Sperrstelle Unter Hauenstein

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Panzerabwehrbunker «Challhöchi Ost» A 3574

Die Sperrstelle Unter Hauenstein war eine Grenzbefestigung der Schweizer Armee. Sie liegt auf dem Gemeindegebiet von Läufelfingen und Hauenstein-Ifenthal. Sie gehörte zu den drei Hauptachsen (Unterer Hauenstein, Oberer Hauenstein, Birstal), die von der Grenzbrigade 4 der Schweizer Armee verteidigt werden mussten.

Die Sperrstelle wurde 1994 mit der Auflösung der Grenzbrigade 4 ausser Dienst gestellt. Sie gilt als militärhistorisches Denkmal von nationaler Bedeutung.[1]

Sperrstelle Unter Hauenstein[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Artilleriebunker «Reisen West» A 3553
Infanteriewerk «Pulfisei» A 3554
Artilleriebunker «Gsal» A 3560

Die Fortifikation Hauenstein war die wichtigste Armeestellung während des Ersten Weltkriegs gegen Norden.

Während des Zweiten Weltkriegs war die Sperrstelle Hauenstein eine von mehreren hintereinander angelegten Sperrstellen (Diepflingen, Tschattnau, Läufelfingen, Pulfisei, Hauenstein, Trimbach) auf der zentralen Achse Sissach-Hauenstein-Olten. Der gut befahrbare Pass war von grosser strategischer Bedeutung, da der Gegner von dort direkt ins Schweizer Mittelland und dem Verkehrsknotenpunkt Olten gelangen konnte.

Die fünf Schwerpunkte der Sperrstelle befinden sich beim GPH Adliken an der Strasse nach Wisen, auf der Passhöhe nördlich und westlich (bei der Artilleriestellung Gsal) des Dorfes Hauenstein sowie bei Pulfisei (auch Pulvisei) und Bitzenfeld. Das Infanteriewerk Pulfisei sowie die Artilleriestellungen Gsal und Reisen-Pulfisei unterstützten die Sperren mit ihrem Feuer.

Zur Sperrstelle gehörten folgende Anlagen:

Als Schopf getarnter Tankbüchsen-/Panzerabwehrstand (umgebauter Feldkanonenschild) (Armeebezeichnung A 3550) bei Adliken [2], 7,5 cm Feldkanonenschild südlich des Dorfes Hauenstein (heute abgebrochen). Das bestehende GPH bei Adliken wurde im Mai 1941 verstärkt und ergänzt.[3]

Artilleriestellung Reisen-Pulfisei[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Raum beidseits der Sperrstelle Pulfisei bei Muregg und Reisen wurden vier Bunker für alte 8,4 cm Kanonen erstellt, die behelfsmässig die fehlende moderne Artillerie ausgleichen sollten. Im Dezember 1940 wurde mit dem Bau auf der Muregg oberhalb Pulfisei begonnen.[4]

Die Stellung besteht aus den vier Artilleriebunkern «Reisen Ost» A 3551 , «Reisen Mitte» A 3552 , «Reisen West» A 3553 und «Muregg» A 3556 .

Sperrstelle Pulfisei[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Sperrstelle Pulfisei befindet sich kurz vor der Passhöhe auf der Nordseite und sperrt die Hauensteinstrasse durch zwei Werke (A 3554, A 3555). Sie wurde 1944 gebaut. In der Nähe und auf beiden Talseiten der Sperrstelle befindet sich die Artilleriestellung Reisen-Pulfisei.

Zur Sperrstelle gehören das Infanteriewerk «Pulfisei» A 3554 , das sich in der Nähe des Hofes Pulvisei an der alten Hauensteinstrasse befindet, dem Feldkanonenschild A 3555 (neben dem Hof Pulvisei ), einem Atomschutzunterstand (ASU) sowie Strassenbarrikaden über die alte und neue Hauensteinstrasse.[5]

Artilleriestellung Gsal[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Artilleriestellung befindet sich auf dem östlichen Grat des Kesselbergs südlich des Weilers Gsal. Es handelt sich um eine Batterie mit vier Geschützständen für 12 cm Kanonen der mobilen Artillerie. Die Stellung wurde 1940 vom Baudetachement Renfer erstellt.

Die Stellung besteht aus den vier Artilleriebunkern (von Ost nach West) «Gsal» A 3557 , A 3558 , A 3559 , A 3560 .[6]

Sperrstelle Challhöchi[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Panzerabwehrbunker «Challhöchi West» A 3575

Eine Westumgehung des Hauensteins über Challhöchi wurde mit der dortigen Sperrstelle gesichert. Sie bestand aus den zwei Geländepanzerhindernissen (GPH) «Challhöchi Ost» und «Challhöchi», einer Strassenbarrikade (vor A 3575) sowie den sich dahinter befindenden Infanteriebunkern «Challhöchi Ost» A 3574 , «Challhöchi West» A 3575 , «Challhöchi Südwest» A 3576 mit Unterstand A 3577 .

Die Flankierbunker «Challhöchi Ost» und «Challhöchi West» konnten sich gegenseitig Feuerschutz geben. Beide wurden während der Armee 61 mit einer 9 cm Panzerabwehrkanone 50/57, einem 7,5 mm Maschinengewehr 51 und einer Kollektivgasschutzanlage modernisiert.

Die 9 cm Panzerabwehrkanonen hatten eine Schusskadenz von 10–12 Schuss pro Minute (Hohlpanzergranaten, Stahlgranaten) und eine Reichweite von 500 (fahrender Panzer) bis 1200 (Personen) Meter. Sie wurden von vier Mann (Richter, Lader, Zuträger, Beobachter) bedient. Das Maschinengewehr mit Rückstosslader hatte eine Kadenz von 1000 Schuss pro Minute und eine Reichweite von 1000 Meter.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Christian Schwager: Falsche Chalets. 134 Farbbilder, Edition Patrick Frey c/o Scalo, Zürich 2004, ISBN 3-905509-49-0

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Sperrstelle Unter Hauenstein – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Silvio Keller, Maurice Lovisa, Thomas Bitterli: Militärhistorische Denkmäler in den Kantonen Solothurn, Basel-Stadt und Basel-Landschaft, VBS 2001
  2. Christian Schwager: Falsche Chalets. 134 Farbbilder, Edition Patrick Frey c/o Scalo, Zürich 2004
  3. Festung Oberland: Sperrstelle Unterer Hauenstein
  4. Festung Oberland: Artilleriestellung Reisen-Pulfisei
  5. Festung Oberland: Sperrstelle Pulfisei
  6. Festung Oberland: Artilleriestellung Gsal

Koordinaten: 47° 22′ 52,9″ N, 7° 52′ 8,1″ O; CH1903: 632495 / 247925