Schwarzplan

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Schwarzplan mit dichter Innenstadtbebauung.
Schwarzplan von Berlin.

Der Schwarzplan ist ein Instrument der Stadtplanung zur Darstellung von Gebäuden in einem ausgewählten Planausschnitt. Alle anderen Planelemente wie beispielsweise Straßen, Vegetation oder Gewässer werden ausgeblendet. Durch diese Modifikation kann klar zwischen bebauter (schwarz dargestellt) und unbebauter Fläche (weiß dargestellt) unterschieden werden. Mit Hilfe dieses Planes lässt sich die Stadtmorphologie und deren Entwicklung untersuchen. Als eine der ersten Darstellungen dieser Art bzw. als Vorläufer davon gilt das Planwerk La Nuova Topografia di Roma (die neue Topographie von Rom) von Giovanni Battista Nolli aus dem Jahr 1748.

Ziel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Analyse städtebaulicher Strukturen wird der Schwarzplan als Werkzeug der Stadtplanung und teilweise auch Landschaftsplanung verwendet. Er bildet Dichte und Körnung der raumbildenden Baumassen einer Stadt anschaulich ab.[1] Anhand des Schwarzplans ist die Bebauungsstruktur in Form von offener und geschlossener Bebauung ablesbar. Die Stadtbausteine – wie Block, Reihe, Zeile und Solitär – können anhand des Plans räumlich zugeordnet werden. Die unterschiedlichen Gebäudetypen sind im Schwarzplanes klar ablesbar. Er stellt beispielsweise freistehende Ein- und Zweifamilienhäuser, Reihenhäuser, Geschosswohnungsbauten und Sonderbauten dar. Die Disposition und Lage der Gebäude und des umgebenden Freiraums sind dem Schwarzplan zu entnehmen. Der Plan gibt Aufschluss über die jeweilige Bebauungsstruktur und zeigt die vorhandenen Gebäudetypologien auf. Er visualisiert zudem Raumkanten und Raumwirkungen.[2] Da dem Plan nichts hinzugefügt wird und er formal stark reduziert ist, stellt er eine plakative Infografik dar.[1]

Schwarzplan Grün[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Schwarzplan Grün stellt die Grundrisse und Grundformen der urbanen Landschaftsarchitektur dar. In diesem Plan werden Freiraumtypen wie Gärten, Vorgärten, Grünflächen, Baumscheiben, Verkehrsinseln, Böschungen und Abstandsgrün als schwarze Flächen visualisiert, sofern sie sich als Bestandteil oder Grenzelement des öffentlichen Raumes der Straßen, Plätze und Gewässer definieren lassen. Der Schwarzplan Grün zeigt als Objekttextur die Netztextur des städtischen Grün- und Freiraums.[3]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Inga Mueller-Haagen, Jörn Simonsen, Lothar Többen: Die DNA der Stadt. Ein Atlas urbaner Strukturen in Deutschland. Mainz : Hermann Schmidt, 2014

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Inga Mueller-Haagen, Jörn Simonsen, Lothar Többen: Die DNA der Stadt: Ein Atlas urbaner Strukturen in Deutschland. Hermann Schmidt, Mainz 2014, ISBN 978-3-87439-852-7, S. 12–13.
  2. Vorlesung und Übung. Technische Universität Darmstadt, Fachgebiet Entwerfen und Stadtentwicklung, abgerufen am 28. Juli 2019.
  3. Schwarzplan Grün. Technische Universität München, Fachgebiet Landschaftsarchitektur regionaler Freiräume, abgerufen am 28. Juli 2019.