Herrschaft Gedern

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Der Ort Gedern bei Büdingen in Hessen gelegen, wird 780 erstmals in einer Urkunde des Klosters Lorsch erwähnt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die von den Herren von Büdingen abstammenden Herren von Ortenberg bauten in Gedern eine Burg.

Im Jahre 1247 fiel Gedern nach dem Tod des Wetterauer Landvogts Gerlach II. von Büdingen an Eberhard I. von Breuberg aus dem Geschlecht der Reiz von Breuberg und Albrecht I. von Trimberg, die Töchter Gerlachs geheiratet hatten. Auf Eberhard I. von Breuberg folgten sein Sohn Gerlach und dessen Sohn Eberhard III., beide Landvögte der Wetterau.

Eberhard III. starb 1323 ohne Sohn, und die Herrschaft Gedern kam in der Folge an Konrad V. von Trimberg und Gottfried V. von Eppstein. Die Trimberger erhielten 1356 von Kaiser Karl IV. die Stadt- und Marktrechte für Gedern. Als sie 1376/84 im Mannesstamm ausstarben, fiel Gedern ganz an Eppstein. Bei der Eppsteiner Erbteilung im Jahre 1433 kam Gedern an die Linie Eppstein-Königstein.

Der letzte der Linie Eppstein-Königstein, Eberhard IV., blieb ohne männliche Nachkommen. Eberhards Frau Anna stammte aus dem Geschlecht der Stolberger. Ihr Neffe Ludwig zu Stolberg, wuchs ab 1514 bei Eberhard und Anna auf und wurde Eberhards Erbe.

Stolberg-Gedern[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit dem Tod von Eberhard im Jahre 1535 fiel die Herrschaft Gedern und die Eberhard gehörige Grafschaft Königstein an die Stolberger Grafen. Ludwig übernahm die neuen Besitztümer und bildete daraus die kurzlebige Grafschaft zu Stolberg-Königstein. Nach dem Erlöschen im Mannesstamm fiel Gedern an Stolberg-Wernigerode.

1677 entstand durch Erbteilung des Hauses Stolberg-Wernigerode das Haus Stolberg-Gedern. Der zweite Graf von Stolberg-Gedern Friedrich Carl zu Stolberg-Gedern erkaufte sich bei Kaiser Karl VII. am 18. Februar 1742 die Erhebung in den Reichsfürstenstand.

Christian Carl zu Stolberg-Gedern (1725–1764) war Generalfeldzeugmeister des deutschen Reichsheeres, Generalmajor des Oberrheinischen Kreises und ab 1761 Gouverneur der Festung Philippsburg.

Als die Fürsten zu Stolberg-Gedern 1804 im Mannesstamm ausstarben, kam die Herrschaft Gedern durch Erbschaft an die gräfliche Hauptlinie Stolberg-Wernigerode, die die Oberherrschaftsrechte aber schon 1806 mit der Verabschiedung der Rheinbundakte an Hessen-Darmstadt abtreten musste. An Stolberg-Wernigerode fiel Gedern auch 1816 nach einer kurzen Zeit unter den Isenburgern wieder zurück.

1945 wurde das Gebiet Teil Großhessens, 1946 des Landes Hessen.

Stolbergische Regenten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]