Sulcorebutia

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Sulcorebutia
Sulcorebutia steinbachii WR459

Sulcorebutia steinbachii WR459

Systematik
Kerneudikotyledonen
Ordnung: Nelkenartige (Caryophyllales)
Familie: Kakteengewächse (Cactaceae)
Unterfamilie: Cactoideae
Tribus: Trichocereeae
Gattung: Sulcorebutia
Wissenschaftlicher Name
Sulcorebutia
Backeb.

Sulcorebutia ist eine Pflanzengattung aus der Familie der Kakteengewächse (Cactaceae). Der botanische Name leitet sich vom lateinischen Substantiv „sulcus“ für Furche und dem Namen der Gattung Rebutia ab. Er verweist auf die Furche zwischen den Höckern der Pflanzenkörper.

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Arten der Gattung Sulcorebutia wachsen einzeln oder sprossend. Ihre abgeflacht kugelförmigen bis kugelförmigen oder kurz zylindrischen Triebe haben eine eingesenkte Triebspitze. Die Wurzeln sind faserig oder strangartig verdickt oder bilden eine verdickte Pfahlwurzel. Ihre spiralförmigen Rippen sind vollständig in rhombische Höcker gegliedert. Die auf der Oberseite der Höcker sitzenden, etwas wolligen Areolen weisen manchmal an der Spitze eine kurze Furche auf. Die Dornen lassen sich nicht immer in Mittel- und Randdornen unterscheiden. Falls Mitteldornen vorhanden sind stehen diese etwas ab. Die nie gehakten Randdornen sind kammartig angeordnet und etwas am Trieb anliegend oder aufsteigend und abstehend.

Die trichterförmigen oder glockig-trichterförmigen Blüten sind leuchtend violett, gelb oder rot gefärbt, häufig auch geflammt, aber nur selten weiß. Sie erscheinen häufig aus älteren Areolen an der Basis der Triebe. Ihr Perikarpell und die Blütenröhre sind mit einigen derben, auffälligen Schuppen bedeckt und ansonsten in der Regel kahl.

Die kaum fleischigen Früchte sind kugelförmig bis flachkugelförmig. Sie reißen quer auf oder vertrocknen lederartig. Die Früchte enthalten rundliche bis länglich eiförmige, seitlich etwas abgeflachte, matt braunschwarze Samen von 1 bis 2 Millimeter Länge.

Systematik und Verbreitung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gattung Sulcorebutia ist in Bolivien verbreitet. Die Erstbeschreibung der Gattung wurde 1951 von Curt Backeberg veröffentlicht.[1] Die systematische Stellung der Gattung ist nicht vollständig geklärt. Die Internationale Kakteensystematikgruppe der Internationalen Organisation für Sukkulentenforschung betrachtet die Arten als zur Gattung Rebutia gehörig. Die Gattung ist nahe mit der Gattung Weingartia verwandt. Die Gattung wurde bis zur Klärung der taxonomischen Probleme in Urs Egglis Bearbeitung des Kakteenlexikons von Edward F. Anderson vorläufig anerkannt.

Zur Gattung Sulcorebutia gehören die folgenden Arten:[2]

Nach neueren morphologischen und DNA-Untersuchungen ist eine eigenständige Gattung Sulcorebutia nicht gerechtfertigt, es handelt sich fast eindeutig um eine künstliche Gruppierung, deren Arten nicht näher miteinander verwandt sind.[12] Die Gattung sollte, wie auch Aylostera und Mediolobivia, unter Rebutia synonymisiert werden.

Nachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Curt Backeberg: Sulcorebutia novum genus Backbg. In: Cactus and Succulent Journal of Great Britain. Band 13, London 1951, S. 96.
  2. Edward F. Anderson: Das große Kakteen-Lexikon. Eugen Ulmer KG, Stuttgart 2005, ISBN 3-8001-4573-1, S. 608–613.
  3. Willi Gertel, Hansjörg Jucker, Johan de Vries: Sulcorebutia azurduyensis (Cactaceae) – eine neue Art aus der Umgebung von Azurduy, Bolivien. In: Kakteen und andere Sukkulenten. Band 57, Nr. 9, S. 239–247, 2006
  4. Willi Gertel, Hansjörg Jucker, Johan de Vries: Sulcorebutia cantargalloensis (Cactaceae) – eine weitere neue Art aus der Cordillera Mandinga, Bolivien. In: Kakteen und andere Sukkulenten. Band 57, Nr. 2, S. 43–50, 2006
  5. Peter Lechner, Alfred Draxler: Eine neue Art aus Bolivien – Sulcorebutia heliosoides (Cactaceae). In: Kakteen und andere Sukkulenten. Band 59, Nr. 3, S. 57–63, 2008
  6. Willi Gertel: Sulcorebutia juckeri (Cactaceae) – eine neue Art aus der Cordillera Mandinga, Bolivien. In: Kakteen und andere Sukkulenten. Band 55, Nr. 12, S. 332–338, 2004
  7. Lothar Diers, Wolfgang Krahn: Sulcorebutia roberto-vasquezii (Cactaceae) – eine neue Art aus Bolivien. In: Kakteen und andere Sukkulenten. Band 56, Nr. 8, S. 211–217, 2005
  8. Willi Gertel, Peter Lechner: Sulcorebutia tarvitaensis (Cactaceae) – eine neue Art aus der Umgebung von Villa Orias (Bolivien). In: Kakteen und andere Sukkulenten. Band 59, Nr. 2, S. 29–37, 2008
  9. Willi Gertel & Hansjörg Jucker: Sulcorebutia trojapampensis (Cactaceae) – eine faszinierende neue Art aus dem Umfeld von Sulcorebutia juckeri. In: Kakteen und andere Sukkulenten. Band 63, Nr. 5, S. 127–134, 2012
  10. Lothar Diers, Wolfgang Krahn: Sulcorebutia vargasii (Cactaceae) – eine neue Art aus Ostbolivien. In: Kakteen und andere Sukkulenten. Band 56, Nr. 11, S. 281–286, 2005
  11. Peter Lechner, Alfred Draxler, Heinz Birchmann: Sulcorebutia viridis (Cactaceae) – eine neue Art aus Bolivien. In: Kakteen und andere Sukkulenten. Band 61, Nr. 3, S. 65–70, 2010
  12. Lucica Mihalte, Radu E. Sestras, Gyorgy Feszt: Morphological characterization and phylogenetic distance among several genotypes of Rebutia, Aylostera, Mediolobivia and Sulcorebutia (Cactaceae). In: African Journal of Biotechnology. Band 10, Nummer 61, 2011, S. 13051–13057 (online).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Sulcorebutia – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien