St. Michael (Helgoland)

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Helgoland, katholische Kirche St. Michael und Gemeindezentrum, Rückseite (von Süden)

Die St.-Michaels-Kirche ist die katholische Kirche auf der Nordseeinsel Helgoland. Sie ist nach dem Erzengel Michael benannt und befindet sich auf dem Oberland; die Adresse ist Karkhiar-Spichal-Goat 584. Die Pfarrei St. Michael hat etwa 140 Mitglieder und gehört zum Dekanat Itzehoe im Erzbistum Hamburg.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im 1. Weltkrieg wurde für die katholischen Soldaten der Marine auf Helgoland diese Kapelle auf dem Oberland gebaut, nach dem 1. Weltkrieg wurde sie auch zum Fremdenheim

Nach Heiligenlegenden soll um 700 erstmals durch Willibrord die christliche Lehre auf Helgoland verkündet und etwa 790 die erste Kapelle durch Liudger erbaut worden sein. Nach der Reformation gab es erst wieder seit Ende des 19. Jahrhunderts durch den Fremdenverkehr und die Marine Katholiken auf der Insel. Für die katholischen Angehörigen der Marine wurde schon im Ersten Weltkrieg auf dem Oberland an der Sonnenuntergangsstraße eine Kapelle gebaut,[1] die später auch als Fremdenheim fungierte.[2] 1929 ist sie nachweisbar samt dem Besuch eines Priesters, der im Sommer gelegentlich für die katholischen Gäste der Insel zuständig war.[3] Von 1937 bis 1939 wurden nach einer Überlieferung Gottesdienste im ehemaligen Restaurant Hamburger Hof abgehalten.[4]

Beim Wiederaufbau nach 1952 war keine katholische Kirche geplant. Gottesdienste konnten ab 1959 in der evangelischen Kirche St. Nicolai stattfinden; auch die Privatwohnung einer Bäckerei wurde benutzt. 1970 wurde mit dem Bau der Pfarrkirche St. Michael begonnen. Am 27. Juni 1971 wurde sie geweiht. Der rheinische Pfarrer und Ruheständler Josef Bernhard (1920–2011) prägte ab 1980 über die Auflösung der eigenständigen Kirchengemeinde hinaus bis 2008 das Gemeindeleben.[5] Durch die Zuwanderung vieler Polen nach Helgoland hat sich neben der traditionellen Urlauberseelsorge ein neues Aufgabenfeld entwickelt.[6]

Seit 1995 gehört St. Michael zum Dekanat Itzehoe im damals neu gegründeten Erzbistum Hamburg; zuvor gehörte die Kirche zum Bistum Osnabrück.

Architektur und Ausstattung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kirche wurde nach Plänen von Walter Bunsmann und Paul-Gerhard Scharf erbaut. Sie ist mit 120 Sitzplätzen kleiner als die evangelische St.-Nicolai-Kirche, die andere Helgoländer Kirche.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Bonifatiuswerk der deutschen Katholiken (Hrsg.): Diaspora-Jahrheft 2012/2013. Paderborn 2012, S. 54–56.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Berliner Tageblatt vom 10. Februar 1914
  2. Helgoländer Anzeiger vom 2. Juli 1932 Anzeige für das katholische Fremdenheim, Sonnenuntergangsstr. 550, A. Jülich
  3. Helgoländer Zeitung vom 4. und 14. Juni 1929
  4. In den Vorkriegsinselprospekten wurde zuletzt 1934 ein Restaurant Hamburger Hof mit der Tanzstätte „Tankstelle“ annonciert, ein Hotel mit diesem Namen – wie mündlich überliefert – gab es nicht.
  5. Hamburger Abendblatt vom 29. Juli 2011 [1]
  6. https://www.erzbistum-hamburg.de/Helgoland_Kleine-Insel-vor-grossem-Wandel

Koordinaten: 54° 10′ 52,6″ N, 7° 53′ 7,8″ O