Springmesser

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Springmesser
Angaben
Waffenart: Messer
Bezeichnungen: Schnappmesser, Stellmesser, Springer
Verwendung: zivile und militärische Waffe/Werkzeug
Entstehungszeit: ca. 16. Jahrhundert
Einsatzzeit: bis aktuell
Ursprungsregion/
Urheber:
Spanien
Verbreitung: weltweit
Gesamtlänge: ab ca.20 cm, variabel
Klingenlänge: ab ca. 10 cm, variabel
Klingenbreite: ab ca. 2 cm, variabel
Griffstück: Holz, Metall, Knochen, Kunststoff
Besonderheiten: Das Springmesser gibt es in allen möglichen Klingenformen und Größen
Listen zum Thema
Springmesser
Animation

Springmesser (auch Schnappmesser, in der Schweiz und Süddeutschland auch Stellmesser, in Österreich auch Springer genannt) sind eine spezielle Messerart, bei der die Klinge mittels Federkraft aus dem Heft in einem Bogen nach vorne geschleudert und dort verriegelt wird. Bei so genannten OTF-Messern (out of the front) wird die Klinge linear aus dem Griff geschleudert. Bei schlecht oder unsauber verarbeiteten Exemplaren ist die Verriegelung oftmals unsicher, während sie bei Qualitätsmessern zumeist wirksam ist. Der Mechanismus aller Springmesser ist aber recht schmutzempfindlich. Oft werden Springmesser irreführend als „Stiletto“ oder gar als Stilett bezeichnet. Ein Stilett ist jedoch ein Dolch mit Dreikant- oder Vierkant-Klinge.

Rechtslage[Bearbeiten]

Die Rechtslage zu Springmessern ist international uneinheitlich. Streng sind die Regelungen in einigen Ländern der Europäischen Union.

Deutschland[Bearbeiten]

Springmesser sind in Deutschland verbotene Gegenstände. Ausgenommen sind seitwärts öffnende Springmesser, deren Klingen nicht zweiseitig geschliffen sind und höchstens 85 mm aus dem Griff herausragen.

Seit der letzten Änderung des Waffengesetzes (WaffG) sind ab dem 1. April 2008 weitergehende Bestimmungen entfallen. Bis zu diesem Zeitpunkt musste die Breite der Klinge mindestens 20 % der Klingenlänge betragen und das Messer musste einen durchgehenden Rücken aufweisen, der sich zur Schneide hin verjüngt.[1]

Davon unberührt bleiben letztgenannte Springmesser Waffen im Sinne des deutschen Waffengesetzes, womit der Umgang ein Mindestalter von 18 Jahren voraussetzt. Das Führen in der Öffentlichkeit ohne Begründung stellt eine Ordnungswidrigkeit dar (§ 42a WaffG), demgegenüber ist das Führen eines Springmessers jedoch erlaubt, sofern ein berechtigtes Interesse besteht. Dies können beispielsweise jagdliche oder berufliche Tätigkeiten, Brauchtumspflege oder der Einsatz beim Sport oder bei der Arbeit sein. Kein berechtigtes Interesse ist jedoch die Selbstverteidigung.

Obwohl Feuerzeugmesser den Waffenbegriff[2] als Springmesser erfüllen, gelten sie laut Feststellungsbescheid des BKA[3] nicht als Waffe. Somit sind sie folglich auch kein verbotener Gegenstand.[4]

Voraussetzungen hierfür sind allerdings:

  • die Klingenlänge darf 50 mm nicht überschreiten,
  • die Klingenbreite muss mindestens 20 % der Klingenlänge betragen,
  • die Klinge darf nicht zweiseitig geschliffen sein.

Eine weitere Ausnahme bilden Rettungsmesser in Form eines Springmessers, die

  • einen geraden, durchgehenden Rücken haben und dieser sich zur Schneide hin verjüngt und
  • anstelle der Spitze abgerundet und stumpf sind und
  • im vorderen Teil hinter dieser abgerundeten Klingenspitze eine hakenförmige Schneide haben
  • eine gebogene Schneide haben, deren Länge 60 % der Klingenlänge nicht übersteigt
  • deren Schneide im hinteren Bereich einen wellenförmigen Schliff aufweist.[5]

Österreich[Bearbeiten]

Der Erwerb, die Einfuhr, der Besitz, und das Führen von Waffen (ausgenommen Schusswaffen und verbotenen Waffen), somit auch von allen Messern, unabhängig von Klingenlänge und -breite bzw. Öffnungs- oder Verschlussmechanismus, ist allen Personen über 18 Jahren, gegen die seitens der Behörde nicht ein Waffenverbot verhängt wurde, gestattet. Für Springmesser bestehen insofern keine besonderen Bestimmungen.

Schweiz[Bearbeiten]

In der Schweiz gilt ein Springmesser als Waffe, wenn die Klingenlänge 5 cm und die Gesamtlänge im geöffneten Zustand 12 cm übersteigen. Diese dürfen nicht erworben, übertragen oder in das schweizerische Staatsgebiet eingeführt werden. Eine Ausnahme stellt hier die Übertragung durch Erbgang dar, wobei nach Erteilung einer Bewilligung Waffen geerbt werden können.[6]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Anlage 2 (Waffenliste), Abschnitt 1, Ziffer 1.4.1 bzw. 1.4.3 WaffG
  2. § 1 Abs. 2 Nr. 2 Buchstabe b i.V.m. Anlage 1 Abschnitt 1 Unterabschnitt 2 Ziffer 2.1.1 WaffG
  3. Feststellungsbescheid des BKA, Az. KT 21 / ZV 25 – 5164.01 - Z-22. Feuerzeugspringmesser. 20. Januar 2006, abgerufen am 26. März 2015 (PDF; 92 kB).
  4. § 2 Abs. 3 i.V.m Anlage 2 Abschnitt 1 Ziffer 1.3.1 WaffG
  5. Feststellungsbescheid des BKA, Az. KT 21 / ZV 25 – 5164.01 – Z-20/2003. Rettungsmesser. 28. August 200, abgerufen am 26. März 2015 (PDF; 57 kB).
  6. Verordnung über Waffen, Waffenzubehör und Munition (Waffenverordnung, WV). Schweizerischer Bundesrat, 15. März 2014, abgerufen am 26. März 2015.

Weblinks[Bearbeiten]

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