Speedcubing

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Erik Akkersdijk löst den 3×3×3-Würfel innerhalb von 10,50 Sekunden
Speedcubing

Speedcubing (von englisch speed, deutsch: Geschwindigkeit und englisch cube, deutsch: Würfel) bezeichnet die Tätigkeit einen (üblicherweise 3×3×3) Zauberwürfel (engl. Rubik’s Cube) in möglichst kurzer Zeit zu lösen, also in den Zustand mit sechs einfarbigen Seiten zurück zu bringen. Neben der klassischen 3×3×3-Variante existieren viele weitere Variationen, beispielsweise 2×2×2, 4×4×4, 5×5×5, 6×6×6, 7×7×7 und andere würfelförmige Puzzles, die jedoch vom Schema des Rubik's Cube abweichen, wie zum Beispiel der Skewb oder der Fisher Cube. Es gibt auch nicht-würfelförmige Versionen (z. B. Pyraminx (pyramidenförmig), Zylinderförmige Puzzles) sowie Varianten, die andere Formen von gelösten Zuständen besitzen, d. h. nicht einfarbige Seiten, sondern z. B. Bilder oder Muster.

Lösungsmethoden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für das Lösen des klassischen Würfels gibt es viele verschiedene Wege, wobei nicht jeder geeignet für Speedcubing ist. Grob gesagt, gibt es ein Spektrum von Methoden. Es reicht von denen, die darauf basieren, wenige Algorithmen zu kennen und diese oft zu wiederholen, zum anderen gibt es welche, bei denen wenige Züge nötig sind, aber sehr viele Algorithmen und Spezialfälle auswendig gelernt werden müssen, weshalb sie für das Lösen auf Zeit besser geeignet sind. Die beiden bekanntesten Methoden sind dabei unter Speedcubern die von Jessica Fridrich in den 1980ern entwickelte sogenannte Fridrich-Methode, die heute von den meisten Speedcubern verwendet wird, sowie die von Lars Petrus entwickelte Petrus-Methode.

Auch die von Gilles Roux entwickelte Methode, die Roux-Methode, erfreut sich immer höherer Beliebtheit, da sie sehr viele intuitive Schritte besitzt und somit weniger Algorithmen und weniger Züge benötigt als beispielsweise die Fridrich-Methode.

Die Roux-Methode und die Fridrich-Methode sind bis jetzt die einzigen Methoden, mit denen offiziell ein Durchschnitt von weniger als zehn Sekunden erzielt wurde. Die meisten Speedcuber benutzen jedoch die schon länger existierende Fridrich-Methode.

Diese Methoden sind allerdings keine festen Konstrukte, sondern können auch verändert und gemischt werden. So können etwa die letzten beiden der normalerweise vier Schritte der Fridrich-Methode in je zwei Schritte aufgetrennt werden, was weniger Algorithmen erfordert und für Anfänger, die die Methode gerade erst lernen, deutlich einfacher ist. Andererseits können auch zusätzliche Algorithmus-Sets erlernt werden, die dann in einigen Fällen zwei Schritte vereinen und so einen Algorithmus wegfallen lassen. Je mehr Einzelfälle und zugehörige Algorithmen man lernt, desto effizienter kann man den Würfel lösen, desto mehr Arbeit erfordert das Lernen aber natürlich auch.

Wettkämpfe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gibt weltweit viele Wettkämpfe („competitions“) für Speedcuber. Die offiziellen Wettkämpfe werden von der World Cube Association (WCA) überwacht, hier können Speedcuber offizielle Zeiten und Rekorde in verschiedenen Disziplinen aufstellen. Ein Wettkampf dauert zwischen einem und vier Tagen.

Jede Competition wird von einem WCA-Delegiertem beaufsichtigt. Der WCA-Delegierte ist für die ordnungsgemäße und regelkonforme Durchführung des Wettbewerbs verantwortlich.

Ablauf eines Versuches[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Würfel wird zunächst von den so genannten Scramblern nach einer computergenerierten Anleitung für alle Teilnehmer gleich verdreht. Danach startet der Teilnehmer unter Aufsicht eines Schiedsrichters (Judge) den Versuch. Der Speedcuber darf den Würfel maximal 15 Sekunden lang in die Hand nehmen und inspizieren; diese Inspektionszeit zählt nicht zur Lösungszeit (in Blind-Disziplinen schon, hier wird sie mitgezählt). Danach muss der Würfel abgelegt und beide Hände auf den Timer gelegt werden. Wenn die Inspektion länger als 15 Sekunden dauert, werden ein 2 Sekunden Zeitstrafe addiert. Braucht der Speedcuber länger als 17 Sekunden, um den Würfel zu inspizieren, ist der Versuch ungültig (DNF = Did not finish). Um die Zeiten genau messen zu können, werden sogenannte Stackmat-Timer verwendet: Die Zeit startet, wenn die Hände vom Timer abgehoben werden und stoppt, wenn wieder beide Hände auf dem Timer liegen. Ist nach Beendigung des Versuchs eine Seite um mehr als 45° verdreht (bei anderen Puzzlevarianten variiert dieses Maß, siehe WCA Regulations[1]), werden ebenfalls 2 Sekunden Zeitstrafe addiert. Sind noch zwei oder mehr Züge nötig, um den Würfel zu lösen, zählt er als DNF.[2]

Events[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pyraminx. Estonian Open 2011.

Die offiziellen Wettbewerbe der WCA umfassen 17 Disziplinen, sogenannte Events, wobei nicht jeder Wettkampf alle Events anbietet:

Name Puzzel Beschreibung
2x2x2 Cube Pocket Cube Lösen in möglichst kurzer Zeit
3x3x3 Cube Zauberwürfel Lösen in möglichst kurzer Zeit
3x3x3 Einhändig Zauberwürfel Einhändiges Lösen in möglichst kurzer Zeit
3x3x3 Blind Zauberwürfel Blindes Lösen nach Ansehen des Würfels in möglichst kurzer Zeit
3x3x3 Multi Blind Zauberwürfel Blindes Lösen mehrerer Würfel nach Ansehen in möglichst kurzer Zeit
3x3x3 Fewest Moves Zauberwürfel Erarbeiten einer möglichst kurzen Lösung innerhalb einer Stunde
4x4x4 Cube 4x4 Lösen in möglichst kurzer Zeit
4x4x4 Blind 4x4 Blindes Lösen nach Ansehen des Würfels in möglichst kurzer Zeit
5x5x5 Cube 5x5 Lösen in möglichst kurzer Zeit
5x5x5 Blind 5x5 Blindes Lösen nach Ansehen des Würfels in möglichst kurzer Zeit
6x6x6 Cube 6x6 Lösen in möglichst kurzer Zeit
7x7x7 Cube 7x7 Lösen in möglichst kurzer Zeit
Megaminx Megaminx Lösen in möglichst kurzer Zeit
Pyraminx Pyraminx Lösen in möglichst kurzer Zeit
Square-1 Square-1 Lösen in möglichst kurzer Zeit
Skewb Skewb Lösen in möglichst kurzer Zeit
Clock Rubiks Uhr Lösen in möglichst kurzer Zeit

Am 1. Januar 2013 wurden folgende Disziplinen von der Liste der offiziellen Disziplinen gestrichen:

Am 1. Januar 2020 wurde das Lösen eines 3×3×3 mit den Füßen von der Liste der offiziellen Disziplinen gestrichen.

Weltrekorde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Drehpuzzle Weltrekorde (Single Solve)[3] Weltrekorde (Average Solve)[3][Anm. 1]
Ergebnis Rekordhalter Datum Ergebnis Rekordhalter Datum
2×2×2 0,49 Sekunden Maciej Czapiewski 19.–20. März 2016 1,21 Sekunden Martin Vædele Egdal 20.–21. Oktober 2018
3×3×3 3,47 Sekunden Yusheng Du 24.–25. November 2018 5,53 Sekunden Feliks Zemdegs 10. November 2019
3×3×3 one-handed 6,82 Sekunden Max Park 12. Oktober 2019 9,42 Sekunden Max Park 15.–16. September 2018
3×3×3 Blindfolded 15,50 Sekunden Max Hilliard 1.–4. August 2019 18,18 Sekunden Jeff Park 14. Dezember 2019
3×3×3 Fewest moves 16 Züge Sebastiano Tronto 15.–16. Juni 2019 21,00 Züge Cale Schoon 18.–19. Januar 2020
3×3×3 Multiple Blindfolded 59/60 in 59:46 Minuten Graham Siggins 8.–10. November 2019 [Anm. 1]
3×3×3 with feet 15,56 Sekunden Mohammed Aiman Koli 27.–28. Dezember 2019 19,90 Sekunden Lim Hung 21.–22. Dezember 2019
4×4×4 17,42 Sekunden Sebastian Weyer 13.–15. September 2019 21,11 Sekunden Max Park 1. Dezember 2019
4×4×4 Blindfolded 1:02,51 Minuten Stanley Chapel 15. Dezember 2019 1:08,76 Minuten Stanley Chapel 15. Dezember 2019
5×5×5 34,92 Sekunden Max Park 25. Januar 2020 39,65 Sekunden Max Park 22.–23. Juni 2019
5×5×5 Blindfolded 2:21,62 Minuten Stanley Chapel 15. Dezember 2019 2:27,63 Minuten Stanley Chapel 15. Dezember 2019
6×6×6 1:09,51 Minuten Max Park 25. Januar 2020 1:15,90 Minuten Max Park 25. Januar 2020
7×7×7 1:40,89 Minuten Max Park 1.–4. August 2019 1:46,57 Minuten Max Park 25. Januar 2020
Megaminx 27,22 Sekunden Juan Pablo Huanqui 21.–22. Dezember 2019 30,39 Sekunden Juan Pablo Huanqui 10.–11. August 2019
Pyraminx 0,91 Sekunden Dominik Górny 23.–24. Juni 2018 1,86 Sekunden Tymon Kolasiński 6. April 2019
Square-1 4,95 Sekunden Jackey Zheng 25. Mai 2019 6,54 Sekunden Vicenzo Guerino Cecchini 14.–15. Dezember 2019
Skewb 0,93 Sekunden Andrew Huang 11.–14. Juli 2019 2,03 Sekunden Łukasz Burliga 16.–17. Dezember 2017
Rubik’s Clock 3,29 Sekunden Suen Ming Chi 23.–24. März 2019 4,38 Sekunden Yunhao Lou 9.–10. November 2019

Stand: 3. November 2019

  1. a b In den meisten Disziplinen hat ein Teilnehmer fünf Versuche. Das beste und das schlechteste Ergebnis werden gestrichen und der Durchschnitt der drei übrigen Ergebnisse errechnet. In den Disziplinen 3×3×3 blindfolded, 3×3×3 fewest moves, 6×6×6 und 7×7×7 hat der Teilnehmer jedoch nur drei Versuche, aus denen der Durchschnitt aus allen drei Versuchen gebildet wird. Die Disziplin 3x3x3 with feet wurde bis 31. Dezember 2017 mit drei Versuchen ausgeführt, seit dem 1. Januar 2018 jedoch mit 5 Versuchen. Mit dem 1. Januar 2020 wurde die Disziplin 3x3x3 with feet ganz abgeschafft. Die Disziplin 3×3×3 multiblind hat gar keine Durchschnittswertung.

Die schnellste Lösung des Zauberwürfels (3×3×3) durch einen Roboter schaffte eine von Ben Katz und Jared Di Carlo konstruierte Maschine im März 2018 in nur 0,38 Sekunden.[4]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wiktionary: Speedcubing – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Official WCA Regulations
  2. Regelwerk der World Cube Association
  3. a b Liste der Disziplinen und Rekorde der World Cube Association
  4. Tilman Wittenhorst: Maschine löst Zauberwürfel in nur 0,38 Sekunden. In: Heise online, 10. März 2018.