Straupitz

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Straupitz
Straupitz
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Straupitz hervorgehoben
Koordinaten: 51° 55′ N, 14° 7′ O
Basisdaten
Bundesland: Brandenburg
Landkreis: Dahme-Spreewald
Amt: Lieberose/Oberspreewald
Höhe: 57 m ü. NHN
Fläche: 21,71 km²
Einwohner: 976 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 45 Einwohner je km²
Postleitzahl: 15913
Vorwahl: 035475
Kfz-Kennzeichen: LDS, KW, LC, LN
Gemeindeschlüssel: 12 0 61 476
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Kirchstraße 11
15913 Straupitz
Bürgermeister: André Urspruch
Lage der Gemeinde Straupitz im Landkreis Dahme-Spreewald
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Über dieses Bild

Straupitz, niedersorbisch Tšupc, ist eine Gemeinde im Landkreis Dahme-Spreewald (Brandenburg) und Verwaltungssitz des Amtes Lieberose/Oberspreewald.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Straupitz liegt am nördlichen Rand des Spreewaldes und ist durch ein Hochwasserschutzprojekt (Nordumfluter) von dessen Wasserwegenetz getrennt.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu Straupitz gehören die bewohnten Gemeindeteile Buschmühle (Błotny młyn), Gatt (Gat) und Horst (Sedło)[2]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort wurde am 30. April 1294 bei der Verleihung der Güter Straupitz, Laasow und Butzen an Dietrich von Yhlow durch den Lausitzer Markgrafen Dietrich erstmals urkundlich erwähnt. Der Name des Ortes, eine frühe Form ist Strupcz, bedeutet Ort, wo Leute eines Mannes namens Strup wohnen oder auch schorfiger Wald.[3]

1567 wurde Hieronimus von Minckwitz (Gutsherr auf Seelingstädt, Neichen, Beiersdorf und Briesen) Besitzer der Herrschaft Straupitz. Er erhielt sie vermutlich über seine zweite Frau Katharina, deren Vater, Kaspar Burggraf von Dohna, auf Straupitz und Königsbrück saß.

Kirche zu Straupitz bei der Wiedereinweihung 1832

Durch Verdienste im Dreißigjährigen Krieg bekam der ehemalige Tuchmachersohn aus dem sächsischen Grimma General Christoph von Houwald 1655 die Möglichkeit, den Marktflecken Straupitz als Mittelpunkt einer neun Orte umfassenden Standesherrschaft zu erwerben. Unter seiner und seiner Nachfahren Leitung entwickelte sich Straupitz zu einem blühenden Marktflecken am nördlichen Rand des Spreewaldes. Das alte Wasserschloss wurde zu einem Gutshaus umgebaut (heute befindet sich dort die Schule), der Gutskomplex mit repräsentativen Amtsgebäuden (Rentamt (Turmgebäude), Brennerei, Gärtnerei und Altersruhesitz (Villa)) erweitert. Ein 12 ha Landschaftspark wurde angelegt. Der Neubau der Kirche nach Plänen des preußischen Architekten Karl Friedrich Schinkel wurde 1832 eingeweiht.

Bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts war die Straupitzer Bevölkerung noch überwiegend sorbischsprachig; 1880 bemerkte Arnošt Muka jedoch, dass nur noch die älteren die Sprache beherrschten, während die Jüngeren bedingt durch den Charakter von Straupitz als Marktort und die Abschaffung sorbischen Schulunterrichts und Gottesdienstes bereits einsprachig deutsch waren.[4]

Im April 1945 wurde Straupitz von der Roten Armee erobert. Nach fast 300-jähriger Herrschaft wurde die Familie Houwald 1945 entschädigungslos enteignet.

Straupitz lag seit 1816 im Landkreis Lübben (Spreewald) der preußischen Provinz Brandenburg (1947–1952 im Land Brandenburg). Von 1952 bis 1990 gehörte der Ort zum Kreis Lübben im DDR-Bezirk Cottbus.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohner
1875 1 190
1890 1 278
1910 1 147
1925 1 106
1933 1 044
1939 963
1946 1 638
1950 1 648
1964 1 454
1971 1 502
Jahr Einwohner
1981 1 372
1985 1 327
1989 1 344
1990 1 333
1991 1 311
1992 1 312
1993 1 299
1994 1 295
1995 1 293
1996 1 276
Jahr Einwohner
1997 1 236
1998 1 217
1999 1 203
2000 1 184
2001 1 163
2002 1 132
2003 1 115
2004 1 090
2005 1 054
2006 1 042
Jahr Einwohner
2007 1 031
2008 999
2009 997
2010 988
2011 1 015
2012 993
2013 991
2014 1 000

Gebietsstand des jeweiligen Jahres[5][6], ab 2011 auf Basis des Zensus 2011

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeindevertretung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeindevertretung von Straupitz besteht aus 8 Gemeindevertretern und dem ehrenamtlichen Bürgermeister. Die Kommunalwahl am 25. Mai 2014 ergab folgende Sitzverteilung:[7]

  • Heimat- und Fremdenverkehrsverein Straupitz 3 Sitze
  • Unabhängige Wählergemeinschaft Straupitz 2 Sitze
  • Fastnachtsverein Straupitz 2 Sitze
  • FDP 1 Sitz

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Bürgermeisterwahl am 25. Mai 2014 wurde der langjährige Bürgermeister Winfried Rekitt mit 75,8 % der gültigen Stimmen für eine weitere Amtszeit von fünf Jahren[8] gewählt.[9] Nach seinem plötzlichen Tod im März 2015[10] wählte die Gemeindevertretung im Juni 2015 André Urspruch zum neuen Bürgermeister.[11]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Windmühle in Straupitz
Gutshaus Straupitz (Grundschule)
Denkmal von Albin Moller
Historischer Kornspeicher in Straupitz

In der Denkmalliste der Gemeinde Straupitz steht unter anderem:

siehe auch: Liste der Bodendenkmale in Straupitz

Geschichtsdenkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Kriegerdenkmal auf dem Kirchplatz, das die in den Jahren 1864/1866 und 1870/71 gefallenen Dorfbewohner der Kirchgemeinde „Straupitz-Mochow“ ehrt.
  • Denkmal für Albin Moller auf dem Kirchplatz
  • Gedenktafeln für Opfer der beiden Weltkriege und des Stalinismus im Vorraum der evangelischen Kirche
  • Mehrfachgrab für sechs sowjetische Kriegsgefangene, die 1942 erschöpft und ausgezehrt kurz nach ihrer Ankunft mit der Spreewaldbahn in der Präparantenanstalt (Kleine Schule) untergebracht wurden aber schon nach wenigen Tagen verstarben und am alten Friedhof beigesetzt wurden (am Friedhofsweg neben der Grabanlage der ehemaligen Gutsherrschaft)

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jedes Jahr an Johanni, den 24. Juni, findet in Straupitz seit einigen Jahren der Johannismarkt statt. Auf diesem Volksfest werden regionale Gerichte angeboten und alte Handwerkskünste gezeigt. Darüber hinaus findet ein Kahnkorso statt.[12]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Straupitz liegt an der Landesstraße L 44 von Lübben nach Lamsfeld. Im Ort beginnt die Landesstraße L 51 nach Cottbus.

Motorisierung 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014
Zugelassene PKW (zum 1.1.)[13] 608 601 598 608 622 634 608
PKW je 1.000 Einwohner (31.12. des Vorjahres) 590 602 600 615 613 638 614

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit Straupitz verbundene Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Friedrich Gottlob Siegfried Rödenbeck: Chronik der Herrschaft Straupitz. Meißen 1832 (Digitalisat)
  • Günter H. Wiege: Chronik der Familie von Minckwitz Linie Breitenhain – Sonnewalde – Drehna. Frankfurt/Main 2001, S. 85.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bevölkerung im Land Brandenburg nach amtsfreien Gemeinden, Ämtern und Gemeinden 31. Dezember 2015 (XLS-Datei; 83 KB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen) (Hilfe dazu).
  2. Dienstleistungsportal der Landesverwaltung des Landes Brandenburg: Gemeinde Straupitz
  3. Reinhard E. Fischer: Die Ortsnamen der Länder Brandenburg und Berlin: Alter - Herkunft - Bedeutung. 222 S., Berlin, be.bra Wiss.-Verl., 2005 (Schriftenreihe: Brandenburgische historische Studien; Band 13) (S. 165). ISBN 393723330X Snippet-Ansicht
  4. Arnošt Muka: Pućowanja po Serbach. Nakład Domowiny, Budyšin 1957, S. 70
  5. Historisches Gemeindeverzeichnis des Landes Brandenburg 1875 bis 2005. Landkreis Dahme-Spreewald. S. 30–33
  6. Bevölkerung im Land Brandenburg nach kreisfreien Städten, Landkreisen und Gemeinden 1991 bis 2014
  7. Ergebnis der Kommunalwahl am 25. Mai 2014
  8. § 73 des Brandenburgischen Kommunalwahlgesetzes
  9. Ergebnis der Bürgermeisterwahl am 25. Mai 2014
  10. Bewegender Abschied von Bürgermeister Winfried Rekitt. In: Lausitzer Rundschau, 20. April 2015
  11. Straupitz geht mit neuem Bürgermeister in Landeswettbewerb. In: Lausitzer Rundschau, 25. Juni 2015
  12. Flyer zu einer Ausstellung „Johannes der Täufer - christliche Wurzeln und Brauchtum in Süd-Brandenburg“ (Sommer 2008)
  13. Kraftfahrt-Bundesamt Statistik Fz3

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Straupitz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien