Straight Outta Compton

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Dieser Artikel behandelt das Musikalbum der Band N.W.A. Für den gleichnamigen Film aus dem Jahr 2015 siehe Straight Outta Compton (Film).
Straight Outta Compton
Studioalbum von N.W.A
Veröffentlichung 8. August 1988
Aufnahme 1987–1988
Label Ruthless/Priority/EMI
Format CD, Vinyl, MC
Genre G-Funk, Gangsta-Rap, Westcoast-Hip-Hop
Anzahl der Titel 13
Laufzeit 60:27

Produktion

Chronologie
N.W.A. and the Posse
(1987)
Straight Outta Compton 100 Miles and Runnin’
(1990)
Singleauskopplungen
10. Juli 1988 Straight Outta Compton
5. Oktober 1988 Gangsta Gangsta
27. März 1989 Express Yourself

Straight Outta Compton ist das Debütalbum der US-amerikanischen West-Coast-Rapgruppe N.W.A. Es erschien am 8. August 1988 über die Labels Ruthless, Priority und EMI. Aufgrund der provokanten Texte und dem Skandalsong Fuck tha Police, der das FBI veranlasste, die Plattenfirma zu bitten, das Album zurückzuziehen, gilt es heute als eines der bedeutendsten Alben des Gangsta- und Westcoast-Rap.

Bedeutung und Kontroverse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für die Band war es das Album, mit dem sie international bekannt wurden. Bis zu dem Zeitpunkt kam erfolgreicher Hip-Hop ausschließlich aus New York City. Durch seinen aggressiven Sound und die direkten Songtexte bestimmte Straight Outta Compton die Richtung des Hip-Hop in den frühen 1990ern maßgeblich. Es war seit seiner Veröffentlichung extrem umstritten und vor allem aufgrund des heute bekanntesten und provokantesten Songs Fuck tha Police, der in allen Radiostationen sowie beim Musikfernsehsender MTV verboten war, riefen zahlreiche Verbände zum Boykott des Albums und der Band auf. Das Plattenlabel Priority bekam außerdem ein Schreiben des FBI, das sich gegen die Message des Albums aussprach:

"Fuck tha police comin' straight from the underground
a young nigga's got it bad 'cause I'm brown
and not the other color so police think
they have the authority to kill a minority"

Aufgrund der Veröffentlichung dieses Briefs stieg das Interesse der Medien am Album rapide an und die Verkaufszahlen von Straight Outta Compton vervielfachten sich. Bryan Turner vom Vertrieb Priority Records sagte rückblickend: The [letter] was like a nuclear explosion. Once we circulated that, everybody wanted to hear the record the FBI wanted to suppress. Der Rolling Stone führte Straight Outta Compton im Jahr 2012 auf Platz 144 seiner Liste der 500 besten Alben aller Zeiten.[1] Beim Online-Magazin laut.de wurde das Album in der Kolumne Meilensteine rückblickend mit fünf von fünf möglichen Punkten bewertet.[2]

Inhalt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Professionelle Bewertungen
Kritiken
Quelle Bewertung
laut.de [3]
Rolling Stone [4]
allmusic [5]

Ice Cube und MC Ren schrieben den Großteil der Texte für das Album. Obwohl das Album zum größten Teil aus eher simplen Partysongs besteht, sorgten vor allem die ersten drei Tracks für den tiefgehenden Eindruck, der sowohl den Erfolg als auch eine durch die breite Öffentlichkeit getragene Verdammung der Gruppe ergab: Straight Outta Compton, Fuck Tha Police und Gangsta, Gangsta. Ähnlich wie im frühen Hip-Hop beschrieb das Album das von Gangs geprägte Leben auf der Straße, anders als früher aber nicht mehr kritisch, sondern entweder nihilistisch oder gar hedonistisch preisend. Dabei stehen sie allerdings in der Tradition der Musik aus Südkalifornien von den Beach Boys, den Eagles oder Jefferson Airplane. Alle Gruppen besangen vor allem den hedonistischen Lebensstil, Geld und Frauen, nur dass die früheren Gruppen nicht aus dem von Gangs geprägten Stadtteil Compton kamen.

Produktion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dr. Dre, Eazy-E und DJ Yella übernahmen den Großteil der Produktion des Albums. Musikalisch hat das Album wenig gemeinsam mit Dres früheren schnellen, elektronischen Upbeat-geprägten Veröffentlichungen in der World Class Wreckin’ Cru. Straight Outta Compton ist musikalisch wesentlich langsamer, dunkler und mit starken Funk-Einflüssen, eingebettet in eine Soundcollage aus Schüssen, Sirenen, Autogeräuschen, Schreien und Flüchen. Außerdem wurde eine große Anzahl anderer Lieder für die Produktion der Beats gesampelt.

Covergestaltung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Albumcover zeigt die Bandmitglieder im Kreis stehend aus der Froschperspektive, wobei Eazy-E eine Pistole auf den Betrachter richtet.[6] Im oberen Teil des Bildes steht der Bandname „N.W.A“ in Rot und am unteren Rand der Titel Straight Outta Compton in Weiß.

Wiederveröffentlichungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 24. September 2002 erschien das Album überarbeitet erneut in den USA, diesmal mit vier Bonustracks. 2007 wurde Straight Outta Compton nochmals mit fünf anderen Bonustiteln wiederveröffentlicht.

Titelliste[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

01. Straight Outta Compton (Eazy-E/Ice Cube/MC Ren) – 4:19

02. Fuck tha Police (Ice Cube/MC Ren/Eazy-E/Dr. Dre) – 5:45

03. Gangsta Gangsta (Eazy-E/Ice Cube/MC Ren) – 5:36

04. If It Ain't Ruff (MC Ren) – 3:34

05. Parental Discretion Iz Advised (The D.O.C./Dr.Dre/Eazy-E/Ice Cube/MC Ren) – 5:16

06. 8 Ball [Remix] (Eazy-E) – 4:52

07. Something Like That (MC Ren/Dr. Dre) – 3:35

08. Express Yourself (Dr. Dre; enthält Samples aus Express Yourself von Charles Wright & the Watts 103rd Street Rhythm Band) – 4:25

09. Compton's n the House [Remix] (MC Ren/Dr. Dre) – 5:20

10. I Ain't tha 1 (Ice Cube) – 4:54

11. Dopeman [Remix] (Ice Cube) – 5:20

12. Quiet on tha Set (MC Ren) – 3:59

13. Something 2 Dance 2 (The Arabian Prince/Dr. Dre) – 3:32

Bonustracks der Veröffentlichung von 2002

14. Express Yourself (Extended Mix) – 4:42

15. Bonus Beats – 3:03

16. Straight Outta Compton (Extended Mix) – 4:53

17. A Bitch Iz a Bitch – 3:10

Bonustracks der Veröffentlichung von 2007

14. Fuck tha Police (Tribute-Remix) – 5:02

15. Gangsta Gangsta (Tribute-Remix) – 4:39

16. Dopeman (Tribute-Remix) – 4:01

17. If It Ain't Ruff (Tribute-Remix) – 3:44

18. Compton's in the House (live) – 2:02

Charterfolge und Singles[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Chartplatzierungen
Erklärung der Daten
Alben[7][8]
Straight Outta Compton
  DE 36 28.08.2015 (5 Wo.)
  AT 55 11.09.2015 (3 Wo.)
  CH 66 06.09.2015 (5 Wo.)
  UK 35 30.09.1989 (11 Wo.)
  US 37 1989 (81 Wo.)
  US 4 2015 (… Wo.)
Singles[12]
Express Yourself[9]
  UK 26 09.09.1989 (9 Wo.)
Gangsta Gangsta[10]
  UK 70 01.09.1990 (2 Wo.)
Straight Outta Compton[11]
  UK 66 10.09.2015 (3 Wo.)
  US 38 05.09.2015 (… Wo.)

Straight Outta Compton erreichte in den US-Charts mit Platz 37 die Höchstposition.[13] Außerdem konnte sich das Album in Großbritannien (#35, 9 Wo.)[8], Irland (#20, 8 Wo.)[14] und Neuseeland (#43, 4 Wo.)[15] in den Charts platzieren.

Als Singles wurden der Titeltrack Straight Outta Compton[9] sowie Gangsta Gangsta (UK: #70, 2 Wo.)[10] und Express Yourself (UK: #26, 9 Wo.)[11] ausgekoppelt.

Nach Veröffentlichung des gleichnamigen Films Straight Outta Compton, der sich mit der Geschichte von N.W.A befasst, stieg das Album im Jahr 2015 erneut in die US-Charts ein und erreichte Platz 4.[16] Auch in Deutschland (Rang 36), Österreich und der Schweiz erreichte Straight Outta Compton infolgedessen die Charts.[17]

Verkaufszahlen und Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Verkäufe von Straight Outta Compton belaufen sich weltweit auf etwa 3,5 Millionen.[18] Allein in den USA verkaufte sich das Album über drei Millionen mal und erhielt demzufolge dort eine dreifache Platin-Schallplatte.[19]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Rolling Stone: Straight Outta Compton #144
  2. laut.de: Rezension des Albums (5/5)
  3. Bewertung: laut.de
  4. Bewertung: Rolling Stone (Memento vom 6. November 2007 im Internet Archive)
  5. Bewertung: allmusic.com
  6. Matthew Bath: The 25 best album covers. digitalartsonline.co.uk, 14. Juni 2004, abgerufen am 6. Januar 2017.
  7. Quellen Chartplatzierungen: US / NZ / IR, abgerufen am 8. Dezember 2011.
  8. a b Straight Outta Compton in den Official UK Charts (englisch)
  9. a b Express Yourself in den Official UK Charts (englisch)
  10. a b Gangsta Gangsta in den Official UK Charts (englisch)
  11. a b Straight Outta Compton in den Official UK Charts (englisch)
  12. Alben und Singles der N.W.A. in den Official UK Charts (englisch)
  13. US-Charts
  14. IR-Charts
  15. NSL-Charts
  16. Chartverfolgung Straight Outta Compton bei billboard.com
  17. Chartverfolgung Straight Outta Compton bei offiziellecharts.de
  18. Weltweite Albenverkäufe Auf statisticbrain.com, 23. August 2015, Englisch. Abgerufen am 1. November 2015.
  19. RIAA: 3-fach Platin