Schwarze Bohnenmuschel

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Schwarze Bohnenmuschel
Naturalis Biodiversity Center - ZMA.MOLL.176641 - Musculus niger (Gray, 1824) - Mytilidae - Mollusc shell.jpeg

Schwarze Bohnenmuschel (Musculus niger)

Systematik
Ordnung: Mytilida
Überfamilie: Mytiloidea
Familie: Miesmuscheln (Mytilidae)
Unterfamilie: Musculinae
Gattung: Musculus
Art: Schwarze Bohnenmuschel
Wissenschaftlicher Name
Musculus niger
(Gray, 1824)
Schwarze Bohnenmuschel, Illustration

Die Schwarze Bohnenmuschel (Musculus niger) ist eine Muschel-Art aus der Familie der Miesmuscheln (Mytilidae).

Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gehäuse ist grob eiförmig mit einem stark gewölbten Dorsalrand und einem schwach gewölbten Ventralrand. Es wird bis etwa fünf Zentimeter lang, in Ausnahmefällen auch bis sieben Zentimeter. Der Wirbel befindet sich nahe dem Vorderende. Der vordere Schließmuskeleindruck ist lang, schmal und gebogen, der hintere Schließmuskel ist deutlich größer und breiter. Die Mantellinie ist nicht eingebuchtet. Das Schloss weist keine Zähne auf. Zwei radiale Felder gehen vom Wirbel aus, ein vorderes und ein hinteres Feld. Das vordere Feld weist 20 bis 25 radiale Rippen auf, das hintere Feld 40 bis 60 radiale Rippen. Der Gehäuserand ist im Bereich der Rippenfelder gekerbt. Die Grenze zwischen dem nicht berippten Mittelfeld und dem hinteren berippten Feld ist nicht scharf ausgeprägt. Die Anwachsstreifen sind nur schwach ausgebildet. Das Periostracum ist bei juvenilen Exemplaren gelblich, im Alter wird es zunehmend dunkler braun bis fast schwarz. Wird das Periostracum entfernt, ist die Schale gelb- bis violettbraun. Die perlmuttrige Innenseite ist dunkelblau bis violett gefärbt, angewitterte Klappen glänzen innen silbrig.

Ähnliche Arten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Schwarze Bohnenmuschel ist deutlich größer als die Grüne Bohnenmuschel (Musculus discors) und die Marmorierte Bohnenmuschel (Modiolarca marmorata). Der Wirbel der Schwarzen Bohnenmuschel sitzt nicht soweit am Vorderende wie der Wirbel bei den genannten beiden Arten. Im Gegensatz zur Grünen Bohnenmuschel ist der Übergang vom mittleren zum hinteren Feld nicht kielartig ausgeprägt. Sowohl im vorderen wie auch im hinteren Rippenfeld sind mehr Rippen vorhanden.

Geographische Verbreitung und Lebensweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Schwarze Bohnenmuschel kommt in den Randbereichen des Nordatlantik und des Nordpazifik vor. Die Muscheln leben dort auf sandigen Schlick- oder schlickigen Sandböden von etwa 7 Meter Wassertiefe bis etwa 90 Meter Wassertiefe. Sie kommen auch in der Nordsee, dort bis etwa 75 Meter Wassertiefe, und in der westlichen Ostsee, hier von etwa 10 Meter bis 28 Meter Wassertiefe vor.

Die Tiere verankern sich mit Byssusfäden an Steinen oder Algen. Besonders ältere Exemplare sind regelrecht in ein Byssusgespinst eingehüllt.

Entwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Eier werden nicht in das freie Wasser abgegeben, sondern werden in gallertige Eischnüre eingehüllt und in ein Gebilde aus Byssusfäden abgelegt. Die Eier messen 0,52 × 0,36 mm und sind sehr dotterreich.[1] Es werden keine freischwimmenden Larven gebildet, sondern die Jungmuscheln gehen nach dem Verlassen der Eischnüre rasch zum Bodenleben über.

Taxonomie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Taxon wurde 1824 von John Edward Gray als Modiola nigra in die wissenschaftliche Literatur eingeführt.[2] Er gab aber keine Beschreibung des neuen Taxon, sondern verwies dabei auf zwei ältere Arbeiten. Das World Register of Marine Species führt das Taxon als gültige Art.[3]

Belege[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • S. Peter Dance, Rudo von Cosel (Bearb. der deutschen Ausgabe): Das große Buch der Meeresmuscheln. 304 S., Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart, 1977 ISBN 3-8001-7000-0 (S. 227)
  • Fritz Nordsieck: Die europäischen Meeresmuscheln (Bivalvia). Vom Eismeer bis Kapverden, Mittelmeer und Schwarzes Meer. 256 S., Gustav Fischer Verlag, Stuttgart 1969 (S. 35)
  • Guido Poppe und Yoshihiro Goto: European Seashells Volume 2 (Scaphopoda, Bivalvia, Cephalopoda). 221 S., Verlag Christa Hemmen, Wiesbaden 1993 (2000 unv. Nachdruck), ISBN 3925919104 (S. 51)
  • Rainer Willmann: Muscheln und Schnecken der Nord- und Ostsee. 310 S., Neumann-Neudamm, Melsungen 1989, ISBN 3-7888-0555-2 (S. 102)

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Mary Ann Gilbert: The Discordant Mussel (Musculus Discors) and the Little Black Mussel (Musculus Niger) in Maine and Their Relevance to the Critical Areas Program. 26 S., Maine State Planning Office, 1977 Schnipsel bei Google Books
  2. John Edward Gray: Shells. In: Parry W.E. (Hrsg.): Supplement to Appendix, Parry's Voyage for the Discovery of a north-west passage in the years 1819-1820, contaning an account of the subjects of Natural History. London: John Murray Appendix 10, Zool.: 240-246, 1824 Online bei www.biodiversitylibrary.org (S.CCXLIV = 244)
  3. World Register of Marine Species

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Schwarze Bohnenmuschel (Musculus niger) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien