Skarn

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Dünnschliff eines Skarns unter dem Mikroskop

Als Skarn wird eine Gruppe überaus heterogener Gesteine metamorphen oder metasomatischen Ursprungs bezeichnet, welche sich durch ihre mineralogische Zusammensetzung mit vielen calciumreichen Silikaten auszeichnen. Sie entstehen oftmals bei der Intrusion von Magmen in karbonatreiche Gesteinsschichten wie beispielsweise Kalkstein oder Dolomit, können aber prinzipiell in den meisten Gesteinen auch ohne magmatische Prozesse entstehen. Skarne sind häufig auftretende Gesteine, allerdings ist ihre Erstreckung meist gering und reicht von Zentimeter bis zu mehrere Kilometer messende Körpern. Skarne sind oftmals vererzt und können bedeutende Erzlagerstätten für eine Vielzahl von Metallen bilden.

Gesteinsbeschreibung und Mineralbestand[Bearbeiten]

Skarne sind durch ihre mineralogische Zusammensetzung definiert, welche von calziumreichen Silikaten dominiert wird. Dies sind hauptsächlich Granat (meist Grossular oder Andradit), Pyroxen (z. B. Diopsid, Hedenbergit), Amphibol (z. B. Aktinolith, Hornblende) oder Minerale der Epidotgruppe (z. B. Epidot, Klinozoisit). Je nach Ausgangsgesteinen und Entstehungsbedingungen können auch magnesium-, eisen- oder manganreiche Silikate eine Rolle spielen. Unter Umständen können Skarne hohe Anteile an Oxid- und Sulfidmineralen enthalten, wodurch sie bedeutende Lagerstätten für eine Vielzahl von Metallen darstellen können.

Ausgehend von der genauen mineralogischen Beschaffenheit können Skarne farblich von meist braun oder grün bis hin zu rot, gelb, grau oder weiß variieren. Die Korngröße der Gesteine ist ebenso variabel und reicht von oftmals fein- bis hin zu grobkörnig.

Skarne sind oftmals sehr harte Gesteine und sind bei hohen Granatanteilen sehr resistent gegen Verwitterung. Pyroxenreiche Skarne können hingegen schneller zersetzt werden.

Entstehung[Bearbeiten]

Skarne kommen nur kleinräumig vor. Man findet sie innerhalb der Kontaktzone von großen magmatischen Intrusivgesteinskörpern, beispielsweise Graniten, mit Karbonatgesteinen wie Dolomit oder Kalkstein. Durch die von der magmatischen Schmelze ausgehende Wärme und durch hochgradig mit Elementen angereicherte Lösungen, die von der Schmelze aus in das umgebende Karbonatgestein eindrangen, wurden dort chemische Reaktionen ausgelöst, die zur Bildung von Silikatmineralen und -erzen führten (Metasomatose). Bei den Erzmineralen handelt es sich vor allem um Magnetit und Sulfide.

Des Weiteren treten Skarne selten im Kontaktbereich von Vulkaniten auf.

Verwendung[Bearbeiten]

Bei wirtschaftlich abbaubaren Lagerstätten spricht man auch von Skarnerzlagerstätten. Viele Skarne wurden bergbaulich genutzt, wenn sie wirtschaftlich nutzbare Mineralkonzentrationen führten. Die seltenen Skarne werden aber auch wegen ihres interessanten Dekors im exklusiven Innenausbau im Bauwesen verwendet.

Literatur[Bearbeiten]

  • Lawrence Meinert, Gregory Dipple, Stefan Nicolecu: World Skarn Deposits. Economic Geology 100th Anniversary Volume. Society of Economic Geologists, Inc. 2005
  • Dietmar Reinsch: Natursteinkunde. Eine Einführung für Bauingenieure, Architekten, Denkmalpfleger und Steinmetze. Enke, Stuttgart 1991, ISBN 3-432-99461-3
  • Roland Vinx: Gesteinsbestimmung im Gelände. 2. Aufl. 2008, Springer-Verlag Heidelberg 2008. ISBN 978-3-8274-1925-5

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Skarn – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien