Schülersprecher immer Mitglieder der Schulkonferenz sein müssen. Dazu kommen 4 weitere Mitglieder aus der Gesamtlehrerkonferenz, 3 gewählte Vertreter aus dem Elternrat und 3 berufene Mitglieder aus dem Schülerrat. Insgesamt gibt es somit 12 stimmberechtigte Personen. Der Schulleiter ist Vorsitzender der SK, aber nicht stimmberechtigt. Der Vorsitzende des Elternrates übernimmt die Funktion des stellvertretenden Vorsitzenden. Er ist stimmberechtigt. Der Schriftführer wird durch den Sitzungsvorsitzenden bestimmt. Die Schulkonferenz ist beschlussfähig, wenn 2/3 der Mitglieder anwesend sind. Bei Abstimmungen genügt die einfache Mehrheit.

Die Schulkonferenz hat zusätzlich zu den oben genannten Funktionen Einfluss auf das Ganztagsangebot und die Hausordnung.

Sachsen-Anhalt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Sachsen-Anhalt nimmt die Gesamtkonferenz (der alle Lehrkräfte einer Schule sowie Vertreter der Eltern und der Schüler angehören) Aufgaben wahr, die in anderen Bundesländern die Schulkonferenz erfüllt. Die Parität (Lehrer : Eltern : Schüler = 2 : 1 : 1), wie sie oft bei einer Schulkonferenz vorkommt, erreicht die Gesamtkonferenz in Sachsen-Anhalt durch eine entsprechend hohe Anzahl von Eltern- und Schülervertretern. Durch die Größe des Gremiums unterscheidet sich die Gesamtkonferenz in Sachsen-Anhalt deutlich von Schulkonferenzen in anderen Bundesländern.[2]

Preußische Schulkonferenzen 1890 und 1900[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ende des 19. Jahrhunderts gab es in Preußen zwei Schulkonferenzen genannte Kongresse. Die Dezember-Konferenz 1890 und die Juni-Konferenz 1900. An diesen Konferenzen nahmen in Berlin Vertreter der Schulverwaltungen, Abgeordnete, höhere Kirchenbeamte, Wissenschaftler und Vertreter einiger Verbände teil. Thema war die Neuorganisation der humanistischen Gymnasien, der Realgymnasien und der Realschulen.[3] Die preußische Mädchenschulkonferenz trat 1906 zusammen.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Elternjahrbuch 2006, Handbuch für Eltern und Elternbeiräte in Baden-Württemberg; Jürgen Borstendorfer, Dr. Johannes Rux, Michael Rux

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Berliner Schulgesetz zur Schulkonferenz (PDF; 96 kB)
  2. vgl. § 5 der Konferenzverordnung vom 2. August 2005 (PDF; 42 kB)
  3. Heinrich Schulz: Zum Lebensabschnitt von 1892-1918. S.17