Teatr Wielki (Posen)

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Teatr Wielki Posen
Teatr Wielki, Poznan, Polonia, 2014-09-18, DD 53.jpg
Architekt Max Littmann
Baustil Neoklassizismus
Bauzeit 1908-1910
Zuschauerplätze 858

Das Teatr Wielki , bekannt als Posener Oper ist das größte Musiktheater in Posen und seit 1949 benannt nach dem polnischen Komponisten Stanisław Moniuszko.

Geschichte[Bearbeiten]

Während der Jahre 1908-1910 erbaute der Münchener Architekt Max Littmann das Gebäude für den neuen Sitz des Posener Stadttheaters. In ihm befindet sich heute das Teatr Wielki. Es wurde 1910 eingeweiht mit W.A. Mozarts Die Zauberflöte.

1919 kam es erstmals unter polnische Leitung. So fand am 31. August 1919 dank der Bemühungen des Adligen und Posener Bürgermeisters Jarogniew Drwęski im Theatergebäude die feierliche Eröffnung des Polnischen Operntheaters statt, bei der bedeutende polnische Kulturvertreter wie Kornel Makuszyński, Bolesław Gorczyński, Emil Młynarski, Zenon „Miriam" Przesmycki, Felicjan Szopski, Michał Tarasiewicz eintrafen. Gabriela Zapolska ließ dabei in Abwesenheit ihr Telegramm mit dem Inhalt "Glücklich, stolz und voller Hoffnung gehe ich heute zusammen mit euch unter das Dach unseres Musiktheaters, dessen Türen für uns jahrelange geschlossen und für unsere liebste Kunst versperrt waren..." verlesen. [1]

Das Eröffnungsspektakel für die Polen war deshalb die Aufführung der Oper Halka von Stanisław Moniuszko unter der Leitung des ersten polnischen Theaterdirektors der Posener Theaterszene (Adam Dołżycki). Bei diesem historischen Ereignis waren Józefina Zacharska (Hal­ka), Franciszek Bedlewicz (Jontek), Liliana Zamorska (Zofia), Augustyn Wiśniewski (Janusz), Karol Urbanowicz (Stolnik), Jan Popiel (Dziemba), Gabriel Górski (Dudarz), Stanisław Drabik (Góral) beteiligt. [2]

In der Zwischenkriegszeit fand hier auch die Weltpremiere von Feliks Nowowiejskis Legendy Bałtyku und Konstanty Gorskis Margier statt sowie die polnische Premiere von Karol Szymanowskis Pantomimen-Ballett Harnasie.

Reichsgautheater Posen, Gr. Haus (heutiges Teatr Wielki um 1940)

Während der Kriegsjahre 1940-1945 wurden das Gebäude zum Großen Haus und das heutige Teatr Polski (Posen) zum Kleinen Haus des sogenannten "Reichsgautheater Posen" zwangsvereinigt. Während dieser Zeit war es auch Drehort für die 1942 von Ernst Lubitsch unter dem Titel Sein oder Nichtsein verfilmte Theaterkomödie Noch ist Polen nicht verloren. Bei den Kämpfen 1945 blieb das Haus von größeren Schäden verschont, obwohl es der deutsche Stützpunkt war und sich danach bei der Schlacht um die Zitadelle bis zum 23. Februar 1945 in den oberen Stockwerken des Theaters die sowjetischen Artillerie-Kommandeure einrichteten. In den Kellern stationierten sie Militärgerät. [3] Am 2. Juni 1945 begann die Posener Oper wieder ihren offiziellen Theaterbetrieb und war das erste Opernhaus im Nachkriegspolen, das seine künstlerischen Aktivitäten wieder aufnahm (mit Krakowiacy i Górale von Karol Kurpiński). Im Publikum saß damals Edmund Zalewski, der polnische Minister für Kultur. Die Posener Oper verzeichnete schließlich 76 Aufführungen vor ausverkauftem Haus. [4] Seit 1949 ist die Posener Oper als Teatr Wielki nach dem polnischen Komponisten Stanisław Moniuszko benannt.

Während der Jahre 2006-2011 wurden mithilfe europäischer Fördermittel ca. 7 Mio. Euro in die Modernisierung des Posener Teatr Wielki investiert, wobei die Publikumsbeschallung, Bühnenbeleuchtung, das Brandschutzsystem und der Zugang für Behinderte sowie die technische Ausstattung im Orchestergraben und im Tonstudio erheblich modernisiert wurde. [5]

Angefangen vom 31. August 1919 bis zum Ende der Spielsaison 2014/15 waren im größten Musiktheater Posens 713 Premieren realisiert worden. Während der Jahre 2001-2009 publizierte das Teatr Wielki (Posen) auch die Opernzeitschrift Operomania, deren Chefredakteur Prof. Jarosław Mianowski war.

Künstlerischer Leiter ist derzeit Gabriel Chmura.

Architektur[Bearbeiten]

Zuschauerraum im Posener Teatr Wielki, 2008

Max Littmann konstruierte sein Theatergebäude im neoklassizistischen Stil. Folglich steht die Hausfassade auf einem riesigen Portikus. Zwei Skulpturen organisieren zur Seite hin das Theaterprofil: nach links die Frau auf einem Löwen (symbolisiert die Lyrik) und nach rechts der Mann mit einem vor sich laufenden Panther (symbolisiert das Drama). Auf der Eingangstreppe stehen sechs riesige, ionische Säulen, die das dreieckige Tympanon tragen. Das Tympanon schmückt ein Pegasos. Ursprünglich befand sich auf dem Tympanon auch noch das Zitat des deutschen Schriftstellers Friedrich Schiller: Der Menschheit Würde ist in eure Hand gegeben. Bewahret sie! Sie fällt mit euch! Mit euch wird sie sich heben!, das schon 1919 gleich nach der Übernahme des Musiktheaters durch die polnischen Behörden entfernt wurde. Im Osten liegt der Pavillon, in dem sich ehemals ein Restaurant befand, und im Westen der Theatereingang für Kaiser Wilhelm II. Der Brunnen gegenüber dem Teatr Wielki ist architektonisch ein Teil des Theaterkomplexes und die direkte Erweiterung des Pegasus-Symbols. Von einem Hufschlag des Pegasos entspringt die Quelle Hippokrene, die den Musen heilig war, denn der Genuss ihres Wassers förderte die Genialität der Dichter.

Im Theatergebäude befindet sich eine wunderschön dekorierte Lobby mit Foyer und andere Räumlichkeiten. Der prachtvoll und anmutig wirkende Zuschauerraum bietet Platz für 858 Personen.

Theaterdirektoren[Bearbeiten]

  • 1910-1919:
  • 1919-1920: Adam Dołżycki
  • 1920-1922:
  • 1922-1929: Piotr Stermicz-Valcrociata
  • 1929-1933: Zygmunt Wojciechowski
  • 1933-1939: Zygmunt Latoszewski
  • 1945-1948: Zygmunt Latoszewski, Zygmunt Wojciechowski, Zdzisław Górzyński
  • 1948-1949: Zygmunt Wojciechowski, Zdzisław Górzyński
  • 1949-1953: Walerian Bierdiajew
  • 1954-1963: Zdzisław Górzyński
  • 1963-1969: Robert Satanowski
  • 1969-1972: Mieczysław Nowakowski
  • 1972-1978: Jan Kulaszewicz
  • 1978-1992: Mieczysław Dondajewski
  • 1992-1995: Władysław Radomski
  • 1995-2009: Sławomir Pietras
  • 2009-2012: Michał Znaniecki
  • seit 2012: Renata Borowska-Juszczyńska

Literatur[Bearbeiten]

  • Włodzimierz Łęcki, Piotr Maluśkiewicz: Poznań od A do Z, wyd. KAW, Poznań, 1986, s.144-145, ISBN 83-03-01260-6
  • Marcin Libicki: Poznań - przewodnik, Wydawnictwo Gazeta Handlowa, Poznań, 1997, ss.188-190, ISBN 83-902028-4-0
  • Tadeusz Świtała: Opera poznańska, 1919-1969: dzieje teatru muzycznego, Wydział Kultury i Sztuki Prezydium Rady Narodowej Miasta Poznania, Poznań, 1973

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Tadeusz Świtała: Opera poznańska, 1919-1969: dzieje teatru muzycznego. Poznań: Wydział Kultury i Sztuki Prezydium Rady Narodowej Miasta Poznania, 1973, s. 543.
  2. Tadeusz Świtała: Opera poznańska, 1919-1969: dzieje teatru muzycznego. Poznań: Wydział Kultury i Sztuki Prezydium Rady Narodowej Miasta Poznania, 1973, s. 543.
  3. Marian Weigt, Renesans życia kulturalnego, in: red. Tadeusz Świtała, Trud pierwszych dni. Poznań 1945. Wspomnienia Poznaniaków, Wydawnictwo Poznańskie, Poznań, 1970, s.314, ISBN 83-232-0322-9
  4. Janina Mrówczyńska: Przemiany w życiu kulturalnym Poznania w latach 1945-1985, Wydawnictwo Naukowe UAM, Poznań, 1991, ss.134-135, ISBN 83-232-0322-9
  5. Renovierung im Teatr Wielki und Polski sind beendet Letzter Zugriff: 2015-06-19

52.4116.9175Koordinaten: 52° 24′ 36″ N, 16° 55′ 3″ O