Seraphisches Liebeswerk

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Das Seraphische Liebeswerk ist das Kinderhilfswerk des Kapuzinerordens.

Das Hilfswerk wurde 1889 von Cyprian Fröhlich, einem bayerischen Kapuzinerpater, zusammen mit den Vorständen des weltlichen Drittordens, Barbara Hartmann und Friedrich Kleckner, im Kapuzinerkloster in Ehrenbreitstein gegründet.[1] Die Anregung dazu kam von Matthäus Müller, dem damaligen Direktor der „Knaben-Rettungsanstalt“ in Marienhausen und Redakteur des „Franziskusblattes“.[2] Ziel des Vereins war es, den zahlreichen „armen und verwahrlosten Kindern“, die „religiös oder sittlich gefährdet“[3] waren, Unterkunft, Versorgung und Ausbildung zu bieten. Im Juli 1893 teilte sich das Liebeswerk in eine Norddeutsche und Süddeutsche Abteilung. Im selben Jahr gründete Fröhlich das „St. Franziskushaus“ in Altötting, das erste eigene Kinderheim in Süddeutschland.

Portal zum Seraphischen Liebeswerk in Ehrenbreitstein
Seraphisches Liebeswerk Solothurn (Antoniushaus)

Verbreitung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pater Cyprian konnte bis zu seinem Tod im Jahr 1931 solche Werke in insgesamt zehn Ländern Europas und in den USA mit 41 eigenständigen Abteilungen ins Leben rufen. Heute lebt und wirkt das SLW nur noch in den deutschsprachigen Ländern weiter. Außer den beiden Abteilungen in Deutschland gibt es Liebeswerke in Südtirol, Österreich und der Schweiz:

  • Stiftung Seraphisches Liebeswerk Altötting
  • Seraphisches Liebeswerk Altötting e.V.
  • Seraphisches Liebeswerk Koblenz
  • Seraphisches Liebeswerk Meran
  • slw Soziale Dienste der Kapuziner (Tirol und Salzburg)
  • slw Soziale Dienste der Kapuziner, Sektion Vorarlberg und Liechtenstein
  • Kinder- und Jugendhilfe St. Gallen, vormals Seraphisches Liebeswerk St. Gallen
  • Seraphisches Liebeswerk Luzern
  • Seraphisches Liebeswerk Solothurn
  • Seraphisches Liebeswerk Wien

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Gerda Baumann, Yvonne Züger: Hundert Jahre Kinder- und Jugendhilfe Seraphisches Liebeswerk Sankt Gallen: von der Laienhilfe zur professionellen Sozialarbeit.Ostschweizerische Schule für Sozialarbeit, Diplomarbeit Sankt Gallen 1990.
  • P. Cyprian Fröhlich: Das Leben in einer katholischen Erziehungsanstalt für arme Kinder. Seraphisches Liebeswerk Altötting 1909.
  • P. Cyprian Fröhlich: Fünfundzwanzig Jahre im Dienste des göttlichen Kinderfreunds. Eine Geschichte des seraphischen Liebeswerks und eine Zeitgeschichte. Seraphisches Liebeswerk Altötting 1914.
  • Wolf Gaudenz: 50 Jahre Seraphisches Liebeswerk Luzern 1894-1944. Brunner-Schmid Luzern 1944.
  • P. Emmeram Glasschröder: 50 Jahre im Dienste des göttlichen Kinderfreunds. Festschrift zum Jubiläum des Seraphischen Liebeswerks e.V. Mandr. München 1939.
  • Geschichte und Aufgaben des Seraph. Liebeswerkes in Karpatho-Rußland. Niedermayer & Lutz Neuötting 1928.
  • P. Heinrich Grumann: Seraphisches Liebeswerk Altötting 1889-1989. Festschrift zum 100jährigen Bestehen des Seraphischen Liebeswerks Altötting 1989. Seraphisches Liebeswerk Altötting 1989.
  • Andreas Henkelmann: Caritasgeschichte zwischen katholischem Milieu und Wohlfahrtsstaat: das Seraphische Liebeswerk(1889 - 1971). Schöningh Paderborn et al. 2008.
  • Angelica Hilsebein, et al.: "'Rettet Kinder!' Das Seraphische Liebeswerk". Unser Kloster ist die Welt. Franziskanisches Wirken vom 19. Jahrhundert bis in die Gegenwart. Ausstellungskatalog. Paderborn 2012; 40–45.
  • Schwesterngemeinschaft SLS Antoniushaus Solothurn: Sich mit Gott und den Menschen einlassen: 70 Jahre Seraphisches Liebeswerk Solothurn. SLS Solothurn 1989.
  • P. Alexander Senftle: Das Seraphische Liebeswerk. Studie über die soziale Tätigkeit des Kapuzinerordens. Zul.Arbeit Münster 1954.
  • Seraphisches Liebeswerk Graubünden: 100 Jahre Seraphisches Liebeswerk Graubünden 1896 - 1996: Kinder- und Jugendhilfe. SLW Graubünden Domats-Ems 1996.
  • Seraphisches Liebeswerk Solothurn 1919-1969. Seraphisches Liebeswerk Solothurn 1969.
  • Karin von Wartburg: "Caritas Christi urget nos". Das Seraphische Liebeswerk und seine Fürsorgetätigkeit in der Zwischenkriegszeit. Liz.-Arb. Basel 2004

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Cyprian Fröhlich: Fünfundzwanzig Jahre im Dienste des göttlichen Kinderfreunds. Eine Geschichte des Seraphischen Liebeswerkes und eine Zeitgeschichte. Seraphisches Liebeswerk, Altötting 1914, S. 15–17.
  2. Fest-Zeitung zum 25jähigen Jubiläum des Ser. Liebeswerkes in Altötting verbunden mit Rompilgerzug. Seraphisches Liebeswerk Altötting 1914; 3
  3. Gaudentius Koch: Für alle Abnehmer des Buches von der Schöpfung bis zum Himmelsreich […]. In: Das Große Leben Christi oder Ausführliche, andächtige und bewegliche, ganz Vollkommene Beschreibung Des allerheiligsten Lebens und bittern Leidens Unseres Herrn Jesu Christi Und seiner glorwürdigsten Lieben Mutter Mariae […]. Dargestellt durch Pater Martinus von Kochem, Kapuziner. (Bernkastel 1689) Neu herausgegeben von Pater Gaudentius Koch, desselben Ordens, unter dem Titel Das Buch von der Schöpfung bis zum Himmelreich […]. Sankt-Augustinus-Verlag, Franz W. Drees, Köln am Rhein/München 1912, S. XLII.