Stańczyk (Hofnarr)

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Stańczyk (* um 1480; † um 1560) war ein Hofnarr am Hof der polnischen Könige Alexander (1501−1506), Sigismund I. des Alten (1506−1548) und Sigismund II. August (1548−1572).

Über seinen Lebenslauf gibt es wenig glaubwürdige Angaben. Er entstammte einer Bauernfamilie aus Proszowice bei Krakau. Seine privilegierte Stellung am Hofe verdankte er seinem Scharfsinn, dank der Narrenfreiheit kritisierte er schonungslos die unbekümmerte Politik der Herrscher.

Die polnischen Schriftsteller der Renaissance Łukasz Górnicki, Jan Kochanowski, Martin Cromer, Mikołaj Rej u.a. zitierten oft seine unverblümten Aussagen (oder schrieben ihm ihre eigenen Gedanken zu).

In den Sechzigerjahren des 19. Jahrhunderts entstand im westlichen Teil Galiziens eine nach ihm benannte politische Gruppierung, die mehr Freiheit für die polnische Bevölkerung im österreichischen Teil Polens anstrebte.

In der polnischen Literatur des ausgehenden 19. Jahrhunderts wurde er oft dargestellt als derjenige dargestellt, der sich am Hof der polnischen Könige um die Zukunft des Königreiches sorgte.

In dem berühmten Gemälde Stańczyk während des Balls am Hofe der Königin Bona, als die Kunde vom Verlust von Smolensk eintrifft von Jan Matejko wurde Stańczyk dargestellt, wie er während des heiteren Hofballs um den Verlust von Smolensk trauert.

Auch im Theaterstück „Die Hochzeit“ von Stanisław Wyspiański (1901) erscheint Stańczyk mit seinem Narrenstab unter den geladenen Gästen, um die damalige Untätigkeit der Bevölkerung des geteilten Polen anzuprangern.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Wielka Encyklopedia Powszechna PWN, t. X, str. 794, PWN, Warszawa, 1968.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Stańczyk – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien