Springtoifel

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SpringtOifel
Allgemeine Informationen
Herkunft Mainz, Deutschland
Genre(s) Oi!, Ska
Gründung 1981
Website www.springtoifel.de
Gründungsmitglieder
Olaf (bis 2013)
Pfüzi (bis 1985)
Paul
Lothar (bis 1985)
Aktuelle Besetzung
Gitarre, Orgel
Jojo (seit 2014)
Gitarre, Gesang
Peter (seit 2001)
Bass, Gesang
Paul
Schlagzeug
Tillmann (seit 2008)
Ehemalige Mitglieder
Schlagzeug
Bilka (1986–1988, † 2008)
Gitarre
Olli (1985–1990)
Schlagzeug
Michel (1988–1990)
Schlagzeug
Hauie (1990–1995)
Gitarre
Dim (1989–2001, † 2007)
Schlagzeug
Wastl (1996–2008)
Gitarre
Ole (1993–2012)

Springtoifel (Eigenschreibweise: SpringtOifel) ist eine 1981 gegründete und vom Punkrock der 70er beeinflusste Mainzer Oi!-Band. Neben der klassischen Instrumentierung (E-Gitarre, Bass, Schlagzeug) nutzte die Band von Beginn an die Hammond-Orgel und greift auch auf Einflüsse sowohl des Ska als auch szenefremder Musikrichtungen wie Tango, Bossa Nova und Volksmusik zurück. Vielen in der Szene nachfolgenden Bands diente SpringtOifel, oft als „StOi“ abgekürzt, als Vorbild und Wegbereiter. So hatten heute in der Szene bekannte deutsche Bands, wie zum Beispiel Broilers, Loikaemie, 4 Promille, Volxsturm und viele andere, ihre ersten Konzerte vor großem Publikum im Vorprogramm der SpringtOifel.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anfänge in den 1980er Jahren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von den Gründungsmitgliedern sind 2007 noch Olaf und Paule dabei. Die erste Liveshow war am 11. November 1981 in Mainz, danach, bis 1984, machten zumeist regionale Auftritte das Quintett in der nationalen Punk- und Oi!-Szene bekannter.

1984 wurde ein erstes Demo-Tape eingespielt und im Jahr darauf erschien das Debüt-Album Tanz der Teufel beim Tübinger Label We Bite Records. Das 1986er Album Lässige Hunde spielten sie als Quartett ein. Danach kam auf dem eigenen Label Miesnitzdörfer&Jansen (M&J) die Live-Platte Ein geselliger Abend heraus. Die SpringtOifel legten nie wert auf ausgedehnte Konzerttouren. Sie beschränkten sich immer auf höchsten 2 bis 3 aufeinanderfolgende Konzerte, was den beruflichen und familiären Verpflichtungen der Bandmitglieder und der Tatsache geschuldet war, dass sie „lieber vor 500 als vor 5 Leuten auftreten und Konzerte in mittelgroßen Hallen am Wochenende bevorzugen“. (Zitat Sänger Olaf)

Die 1990er Jahre[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

SpringtOifel gelten als „unpolitische“ Formation, die sich jedoch, als die deutsche Skinheadszene nach rechts abzudriften drohte, mit eindeutigen Texten („Lasst euch nicht benutzen“, „Schwarz & Weiß“ - beide von der LP Sex, Droogs & R'n'R), gegen diese Tendenz stellten.

1992 führte die Band einen Prozess gegen das Label Metal Enterprises, das 1988 die LP Schwere Jungs veröffentlicht hatte. Grund des Prozesses war ein Verstoß gegen das sogenannte Beeinträchtigungsverbot. Metal Enterprises hatte zwei Titel von diesem Album ohne Wissen und Zustimmung der Band auf dem Sampler 6. für Deutschland, auf dem neben den SpringtOifeln, den Böhsen Onkelz, Boots & Braces und A.O.K. auch die neonazistischen Bands Saccara und Kahlkopf- welche ebenfalls bei Metal Enterprises unter Vertrag waren - vertreten waren, veröffentlicht. Das Oberlandesgericht Frankfurt/M (Entscheidung vom 20. Dezember 1994, GRUR 1995, 215) gab der Band recht und der Sampler musste vom Markt genommen werden. Dieser über zwei Jahre dauernde Prozess war ein großer Erfolg für die Band und wurde in vielen juristischen Publikationen als Grundsatzurteil gewertet.

1991 erschien das Album 10 Jahre Satanische Takte, 1992 die MC SpringtOifel Live 82-92 und 1993 die Single Brot und Spiele. Nach Veröffentlichung des Albums Sex, Droogs & Rock'n' Roll, Ende 1994, brachten sie dann die in Berlin live aufgenommene CD 5 Mainzeldroogs in Berlin heraus. 1999 erschien die Partyplatte Weck, Worscht & Oi mit zwölf Liedern.

Heute[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

SpringtOifel in der Besetzung von 2001–2007

Ende 2000 veröffentlichten die SpringtOifel das Album „Frohes Fest & Guten Rutsch“ mit einer Bearbeitung eines Textes von Erich Kästner und einer eigenen Interpretation des Weihnachtsliedes „Stille Nacht, heilige Nacht“.

Zum 20-jährigen Bandjubiläum kam das im Mainzer Haus der Jugend mitgeschnittene Live-Doppelalbum Lieder aus 2001er Nacht heraus, für das sie einige ihrer bekanntesten Titel überarbeiteten, sowie neun neue Tracks präsentierten. 2003 produzierten sie Ettalprednik und machten eine Single mit Coverversionen von Motörhead unter dem Namen MotörtOifel.

In den Jahren 2000 bis 2005 traten sie wieder mehr in Konzerten auf, welche mit Besucherzahlen von 500 bis 1200 Gästen in der gesamten Bundesrepublik stattfanden. 2002 erschien eine Projekt-Single mit zwei Johnny-Cash-Coverversionen. Im September 2007 wurde die LP/CD Engelstrompeten und Teufelposaunen veröffentlicht. Eine Jubiläumstour mit zahlreichen Konzerten in Deutschland fand vom Herbst 2006 bis Winter 2008 statt. Im Zuge dieser Tour wurde am 1. Dezember 2007 im Leipziger Conne Island eine Live-DVD mit einem fünfköpfigen Kamerateam aufgenommen, welche weltweit vertrieben wird. Dazu erschienen zahlreiche Musiker, Gäste und Freunde aus den vergangenen 26 Jahren SpringtOifel auf der Bühne.

In den letzten Jahren spielte SpringtOifel auf diversen Festivals mit internationalen Oi-, Ska- und Punk-Größen wie z.B. UK Subs, The Exploited und The 4-Skins.

Im Jahre 2012 wurde eine Best-Of-Doppel-CD unter dem Berliner Label Puke Music veröffentlicht, auf dem 46 Lieder aus 30 Jahren SpringtOifel zu hören sind.

Mit seinem letzten Konzert am 7. Dezember 2013 im Leipziger Conne Island, beendete Gründungsmitglied, Sänger und Keyboarder Olaf seine Bandmitgliedschaft.

Diskografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

(ohne Samplerbeiträge)

  • 1984: SpringtOifel (MC), Miesnitzdörfer & Jansen
  • 1985: Tanz der Teufel (LP), We Bite Rec
  • 1986: Lässige Hunde (LP), We Bite Rec
  • 1988: Schwere Jungs (LP/CD), Metal Enterprises
  • 1989: A&P (Single), Miesnitzdörfer & Jansen
  • 1989: Ein geselliger Abend Live (LP/CD), Miesnitzdörfer & Jansen
  • 1990: The great Frog'n'Roll Swindle (MC), Pogo Müller Rec
  • 1991: 10 Jahre Satanische Takte (LP/CD), Dim Rec
  • 1992: Live 82-92 (MC), Miesnitzdörfer & Jansen
  • 1993: Brot & Spiele (Single), Miesnitzdörfer & Jansen
  • 1994: Sex, Droogs& R'n'R (LP/CD), Walzwerk Rec
  • 1996: 5 Mainzeldroogs in Berlin/Live (Do10"/DoCD), Walzwerk Rec
  • 1997: Lied, Marsch, einfach (Pic-LP/CD), Empty Rec/Europe
  • 1998: WM 98 (Single/Pic-Single), Empty Rec/Europe
  • 1999: Weck,Worscht & Oi! (LP/CD), Empty Rec/Europe
  • 2000: Frohes Fest & guten Rutsch (10"), Empty Rec/Europe
  • 2001: Lieder aus 2001er Nacht (DoLP/DoCD), Empty Rec/Europe
  • 2003: motörtOifel (Single), Empty Rec/Europe
  • 2004: Ettalprednik (LP/CD), Empty Rec/Europe
  • 2005: Fußballermann (EP), Empty Rec/Europe
  • 2006: SpringtOifel machen Cash (Single), Empty Rec/Europe
  • 2007: Engelstrompeten und Teufelsposaunen (LP/CD), Empty Rec/Europe
  • 2009: Wir sind dabei / Frankenskin (Splitsingle mit The Gonads)
  • 2012: 30 Jahre beste Ware (Best of Doppel-CD)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]