Dresdner Stollenfest

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Das Dresdner Stollenfest ist ein Festtag zu Ehren des Dresdner Christstollens. Es wird alljährlich am Sonnabend vor dem zweiten Advent gefeiert und vom Schutzverband Dresdner Stollen e. V. sowie der Hommage Dresden GmbH veranstaltet.

Geschichte des Dresdner Stollenfests[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kupferstich des Zeithainer Riesenstollens mit Backofen

Historischer Ursprung des Stollenfestes ist das Zeithainer Lustlager, das der sächsische Kurfürst August der Starke im Jahr 1730 als opulente Truppenschau veranstalten ließ. Für seine royalen Gäste aus ganz Europa ließ er von Bäckermeister Johann Andreas Zacharias und dessen Bäckerknechten einen 1,8 Tonnen schweren Riesenstollen backen. Anfang der 1990er Jahre forschte der baden-württembergische Kunst- und Kulturforscher Dr. Peter Mutscheller im Auftrag der Hommage Dresden GmbH nach sächsischen Kulturschätzen, die in der Zeit der DDR in Vergessenheit geraten waren. Dabei entdeckte er einen Kupferstich des Künstlers Elias Baeck, der den riesigen Stollen zeigte. Daraufhin wandten sich die Hommage Dresden GmbH und Dr. Mutscheller an den Schutzverband Dresdner Stollen e. V., mit der Idee dies aufzugreifen und ein modernes Stollenfest zu initiieren. Seit dem 1. Stollenfest im Jahr 1994 findet das Dresdner Stollenfest stets am Sonnabend vor dem 2. Advent in Anlehnung an die barocke Großveranstaltung statt und gilt inzwischen als ein Höhepunkt des Dresdner Striezelmarktes und der Weihnachtshauptstadt Dresden.

Hintergrund und Inhalt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit dem Stollenfest feiern die Dresdner und ihre Gäste gemeinsam mit den Stollenbäckern den Dresdner Christstollen sowie die Leistungsfähigkeit des Dresdner Bäcker- und Konditorenhandwerks. Mehr und mehr wird das Fest durch die Teilnahme befreundeter Handwerker-Innungen auch zu einer Schau traditioneller sächsischer Handwerkskunst.

Mittelpunkt des Stollenfestes ist der etwa dreieinhalb Tonnen schwere sowie ca. vier Meter lange, zwei Meter breite und einen Meter hohe Dresdner Riesenstollen, der größte Stollen der Welt. Nach seiner feierlichen Enthüllung auf dem Schloßplatz fährt der Riesenstollen auf einem vierspännigen Pferdefuhrwerk in einem farbenfrohen, traditionellen Festumzug durch die Altstadt. Unter den Blicken tausender Schaulustiger folgt die Umzugsroute einem Rundkurs durch die Dresdner Altstadt, vorbei an Fürstenzug, Dresden und durch das Georgentor. Ziel des Festumzuges, der aus dem Riesenstollenwagen, weiteren Festwagen, historischen Umzugsbildern, Fanfaren- und Spielmannszügen besteht, ist der Striezelmarkt auf dem Altmarkt.

Auf dem Striezelmarkt angekommen, erfolgt der feierliche Anschnitt des riesigen Stollens. Die Anschnittzeremonie führen der 1. Deutsche Meister der Bäckermeister René Krause und das Dresdner Stollenmädchen mit dem 1,60 Meter langen und zwölf Kilogramm schweren Großen Dresdner Stollenmesser durch. Der Riesenstollen wird dann in ca. 500-Gramm-Portionen zerteilt und innerhalb weniger Stunden an die Besucher des Festes für fünf Euro verkauft. Die Einnahmen aus dem Riesenstollenverkauf kommen einem karitativen Zweck zugute.

Rekorde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit ihrem 2720 Kilogramm schweren Dresdner Stollen vom 1. Stollenfest 1994 schafften die Dresdner Bäcker und Konditoren den Einzug in das Guinnessbuch der Rekorde und konnten den Rekord in den darauf folgenden Jahren mehrfach überbieten. Der bisherige offizielle Weltrekord stammt aus dem Jahr 2000: Der Super-Striezel des 7. Dresdner Stollenfestes brachte 4200 Kilogramm auf die Waage. Im Jahr 2013 wurden zum 20. Stollenfest 4246 Kilogramm erreicht. Mit dabei waren 150.000 Besucher.[1]

Beim Backen sind ca. 130 Bäcker und Konditoren des Schutzverbandes Dresdner Stollen e. V. beteiligt, die ca. 500 Stollenplatten mit je acht Kilogramm Gewicht liefern. Diese werden am 1. Advent in etwa vier Stunden Arbeit mit einem komplizierten System zu einem riesigen Stollen zusammengebaut und mittels Butter und Puderzucker in die Form eines Dresdner Christstollens gebracht. Für reichlich 450 Stollenplatten werden unter anderem etwa eine Tonne Mehl, zwei Millionen Sultaninen, 563 Kilogramm Butter, 172 Kilogramm Zitronat/Orangeat, 337 Kilogramm Zucker und 120 Liter Jamaika-Rum verarbeitet.[2]

Das Dresdner Stollenmädchen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 1995 begleitet die Figur des Dresdner Stollenmädchens die Stollensaison und das Dresdner Stollenfest. Als Repräsentantin des Dresdner Stollens und Schirmherrin des Stollenfestes wird das Stollenmädchen alljährlich zum Beginn der neuen Stollensaison für die Dauer eines Jahres gewählt. Die Kandidatinnen kommen aus den Reihen der auszubildenden Bäckerinnen, Konditorinnen und Bäckereifachverkäuferinnen des Berufsschulzentrums für Agrarwirtschaft und Ernährung in Dresden. Der Ausbildungsbetrieb des Stollenmädchens muss Mitglied im Schutzverband Dresdner Stollen e. V. sein. Wer Stollenmädchen wird, entscheidet der Stollenschutzverband.

In der Öffentlichkeit agiert das Stollenmädchen als Repräsentantin des Stollenbackhandwerks, steht Pressevertretern Rede und Antwort und vertritt den Dresdner Christstollen in diversen Unterhaltungsformaten. In der nationalen und internationalen Vermarktung des Dresdner Christstollens tritt es als Markenbotschafterin und Testimonial in Aktion.

Die Idee zum Dresdner Stollenmädchen hatte Holger Zastrow im Jahr 1995.

Die Dresdner Stollenmädchen seit 1995[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Titel Name Ausbildungsbetrieb erlernter Beruf
1995 1. Dresdner Stollenmädchen Sophia Looß - -
1996 2. Dresdner Stollenmädchen Steffi Silbermann
1997 3. Dresdner Stollenmädchen Susanne Hayn
1998 4. Dresdner Stollenmädchen Susann Gnauck
1999 5. Dresdner Stollenmädchen Karin Seifert
2000 6. Dresdner Stollenmädchen Marlene Parth
2001 7. Dresdner Stollenmädchen Maria Grundmann
2002 8. Dresdner Stollenmädchen Katharina Franke
2003 9. Dresdner Stollenmädchen Sindy Funk
2004 10. Dresdner Stollenmädchen Denise Hoffmann
2005 11. Dresdner Stollenmädchen Natalie Liwadnich
2006 12. Dresdner Stollenmädchen Mandy Irmscher
2007 13 Dresdner Stollenmädchen Sylvia Biedermann
2008 14. Dresdner Stollenmädchen Luise Schneider Dresdner Backhaus
2009 15. Dresdner Stollenmädchen Christine Herrmann
2010 16. Dresdner Stollenmädchen Claudia Ruhmland
2011 17. Dresdner Stollenmädchen Lisa Straßberger
2012 18. Dresdner Stollenmädchen Cynthia Brozek Bäckerei Wippler Fachverkäuferin
2013 19. Dresdner Stollenmädchen Friederike Pohl Konditorei & Café Bierbaum Konditorin
2014 20. Dresdner Stollenmädchen Luise Fischer Bäckerei & Konditorei Hinkel Konditorin
2015 21. Dresdner Stollenmädchen Lydia Heidig Konditorei Schreiber (Pirna) Konditorin

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Sächsische Zeitung vom 9. Dezember 2013.
  2. Sächsische Zeitung vom 7./8. Dezember 2013.