Sex flush

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Als Sex flush oder Sex-flush (flush hier für englisch Erröten) bezeichnet man während der sexuellen Erregung auftretende Hautrötungen, die insbesondere im Gesicht, auf Bauch, Brust und Rücken auftreten, speziell während der Plateau- und Orgasmusphase des sexuellen Reaktionszyklus. Sie werden häufiger bei Frauen als bei Männern beobachtet.[1]

Allgemeines[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der sexuelle Reaktionszyklus wird in die Phasen von Erregung, Plateau, Orgasmus und Rückbildung unterteilt. Der Sex flush kann, muss aber nicht in der Plateauphase auftreten, seinen Höhepunkt in der Orgasmusphase erreichen[2] und in der Rückbildungsphase wieder verschwinden.[3] Er ist auf eine Vasokongestion der Haut zurückzuführen und kann auch den ganzen Körper betreffen.[4] Während der sexuellen Erregung wird Blut aus tieferen Körperregionen zur Oberfläche, also der Haut, hin verteilt und löst bei hoher Intensität der Erregung den Sex flush aus.[5] Im höheren Lebensalter wird dieser seltener[6] bzw. lässt nach.[7]

Unterschiede zwischen den Geschlechtern[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Während der Sex flush bei Männern nur in der Plateauphase zu beobachten ist, kann er bei Frauen bereits in der späten Erregungsphase auftreten.[8]

Bei beiden Geschlechtern sind Gesicht, Stirn, Hals und Brustkorb betroffen, bei Frauen jedoch zusätzlich der Unterbauch, die Schenkel, der untere Rücken und das Gesäß.[8] Der Sex flush beginnt bei Frauen häufig in der Hautregion des Oberbauchs und breitet sich über den Oberkörper und die Brüste aus. Gesicht und Hals können ebenso betroffen sein, bei intensiv reagierenden Frauen röten sich auch die Haut des Unterbauchs, der Schultern und Ellbogen, sowie mit dem Eintreten des Orgasmus Schenkel, Gesäß und Rücken, in Einzelfällen des ganzen Körpers. Auch Männer reagieren in der Reihenfolge Oberbauch, Brustkorb, Hals, Gesicht, sowie gelegentlich mit einer Rötung der Schultern, Unterarme und Schenkel.[5]

Das Phänomen betrifft einer Studie zufolge etwa 75 % der Frauen und 25 % der Männer, aus unbekannten Gründen jedoch durchaus nicht jeden, der ein intensives Sexualleben führt. In kühlerer Umgebung wird es eher seltener auftreten als im Warmen.[9]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Lexikon der Psychologie: sex-flush. In: Spektrum der Wissenschaft Verlagsgesellschaft. 2000, abgerufen am 7. Dezember 2014.
  2. Peer Briken, Michael Berner: Praxisbuch Sexuelle Störungen: Sexuelle Gesundheit, Sexualmedizin, Psychotherapie sexueller Störungen. Georg Thieme Verlag, Stuttgart 2013, ISBN 978-3-13-171261-5, S. 33 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  3. Janet L. Davies, Ellen Hastings Janosik: Mental Health and Psychiatric Nursing: A Caring Approach. Jones & Bartlett Learning, Burlington, MA 1991, ISBN 978-0-86720-442-1, S. 374 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  4. Edwin Benzel Steen, James Harold Price: Human Sex and Sexuality. Courier Corporation, N. Chelmsford, MA 1988, ISBN 978-0-486-25544-6, S. 344 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  5. a b Desmond Morris: The Naked Ape: A Zoologist's Study of the Human Animal. Random House, New York City 2010, ISBN 978-1-4070-7239-5, S. 38 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  6. Edwin Benzel Steen, James Harold Price: Human Sex and Sexuality. Courier Corporation, N. Chelmsford, MA 1988, ISBN 978-0-486-25544-6, S. 95 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  7. Janell Carroll: Sexuality Now: Embracing Diversity. Cengage Learning, Boston 2012, ISBN 978-1-111-83581-1, S. 262 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  8. a b Jerrold Greenberg, Clint Bruess, Sarah Conklin: Exploring the Dimensions of Human Sexuality. Jones & Bartlett Learning, Burlington, MA 2010, ISBN 978-0-7637-7660-2, S. 157 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  9. Desmond Morris: The Naked Woman. Random House, New York City 2011, ISBN 978-1-4464-4884-7, S. 150 f. (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).