Sodalität

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Eine Sodalität (lat. sodalitas „Kameradschaft“) ist eine Personenvereinigung. Das einzelne Mitglied heißt Sodale. Sowohl religiöse Bruderschaften als auch andere traditionelle Vereinigungen (z. B. Junggesellen, Schützen) werden als Sodalitäten bezeichnet.

Vor- und Frühgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Barbara Mills meint, Sodalitäten in der frühneolithischen Siedlung Çatal Höyük nachweisen zu können.[1] Im amerikanischen Südwesten nehmen Archäologen an, dass Sodalitäten bereits seit dem Beginn des Ackerbaus[2] existierten.[3]

Antike[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Titii sodales waren eine antike Kultpriestergemeinschaft.

Humanistische Sodalitäten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Humanismus waren die Sodalitates litterariae gelehrt-wissenschaftliche Vereinigungen. Conrad Celtis hat in Krakau um 1488, in Ungarn und Wien um 1494 und in Deutschland um 1500 mehrere Sodalitäten gegründet.

Katholische Sodalitäten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der frühen Neuzeit gründeten Jesuiten marianische Sodalitäten zur Ehre Mariens. Auch andere katholische Bewegungen und Gemeinschaften bezeichnen ihre Mitglieder als Sodalen, übersetzt: „Gefährte, Freund, Kamerad“, vom lateinischen Synonym sodalis.[4] Die Bezeichnung findet sich bei:

Ethnologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In den Pueblos des amerikanischen Südwestens waren Sodalitäten weit verbreitet.[5] In den meisten Pueblos existieren Heilgesellschaften, die Krankheiten, die durch Übertretung sozialer Regeln ausgelöst wurden, durch spezielle Zeremonien behandeln und so den sozialen Frieden wieder herstellen. Ferner können sie Hexerei entdecken. Neben allgemeinen Heilgesellschaften gibt es auch solche, die mit speziellen Problemen, wie Ameisenbissen, Blitzschlag oder Schlangenbissen befasst sind.[6] Bei den Tewa sind meist Bären-Gesellschaften als Heiler tätig, die auch bei den Tiwa und Laguna bekannt sind.[7] Bei den Keresan gab es weiters Clown- und Krieger-Sodalitäten. Doppelmitgliedschaften waren verbreitet.[8]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Barbara J. Mills: Regional network and religious sodalities at Çatalhöyük. In: Ian Hodder (Hrsg.): Religion at work in a Neolithic society. Vital Matters. Cambridge University Press, Cambridge 2015, S. 159−186
  2. Early Agricultural Period
  3. Barbara J. Mills: Regional network and religious sodalities at Çatalhöyük. In: Ian Hodder (Hrsg.): Religion at work in a Neolithic society. Vital Matters. Cambridge University Press, Cambridge 2015, S. 168
  4. Duden, das große Fremdwörterbuch, ISBN 3-411-04162-5)
  5. J. E. Ware, E. Blinman, Cultural collapse and reorganisation: The origin and spread of Pueblo ritual sodalities. In: Michelle Hegmon (Hrsg.), The archaeology of regional interaction: religion, warfare, and exchange across the American Southwest and beyond. Proceedings of the 1996 Southwest Symposium, Boulder, University Press of Colorado 2000, 381−409.
  6. John A. Ware, Eric Blinman, Cultural collapse and reorganisation: The origin and spread of Pueblo ritual sodalities. In: Michelle Hegmon (Hrsg.), The archaeology of regional interaction: religion, warfare, and exchange across the American Southwest and beyond. Proceedings of the 1996 Southwest Symposium, Boulder, University Press of Colorado 2000, 383.
  7. John A. Ware, Eric Blinman, Cultural collapse and reorganisation: The origin and spread of Pueblo ritual sodalities. In: Michelle Hegmon (Hrsg.), The archaeology of regional interaction: religion, warfare, and exchange across the American Southwest and beyond. Proceedings of the 1996 Southwest Symposium, Boulder, University Press of Colorado 2000, 383.
  8. Edward P. Dozier, The Pueblo Indians of North America. Holt, Rinehart and Winston, New York 1970, 153