Sprich

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Sprich e.V. ist ein gemeinnütziger Verein, der im März 2016 in Köln gegründet wurde. Als Aufgabe gilt vorrangig die Umsetzung der demokratischen Speakers’ Corner, regelmäßiger öffentlich zugänglicher Veranstaltungen zum Austausch über politische, kulturelle und gesellschaftliche Themen. Der Verein setzt sich dabei auf Grundlage der Werte Toleranz und Völkerverständiung für eine stärkere Beteiligung und Verständigung von Bürgern untereinander ein.[1] Seit dem 29. Juni 2017 ist Sprich e.V. ein eingetragener Verein.[2]

Das Alleinstellungsmerkmal der Veranstaltungen ist dabei die Kombination von Kultur und Politik, sowie der intensive Austausch zwischen Speakern und Publikum.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Verein entstand aus einer Initiative des derzeitigen Vorstandsvorsitzenden Fabian Guzzo im März 2016 zunächst als Facebook-Veranstaltung mit einer Einladung zu Deutschlands erster demokratischer Speakers‘ Corner,[3][4][5] wobei diese Bezeichnung auf den gleichnamigen Versammlungsplatz am nordöstlichen Ende des Londoner Hyde Parks zurückgeht, wo seit dem Jahr 1872 jeder ohne Anmeldung einen Vortrag zu einem beliebigen Thema halten und um die Aufmerksamkeit der Passanten werben kann.

Die Resonanz auf diese Einladung zu einem Offline-Austausch war derartig groß, dass der Initiator, der an einer Kölner Volkshochschule unterrichtet, sich für eine Umsetzung der Idee entschied.[3][4] Und im April 2016 fand tatsächlich die erste Veranstaltung, „Köln spricht – Das Festival der Demokratie“ am Aachener Weiher in Köln statt.[6]

Inspiriert durch die gesellschaftlich-politischen Ereignisse seit 2015, auch in Folge der Flüchtlingskrise entstand die Idee einen öffentlichen Raum des grenzenlosen, thematisch völlig offenen Austauschs und offenen Dialogs zu schaffen, in dem die Menschen miteinander statt übereinander sprechen.[7][4]

Als einzige Grenze der Offenheit gelten dabei Hetze, Verbreitung von Faschismus und extremer Verschwörungstheorien.[5][1]

Organisation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Verein verfolgt ausschließlich und unmittelbar gemeinnützige Zwecke. Mitglieder können alle natürlichen oder juristischen Personen werden, die die Ziele und Wertvorstellungen des Vereins teilen und unterstützen.

Strukturell besteht der Verein aus der Mitgliederversammlung und dem Vorstand, wobei sich der Vorstand aus dem Vorsitzenden, dem stellvertretenden Vorsitzenden und dem Kassenwart zusammensetzt und die Amtszeit jeweils ein Jahr beträgt.

Die Speakers' Corner von „Köln spricht“ ist ein Format des Sprich e.V., der inzwischen aus etwa 30 Mitgliedern mit unterschiedlichen beruflichem Hintergrund besteht. Im Oktober 2016 startete im Rahmen des Sprich e.V. mit „Düsseldorf spricht“[8] eine weitere Speakers‘ Corner und ab Mitte 2017 starteten weitere Ableger in Wuppertal[9] und Giessen[10].

Die Finanzierung des Vereins basiert auf Spenden und Fördergeldern.

Ziele[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das übergeordnete Ziel des Vereins ist durch offene Kommunikation zur Entstehung einer faireren Gesellschaft beizutragen. Zentrale Leitwerte des Vereins sind dabei Offenheit, Reflexion, Verbundenheit, Selbstermächtigung, Gesprächskultur, Nonkommerzialität und Progressivität, die auch in den vier Grundsätzen wiederzuerkennen sind:

  1. Politisierung der Generationen Y&Z
  2. Wahrnehmung: Stärkung des Problembewusstseins für gesellschaftliche Themenfelder und die pluralistischere Gestaltung der öffentlichen Wahrnehmung politischer Themenfelder
  3. Begegnung: Die Schaffung eines neutralen Raums der Begegnung, in dem der offene Austausch zwischen Menschen aus verschiedenen politischen Lagern möglich ist
  4. Vernetzung konstruktiv-progressiver Menschen, um ihre Verbreitung zu erhöhen[1][4]

Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Themen der Veranstaltungen und Vorträge ergeben sich aus dem aktuellen Zeitgeschehen und können sich u.a. auf Politik, Ernährung, Glück, Arbeit, Persönlichkeitsentwicklung oder die Umwelt beziehen, häufig werden auch lokale Ereignisse, wie zum Thema Stadtplanung erörtert.[7]

Die Veranstaltung „Köln spricht“ findet monatlich am Aachener Weiher mit dem Zusatz „Das Festival der Demokratie“ statt und weicht in den kühleren Monaten auf unterschiedlich Indoor-Veranstaltungsorte in Köln aus. In diesen Monaten findet die Speakers‘ Corner unter dem Titel „Das Wohnzimmer der Demokratie“ statt.[5][8]

Inhaltlich wechseln sich im Programm der jeweils etwa sechsstündigen Veranstaltungen Musik oder kulturelle Programmpunkte sowie Impulsvorträge und Diskussionen zu Themen aus Politik und Zeitgeschehen ab. Neben drei bis vier Impulsvorträgen mit anschließenden Diskussionen und Vorstellungen von Initiativen und Projekten bietet die Veranstaltung zwei bis drei regionalen Live-Bands oder DJs eine Bühne. Ein wichtiges Ziel der Veranstaltungen ist die intensive Interaktion zwischen Publikum und Vortragenden, wie z.B. im Rahmen des Formats „Frag-mich-alles“, das ohne Moderation auskommt.[4][7]

Dabei bietet die Veranstaltung insbesondere jungen Initiativen, Aktivisten, Vereinen und Künstlern eine Plattform: Am 27. November 2016 stand Paulina Fröhlich bei einem ihrer ersten öffentlichen Auftritte auf der Bühne, um ihre Initiative gegen Rechtspopulismus „Kleiner Fünf“, deren Mitgründerin und Pressesprecherin sie ist, zu präsentieren. In der Langzeitdokumentation Ab 18! – Egal gibt es nicht[11] von 3sat, in der auch der genannte Auftritt bei Köln spricht zu sehen ist, wird die Entwicklung der Polit-Aktivistin Paulina Fröhlich nachgezeichnet.[12]

In den ersten Monaten nach der Gründung bestand Kooperation zwischen Köln spricht und der paneuropäischen politischen Bewegung DiEM25 zur Organisation der Veranstaltungen, deren Hauptziel in der Demokratisierung Europas liegt.[13]

Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die zunehmende Resonanz und der Erfolg der Veranstaltung wird von Medien[5][6] und Autoren, wie z.B. Jürgen Wiebicke, betont, der die enorme Bedeutung derartiger „analoger Orter der Demokratie“ für die Zukunft der Demokratie hervorhebt.[14]

So würdigt Max Jansen in der Wochenzeitung Der Freitag Köln spricht als „Forum des demokratischen Meinungsaustausches“, das „die Notwendigkeit seines Bestehens in Zeiten sich zuspitzender sozialer Verhältnisse unter Beweis“ stelle.[15]

Im Jahr 2016 wurde Sprich e.V. bei dem vom von der ZEIT-Verlagsgruppe organisierten "Z2X-Festival der neuen Visionäre" als eine von zehn Ideen gegen Zukunftsangst vorgestellt.[6]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Beim Festival Z2X am 3. und 4. September im Jahr 2016 wurde die Idee „Köln spricht“ von der Jury zu einem der drei Gewinner gewählt und wird seitdem von Zeit Online und der Crowdfunding-Plattform Startnext begleitet und unterstützt.[16][17] Im Rahmen dieser Förderung nimmt Sprich e.V. an Foren der Agentur für soziale Innovationen teil, sogenannte „Social-Impact-Labs“ in Duisburg, Leipzig und Stuttgart.[16]

Darüberhinaus gewann der Verein ein Gründerstipendium des Projekts AndersGründer, durch das Menschen zur Lösung eines sozialen sozialen Problem und der Professionalisierung ihrer Idee oder ihres Projekts ermutigt und befähigt werden sollen. Dafür erhalten sie z.B. in Form von Workshops umfangreiche Unterstützung von dem professionellen Team der Social Impact gGmbH, die ihr Programm in Frankfurt und Duisburg anbietet.[18]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Kölncampus: Speakers Corner: eine Londoner Tradition in Köln? In: Kölncampus. (koelncampus.com [abgerufen am 5. Dezember 2017]).
  2. Informationen zum Verein und kostenpflichtiger Zugang zu den Registerdokumenten. Abgerufen am 7. Dezember 2017.
  3. a b Meine Freunde wollen neuerdings die Welt verändern. Soll ich mitmachen? In: Krautreporter. (krautreporter.de [abgerufen am 5. Dezember 2017]).
  4. a b c d e Herausforderungen in Zeiten der Reizüberflutung - Auf der Suche nach Gelassenheit. In: Deutschlandfunk Kultur. (deutschlandfunkkultur.de [abgerufen am 5. Dezember 2017]).
  5. a b c d PULS: Wie tickt Deutschland? Eine Reise über die Sofas der Republik (bei ca. 19:40–23:30). 10. September 2017; abgerufen am 5. Dezember 2017.
  6. a b c Maria Exner, Hannes Schrader, Zacharias Zacharakis, Elisabeth Rank, Sebastian Horn: Z2X: Zehn Projekte gegen Zukunftsangst. In: Die Zeit. 5. September 2016, ISSN 0044-2070 (zeit.de [abgerufen am 5. Dezember 2017]).
  7. a b c FluxMusic: Zeit für neue Visionäre | Das Z2X Festival von ZEIT ONLINE am 3. & 4. September 2016. In: FluxFM. (fluxfm.de [abgerufen am 5. Dezember 2017]).
  8. a b Sprechplattform des Friedens | choices - Kultur. Kino. Köln. Abgerufen am 5. Dezember 2017.
  9. „Wuppertal spricht“ feiert Premiere. In: Westdeutsche Zeitung. 22. November 2017 (wz.de [abgerufen am 5. Dezember 2017]).
  10. Gießener Anzeiger Verlags GmbH & Co KG: Premiere für Diskussionsplattform "Gießen spricht". (giessener-anzeiger.de [abgerufen am 5. Dezember 2017]).
  11. 3sat.online: Ab 18! – Egal gibt es nicht. Abgerufen am 7. Dezember 2017 (deutsch).
  12. Zukunft – Das kommunistische Begehren. Abgerufen am 7. Dezember 2017.
  13. DiEM Nachrichten aus Köln. In: Diem25 - Democracy in Europe Movement 2025. (diem25.org [abgerufen am 7. Dezember 2017]).
  14. Verlag Kiepenheuer & Witsch: 10 Regeln für Demokratie-Retter. Köln, ISBN 978-3-462-05071-4 (worldcat.org).
  15. Max Jansen: Zukunft – Das kommunistische Begehren. 19. November 2017; abgerufen am 7. Dezember 2017.
  16. a b Z2X3 | Z2X - Das Festival der neuen Visionäre. In: Z2X. (zeit.de [abgerufen am 6. Dezember 2017]).
  17. Z2X-Festival in Berlin – Rund 600 Teilnehmer wählen drei Zukunftsprojekte aus | DIE ZEIT Verlagsgruppe. Abgerufen am 6. Dezember 2017.
  18. AndersGründer-Pitch bringt neue Teams ins Social Impact Lab Duisburg - RuhrGründer. In: RuhrGründer. 29. Juni 2017 (ruhrgruender.de [abgerufen am 6. Dezember 2017]).