Sell-in-May

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Der Sell-in-May Effekt bezeichnet das Phänomen überdurchschnittlich hoher Kapitalmarktrenditen in den Monaten Oktober bis April. Die zeitliche Einordnung kann jedoch leicht abweichen. Beim Sell-in-May Effekt handelt es sich um eine Kapitalmarktanomalie.

Verwandte Begriffe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Zusammenhang mit dem Sell-in-May-Effekt wird oft auch von Halloween-Effekt, Wintereffekt oder Jahresendrallye gesprochen. Die Bezeichnung Halloween-Effekt steht in Verbindung mit dem gleichnamigen Brauchtum zum 31. Oktober, welches den Umbruch zwischen Sommer- und Wintermonaten definiert.[1] Der Ausdruck Sell-in-May-Effekt ist auf eine Börsenweisheit zurückzuführen. Eine gängige Fortführung ist: "Sell in May and go away, but remember to come back in September." (Verkaufe im Mai, aber vergiss nicht, im September wieder zu kaufen.)[2]

Nachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine Internationale Untersuchung bestätigt die Existenz des Wintereffekts auf den Kapitalmärkten zahlreicher Länder. Mit Ausnahme von Neuseeland konnten in allen 37 Ländern überdurchschnittliche Renditen in den Wintermonaten erzielt werden. Untersucht wurden (soweit vorhanden) Kapitalmarktdaten von 1970 bis 1988.[3]

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein wesentlicher Kritikpunkt ist die Anhäufung von Kapitalmarktschocks (u. a. etwa die Rubelkrise) in der Sommerperiode und der sogenannte Januareffekt, welcher die durchschnittliche Performance der Wintermonate verbessern könnte. Tatsächlich sank die durchschnittliche Überrendite der Wintermonate am amerikanischen Aktienmarkt nach Korrektur dieser Effekte von 1,0349 % auf 0,6205 %.[4]

Wirtschaftliche Bedeutung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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was ist mit Saison-Zertifikate (Zertifikate ist BKL) gemeint?

Trotz der Kritik weisen einige Arbeiten selbst unter Berücksichtigung von Kapitalmarktschocks, des Januareffekts und Transaktionskosten auf die Profitabilität einer entsprechenden Investmentstrategie hin.[5] Im direkten Vergleich einer Sell-in-May-Strategie gegenüber einer Buy-and-Hold-Strategie zeigte erstere eine geringfügig bessere Performance.[6] Nicht zuletzt aufgrund dieser Ergebnisse bieten zahlreiche Finanzdienstleister Investmentstrategien auf Basis des Wintereffekts an. Eine weit verbreitete Form stellen (Saison-) Zertifikate dar. Dabei handelt es sich um Index-Zertifikate auf Basis spezieller Saisonindizes. Bei dieser so genannten Sell in Summer-Strategie wird der Indexwert eines bekannten Leitindex (z. B. DAX) während der Sommermonate eingefroren. In den übrigen Monaten partizipiert ein solcher Saisonindex voll an der Wertentwicklung des verwendeten Leitindexes.[7][8] Generell, aber vor allem bei Zertifikaten ist darauf zu achten, dass Transaktionskosten, Gebühren und versteckte Kosten die Erträge stark beeinflussen können.[9]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Salm, C., & Siemkes, J. (2009). Persistenz von Kalenderanomalien am deutschen Aktienmarkt. FINANZ BETRIEB(7+8), S. 414–418.
  2. Bouman, S., & Jacobsen, B. (Dezember 2002). The Halloween Indicator, "Sell in May and Go Away": Another Puzzle. The American Economic Review, S. 1618–1635.
  3. Bouman, S., & Jacobsen, B. (Dezember 2002). The Halloween Indicator, "Sell in May and Go Away": Another Puzzle. The American Economic Review, S. 1618–1635.
  4. Maberly, E. D., & Pierce, R. M. (April 2004). Stock Market Efficiency Withstands another Challenge: Solving the “Sell in May/Buy after Halloween” Puzzle. Econ Journal Watch, S. 26–46.
  5. Haggard, K. S., & Witte, H. D. (Dezember 2010). The Halloween effect: Trick or treat? International Review of Financial Analysis, S. 379–387.
  6. Moskalenko, E., & Reichling, P. (2008). “Sell in May and Go Away” on the Russian Stock Market. In P. Reichling, H. Gischer, & T. Spengler, Transformation in der Ökonomie (S. 257–267). Wiesbaden: Gabler- Verlag.
  7. HVB Europa Saison Price Index (ISNI DE000A0C4F63)
  8. DAXplus Seasonal Strategy (ISNI DE000A0C4BV8)
  9. (2008). 1.6.3 Kosten. In J. Schlütz, C. Springer, & A. Seipel, Financial Planning 3: Anlageinstrumente (S. 72–76). Stuttgart: Schäffer- Poeschel Verlag.