Steinkirchen (Dachau)

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Der Weiler Steinkirchen ist ein Ortsteil der oberbayerischen Kreisstadt Dachau.[1] Der kleine Ort liegt unmittelbar nördlich der Kernstadt auf einer Anhöhe über dem Webelsbach.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

St. Stefan in Steinkirchen

Wohl kaum ein Ort in Dachau und dem Dachauer Land wurde so oft gemalt wie die kleine Kirche St. Stefanus in Steinkirchen. Sie liegt auf einer Anhöhe über dem Webelsbach. Kein Künstler der berühmten Künstlerkolonie Dachau versäumte es, mindestens einmal dieses Stück Dachauer Geschichte zu malen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erstmals erwähnt wurde der Ort wahrscheinlich in einer Urkunde vom 13. Februar 804 als "Steininchiricha". Damals schenkten ein Mann namens Starcholf und sein Sohn Hiltolf ihren Besitz in Kreuzholzhausen dem Bistum Freising. Die Urkunde wurde in Steininchiricha ausgestellt. Nicht alle Historiker sind der Meinung, dass es sich um das Steinkirchen bei Dachau handelte.

In der damaligen Zeit war ein Bauwerk aus Stein eine Sensation; so groß, dass der Ort, an dem eine Kirche aus Stein stand, "Steinkirchen" getauft wurde.

Die Dachauer Urpfarrei lag wahrscheinlich in Steinkirchen. Gegen Ende des 13. Jahrhunderts wurde diese Pfarrei geteilt. Ein Teil wurde zur Pfarrei Dachau-St.Jakob, der andere zur Pfarrei Mitterndorf, zu der auch die bisherige Pfarrkirche Steinkirchen als Filialkirche gehörte. So verlor Steinkirchen an Bedeutung.

Ursprünglich im frühromanischen Stil erbaut, dürfte die Kirche auch als Wehrkirche gedient haben. In gotischer Zeit (um 1500) wurde die Kirche umgebaut; auch der Turm dürfte in seiner jetzigen Form aus dieser Zeit stammen. Äußerst bemerkenswert ist der alte Dachstuhl aus gebeilten Holzbalken. Sie wurden ohne Eisennägel zusammengefügt; ein Paradebeispiel alter Zimmermannskunst. Obwohl kein Friedhof vorhanden ist, liegen um die Kirche viele in der Schlacht von Austerlitz (1805) verwundete und im Dachauer Schloss gepflegte Russen und Franzosen begraben.

Noch bis 1560 war St. Michael der Kirchenpatron. Erst 1738 wird von einer Stephanuskirche berichtet.[2]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Steinkirchen (Dachau) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bayerische Landesbibliothek Online: Steinkirchen. Rubrik: Ortsdatenbank. Abgerufen am 4. Juni 2015.
  2. http://kirchenundkapellen.de/kirchenpz/steinkirchen.php