Stoffwechselweg

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Unter Stoffwechselwegen (englisch metabolic pathways) versteht man die Auf-/Ab- und Umbauprozesse in den Zellen. Bei Stoffwechselwegen handelt es sich um die definierte Abfolge biochemischer Reaktionen, meist von Enzymen katalysiert. Ein Stoffwechselweg entspricht einem einfachen biologischen Prozess, wobei die Abgrenzung zu diesem Begriff fließend ist. 1995 vereinigte Donald Nicholson alle bis dahin bekannten Stoffwechselwege in seinem Metabolic Pathway Chart.[1] Die Abfolge der zeitlichen Aktivität der Gene für die an den einzelnen aufeinander folgenden biochemischen Umsetzungen im Stoffwechselweg beteiligten Enzyme, welche eine Art „Enzymkaskade“ bilden, wird als Genwirkkette bezeichnet [2]. Sie ist ein Ergebnis der Genregulation. Ein Beispiel für eine solche Genwirkkette ist die Blutgerinnung.

Stoffwechselwege, geordnet nach Funktion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wege der Zellatmung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch: Zellatmung

Andere Wege[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Biochemische Zyklen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Allgemeines Schema des Citratzyklus'

Stoffwechselwege sind Reaktionsfolgen, in die Metabolite eintreten und denen solche entnommen werden können. Oftmals verlaufen Stoffwechselwege zyklisch, das Anfangsprodukt des Stoffwechselwegs ist dann auch das Endprodukt. Der Ringschluss erfolgt durch Regenerierung oder Nachlieferung des Startmoleküls. Bekanntestes Beispiel: Citratzyklus, die „Drehscheibe des Stoffwechsels“, in dem anabole und katabole Wege der Kohlenhydrate, Proteine und Fette zusammenlaufen. Viele dieser Zyklen wurden nach ihren Entdeckern benannt (Namensreaktionen) und repräsentieren damit ein Stück Biochemie-Geschichte.

Calvin-Zyklus

Citratzyklus

  • Endabbau einer C2-Verbindung (aktivierte Essigsäure = Acetyl-CoA) unter Bildung von CO2 und GTP sowie den Reduktionsäquivalenten NADH,H+ und FADH2, die in der Atmungskette unter Bildung von H2O oxidiert werden

Cori-Zyklus

Harnstoff-Zyklus

  • Ammoniak-Entgiftung in der Leber durch einen Metabolite-Zyklus zwischen Mitochondrien und Cytosol

Hatch-Slack-Zyklus

  • C4-Dicarboxylatweg über zwei Zelltypen der C4-Pflanzen

Lynen-Zyklus (Syn. HMG-CoA-Zyklus)

Pentosephosphatzyklus

  • Auf- und Abbau von Pentosephosphaten und Bildung von NADPH. Der Pentosephosphatzyklus spielt in den roten Blutkörperchen eine wichtige Rolle.

Q-Zyklus

Substratzyklus

  • Leerlaufzyklus durch wiederholte Phosphorylierung/Dephosphorylierung eines Metaboliten. Regulatorische Funktion; mögliche Bedeutung bei Wärmeerzeugung

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im WWW sind etliche elektronische Datenbanken mit Stoffwechseldaten frei verfügbar. Eine der wichtigsten ist KEGG:

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. IUBMB-Nicholson: Metabolic Pathways Chart
  2. Gerhard Czihak, H. Langer, H. Ziegler: Biologie: Ein Lehrbuch. Ausgabe 6, Springer-Verlag, 2013. ISBN 9783642852640. S. 221.