Single Heading Flight

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Single Heading Flight (dtsch. Fliegen mit konstantem Luvwinkel) bedeutet ein konstantes Vorhalten gegen Seitenwind. Es ist eine Methode der meteorologischen Navigation, die für einen Langstreckenflug mit einer einzigen Faustformel den Einfluss von möglichem Gegenwind minimiert und auch bei starken Seitenwinden präzise zum Ziel führt.

Während man beim Vorausberechnen einer „Minimum time route“ den genauen, veränderlichen Verlauf von Hoch- und Tiefdruckgebieten kennen muss, um möglichst wenig Treibstoff zu verbrauchen, benötigt das Single Heading Flight nur eine Voraussage des Luftdrucks am Zielflughafen. Wegen des barischen Windgesetzes hängt der mittlere Seitenwind nur vom gesamten Druckunterschied Start-Ziel ab, sodass sich daraus bereits die mittlere Abdrift ergibt.

Das Verfahren ist nicht nur einfach und teilweise sogar intuitiv einsetzbar, sondern auch unempfindlich gegen die schnelle Verlagerung mancher Tiefs. Wechselt ein solches nämlich während eines stundenlangen Flugs auf die andere Seite der geplanten Flugroute, wird dort die berechnete „Minimum time/energy route“ äußerst nachteilig.

Das einzige Manko des S.H.F. ist, dass für stark beflogene Strecken ein genauer Flugplan einzureichen ist – weshalb die Unabhängigkeit von meteorologischen Unwägbarkeiten nur mehr die Anwendung des Single Heading über Ozeanen oder südlichen Ländern erlaubt.

Eine ähnliche Methode kann auch bei Segelregatten angewendet werden. Nicht immer führt nämlich die beste Vorausberechnung der Windverhältnisse zum Sieg, sondern auch die wetterkundliche Erfahrung und die Intuition haben ihren Platz.