Schwanenknochenflöte

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Schwanenknochenflöte im Landesmuseum Württemberg

Eine Schwanenknochenflöte ist ein urzeitliches Musikinstrument gefertigt aus Flügelknochen eines Schwanes.

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Altsteinzeitliche (jungpaläolithische) Schwanenknochenflöten zählen zu den ältesten Musikinstrumenten der Menschheit. Fundstellen einer solchen Flöte aus Vogelknochen sind der Hohle Fels und das Geißenklösterle auf der Schwäbischen Alb. Mit den ältesten direkten Nachweisen für Musik wurden die beiden Höhlenfundstellen im Juli 2017 zum Weltkulturerbe erklärt. Die Flöten sind ca. 35.000–40.000 Jahre alt.

Funde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fragmente der ersten Schwanenknochenflöte wurden bereits 1973 im Geißenklösterle bei Blaubeuren gefunden. Die Flöte konnte bereits 1990 aus über 20 Fragmenten zusammengesetzt werden und hat eine Länge von 126,5 mm. Sie hat drei Grifflöcher. Ausgangsmaterial war der Flügelknochen eines Singschwans. Die Flöte hat eine relativ hohe Tonlage: a3, b3, c4, e4, f4.

Im Sommer 2008 wurde eine weitere Flöte aus der Speiche eines Gänsegeiers gefunden. Die Flöte ist 22 Zentimeter lang, besitzt fünf Löcher und eine Einkerbung am Ende.[1]

Weitere Funde – bislang sind acht Flöten bekannt – zeigen, was für eine wichtige Rolle Musik im Leben des Ach- und Lonetals im Aurignacien spielte. Es scheint der Beweis erbracht, dass die Höhlenbewohner diese Instrumente in verschiedenen sozialen und kulturellen Kontexten spielten.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Stephan Heidenreich/Conny Meister/Claus Joachim Kind: Höhlen und Eiszeitkunst der Schwäbischen Alb. Das erste altsteinzeitliche UNESCO-Weltkulturerbe in Deutschland, in: Denkmalpflege in Baden-Württemberg 46. Jg. (2017) Nr. 3, S. 162–169.
  • Nicholas J. Conard: Les flutes aurignaciennes des grottes du Geissenklösterle et du Vogelherd (Jura souabe)/Flöten aus dem Aurignacien der Höhlen Geißenklösterle und Vogelherd auf der Schwäbischen Alb. Les chemins de l’art aurignacien en Europe/Das Aurignacien und die Anfange der Kunst in Europa: Colloque international/Internationale Fachtagung, Aurignac. 2005.
  • Nicholas J.Conard, Maria Malina, Susanne C. Münzel: New flutes document the earliest musical tradition in southwestern Germany. Nature 460.7256 (2009): 737–740.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Urgeschichtliches Museum Blaubeuren: Schwanenknochenflöte, Gänsegeierknochenflöte, Mammutelfenbeinflöte auf urmu.de.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. SPIEGEL ONLINE, Hamburg Germany: Schwäbische Alb: Forscher entdecken ältestes Musikinstrument der Welt - SPIEGEL ONLINE - Wissenschaft. 24. Juni 2009, abgerufen am 29. August 2017.